Fussball
So sieht der umstrittene Roland Hasler seine Zeit als Solothurn-Trainer

Während des Hin und Her im Umfeld des Erstligisten hat Roland Hasler seinen Vertrag auf Ende Juni gekündigt. Er wechselt nach neun Jahren bei den Ambassadoren zum FC Langenthal.

Michael Schenk
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Roland Hasler sinnt mit Solothurn auf Revanche.

Roland Hasler sinnt mit Solothurn auf Revanche.

Otto Lüscher

Im Zuge des Gewitters, das während der letzten Wochen und Monaten über Teilen der Geschäftsleitung getobt hat, verlässt auf die nächste GV hin neben Präsident Stefan Aegerter, Vize Meinrad Schönbächler, Sportchef Peter Grütter auch Coach Roland Hasler den FC Solothurn. Neun Jahre war Hasler Trainer der 1.-Liga-Mannschaft; davor noch gut zwei Jahre Nachwuchstrainer und Sportchef.

Geldsegen nach Steffen-Transfer

Wie aus gut unterrichteter Berner Quelle zu erfahren ist, soll YB für Steffen einen sehr hohen, sechstelligen Betrag an die Thuner überwiesen haben. Zehn Prozent davon fliessen aufs Konto des FC Solothurn weiter, weil Trainer Roland Hasler und Sportchef Peter Grütter bei Steffens Transfer von Solothurn nach Thun einen entsprechende Vereinbarung abgeschlossen hatten. Man spricht von 90 000 Franken, was bei den Schulden von derzeit weit über 200 000 Franken einem warmen Regen zur rechten Zeit entspricht. (hps)

Sportliche Bilanz: «Der 10. Rang ist enttäuschend. Angesichts der vielen jungen und neuen Spieler und der widrigsten Umständen, die man sich als Trainer nur vorstellen kann, haben wir mit dem Klassenerhalt geschafft. Ein Effort, der zeigt, dass der Kit im Team immer ausgezeichnet war. Wären nur ein oder zwei Spieler gegen mich gewesen, wie erzählt wurde, wäre die Serie von zuletzt zehn Spielen mit drei Siegen, sechs Unentschieden und einer Niederlage gar nie möglich gewesen.»

Situation neben dem Rasen: «Nur unter Druck lernt man den Charakter eines Menschen richtig kennen. Der ganze Wirbel in der Führungsetage wäre gar nicht nötig gewesen. Offenbar aber haben einige Leute aus Angst vor dem Gerücht, ich könnte einen neuen Drei-Jahres-Vertrag erhalten, die Nerven verloren.»

Wehmut beim Abgang: «Ich bin es gewohnt mit guten Leuten zu arbeiten, denen ich voll und ganz vertrauen kann. Mit solchen Leuten konnte ich auch beim FC Solothurn arbeiten - aber eben nicht nur. Der Entscheid zu gehen fiel mir nicht leicht, andererseits ist es eine Chance für andere.

Nachfolger Grolimund: «Ein guter Typ, der die Vision des FC Solothurn, die erste Mannschaf unbesehen von Namen weitgehend mit eigenen Leuten zu bestücken, optimal erfüllt. Ich traue ihm alles zu.»

Thomas Binggeli, U21-Trainer Aaraus, der die Anti-Hasler-Fraktion einsetzen wollte: «Ein Trainerkollege. Wir begegnen uns immer wieder und haben schon Testspiele gegeneinander ausgetragen. Ich habe persönlich gar nichts gegen ihn.»

Neuer Verein Langenthal: «Eine spannende Herausforderung. Der Verein hat sich sehr bemüht um mich. Ob es die richtige Entscheidung war, wird sich zeigen. Ich habe ein sehr gutes Gefühl.»
Die Behauptung, dass die Querelen ein inszeniertes Theater war, dass die Mannschaft wachrütteln sollte: «Absolut nicht - auf keinen Fall. So etwas zu behaupten wäre völlig gaga. Die Chemie in der Mannschaft und meine Teamführung hat immer gestimmt.»

Der Platz des FCS: «Als Ausbildungsklub Nummer eins in der Region ist es wichtig, dass der FCS zumindest in der ersten Liga spielen kann. Allein schon, um dem talentierten Nachwuchs eine entsprechend ädaquate Plattform zu bieten. Mehr liegt allein schon finanziell, denke ich, vorderhand nicht drin.»

Potenzielle Investoren, die die Anti-Hasler-Fraktion angekündigt hat: «Ich würde mich freuen für den FC Solothurn, wenn diese Leute jetzt, da ich gehe, kommen und sechsstelligen Summen investieren, von denen man gehört hat.»

Schönste Momente: «Sicher die Aufstiegsspiele in die Challenge League in der Saison 2004/05. Dann folgte das Cupspiel vor 5300 Fans gegen den FC Basel und auch der Ligaerhalt in dieser Saison wider aller Widrigkeiten.»

Schönster Sieg: «Das 2:0 gegen Dornach am 18. Mai, das uns den Ligaerhalt sicherte. Dass dabei mein Sohn Patrick noch beide Tore erzielt hat, war wunderschön. Er, der für den FCS sage und schreibe 71 Tore und 81 Assists erzielte, hat während der letzten Wochen auch einiges zu hören gekriegt und musste viel einstecken.»

Peinlichster Moment: «Keiner. Den hätte es nur gegeben, wenn ich mich öffentlich auf die Schlammschlacht der letzten Wochen eingelassen hätte.»

Die Reaktionen nach Bekanntwerden seines Abgangs: «Die einen haben gejubelt, die anderen haben es bedauert. Wieder andere, mir gut gestimmte Leute, finden es gut, dass ich den Schritt zu Langenthal mache.»

Eine allfällige Rückkehr: «Sag niemals nie. Ich bin ein Typ, der gern langfristig arbeitet und kann mir darum gut vorstellen, dass ich auch in Langenthal länger bleiben werde, wenn alles gut läuft.