Unihockey
Simon Brechbühler tanzt auf zwei Trainerhochzeiten

Der Utzenstorfer Simon Brechbühler trainiert sowohl das NLA-Frauenteam der Burgdorf Wizards wie auch die Nationalmannschaft Deutschlands. Der frühere Junior von Wiler-Ersigen lebt für das Frauenunihockey.

Olivier Winistörfer
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Simon Brechbühler engagiert sich im Frauenunihockey.

Simon Brechbühler engagiert sich im Frauenunihockey.

Michael Peter

Simon Brechbühler scheint zu schaffen, was anderen aus seinem Metier nur schwerfällig gelang: Die Ausübung zweier Trainerpositionen auf der Klubebene und im internationalen Geschäft. Der Utzenstorfer leitet sowohl das Frauenfanionteam der Burgdorf Wizards als auch die aufstrebende Frauenmannschaft des grossen Nachbarn Deutschland.

Der 25-jährige Berner scheint trotz seinem Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule der Nordwestscheiz und der Arbeit als Sozialarbeiter genug Zeit zu finden um sich in der Randsportart zu engagieren. «Ich habe als Junior mit Unihockey angefangen bei Wiler-Ersigen zu spielen und habe dann mit 15 Jahren als Trainer begonnen. Nun sind es schon zehn Jahre, die ich als Unihockey-Trainer verbracht habe, und ich kann nicht genug davon kriegen.» Und Brechbühler scheint damit Erfolg zu haben.

Mit Deutschland an der WM

Seit diesem Jahr trainiert der junge Berner das Fanionteam der Burgdorf Wizards und an der Heimweltmeisterschaft in St. Gallen vor einem Jahr debütierte der Utzenstorfer an der Bande mit der Frauennationalmannschaft Deutschlands. «Es ist sehr spannend auf beiden Ebenen als Trainer tätig zu sein, da man so viele verschiedene Aspekte des Unihockeys kennen lernt.» Im Februar wird Brechbühler mit den deutschen Frauen den nächsten Grossevent der Unihockeyszene bestreiten: Die Qualifikation in Lettland für die Weltmeisterschaft im Dezember 2013 in der Tschechischen Republik.

«Grosse Anstrengungen werden vom Unihockeyverband in Deutschland auf sich genommen, um die Lücke zu den grossen Nationen zu schliessen. Dass diese Anstrengungen nun Früchte zu tragen scheinen, sah man auch durch die tolle Leistung der deutschen Männer an der WM in der letzten Woche und dem herausragenden vierten Platz», erzählt der Berner über die Erfolge der Deutschen. Und der Ball scheine ins Rollen geraten zu sein beim nördlichen Nachbarn, wie der Utzenstorfer erläutert: «Das grosse Ziel ist momentan, dass Unihockey in Deutschland vom Bundessportbund anerkannt wird. Wenn dies der Fall sein wird, kann man mit einem Boom beim grossen Nachbarn rechnen und dadurch eine grosse Steigerung der Sportler in quantitativer wie auch qualitativer Hinsicht.» Bei diesem Aufbau ist auch Brechbühler sehr aktiv beteiligt, vor allem bei den Frauen. Der Utzenstorfer unterstützt den deutschen Verband beim Ausbau und der Professionalisierung der Strukturen.

Eine Unihockey-Website ins Leben gerufen

Mit seiner Website Ladystrike.com, welche sich nur auf Damenunihockey spezialisiert hat und den Frauen eine mediale Plattform bieten soll, startete und betreibt der junge Berner auch ein Engagement zugunsten des Frauensports. Und dies mit Erfolg, wie Brechbühler erklärt: «Ich gründete Ladystrike vor etwas weniger als zwei Jahren. Inzwischen sind wir die grösste Damenunihockey-Website in Deutschland und der Schweiz und profitieren von einer grossen Nachfrage. Unser Ziel ist ganz klar dem Frauensport eine Möglichkeit zu bieten um sich zu präsentieren und das Mauerblümchen-Dasein, welches ihm manchmal auferlegt wird, auch abzulegen.»

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