1. Liga Frauen

So schnell wie möglich raus aus der «Hobby-Liga»

Nina van Polanen, mit 28 Treffern die beste HVO-Torschützin in der Finalrunde, kommt im Heimspiel gegen Malters zum Abschluss.

Nina van Polanen, mit 28 Treffern die beste HVO-Torschützin in der Finalrunde, kommt im Heimspiel gegen Malters zum Abschluss.

Die Oltnerinnen wollen mit einem Sieg gegen Muotathal einen grossen Schritt Richtung NLB machen.

Am 22. September verloren die Frauen des HV Olten bei der Reserve des NLA-Klubs LC Brühl mit 20:25. Es ist die bisher einzige Niederlage in der laufenden Erstliga-Saison. Seit knapp sechs Monaten und zwölf Spielen sind die Oltnerinnen unbesiegt.

Als souveräner Spitzenreiter seiner Quali-Gruppe zog der HVO in die Finalrunde der besten Sechs ein. Dort steht das Team des Trainerduos André Bichsel und Christian Müller nach vier Spielen mit dem Punktemaximum da. Am Sonntag gehts zum ersten Verfolger Muotathal/Mythen-Shooters.

Mit einem Sieg könnte der HV Olten die Schwyzerinnen bis auf drei Punkte distanzieren. Am Ende der Finalrunde steigt nur ein Klub in die NLB auf. «Mit einem Sieg in Muotathal könnten wir uns in der Rückrunde zwar sogar eine Niederlage leisten», sagt Trainer und Sportchef Müller.

Die Entscheidung um den Aufstieg falle aber noch nicht am Sonntag. «Ein Sieg gegen den ärgsten Konkurrenten wäre ein grosser Schritt Richtung NLB, aber es bräuchte danach mindestens noch vier weitere wichtige Schritte.» Für die Oltnerinnen spricht nicht nur die aktuelle Tabellensituation, sondern auch der Spielplan: Sie dürfen in der Rückrunde viermal vor eigenem Anhang antreten und müssen nur noch nach Malters.

«Leistungen grösstenteils o. k.»

Trotz des Laufs seines Teams und der hervorragenden Ausgangslage lässt sich Christian Müller nicht zu Lobhudeleien hinreissen. Klar, mit der Punkteausbeute ist er zufrieden, die bisherigen Leistungen in der Finalrunde beschreibt er nüchtern als «grösstenteils o. k.».

Gemeint sind die Siege gegen Uster (30:21), Malters (37:27) und Basel (31:24). Auswärts bei der HSG Leimental sah er einen «eher schwachen Auftritt». Olten lag zehn Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren hinten, konnte die Partie in der Schlussphase aber drehen und mit 29:28 für sich entscheiden.

«Dank einem Schlussspurts reichte es am Ende, zum Glück, doch noch zum Sieg», blickt Müller zurück. Er lobt insbesondere das hohe Tempo des Teams, die Bereitschaft der Spielerinnen, am gleichen Strick zu ziehen und den Ehrgeiz: «Das Feuer ist auf jeden Fall da. Aus taktischer Sicht gibt es immer Verbesserungspotenzial.»

Am Sonntag gegen Muotathal laute die Devise, «zu unserem Spiel zu finden und dieses durchzuziehen». Man kenne den Gegner, sei in der Vorbereitung auf das Spiel aber bewusst nicht detailliert auf diesen eingegangen. «Wir müssen uns auf unsere Stärken, unsere Leistungen konzentrieren und variabel spielen.» Der grösste Trumpf der Schwyzerinnen sei deren von kräftigen Spielerinnen getragene, solide Defensive.

Die 1.-Liga-Finalrunde ist eine langwierige Angelegenheit, dauert bis Anfang Mai – inklusive dreiwöchiger Pause für den HVO im April. Unverständlich für Christian Müller: «So kommt man gar nie in einen Spielrhythmus. Wie in einer Hobby-Liga. Deshalb wollen wir so schnell wie möglich da raus.»

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Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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