Unihockey
Sieg, Stängeli und Standing-Ovation

Wiler-Ersigen deklassiert Alligator Malans im Cup-Achtelfinal mit 10:3. Die Bündner steckten mit zehn Toren eine herbe Schlappe ein.

Pia Schüpbach
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Zehn Minuten vor Schluss fragten sich die Zuschauer: Ist gar ein Stängeli gegen das Topteam aus Malans möglich? Das Gleiche dachte Wilers Christoph Hofbauer: «Der Gedanke an ein Stängeli war schon in meinem Kopf.» Plötzlich landete fast jeder Schuss eines Wiler-Spielers im Tor. Ganz egal, ob die erste, die zweite oder die dritte Linie auf dem Spielfeld stand. Wenns läuft, dann läuft es. Und wenns – wie bei Malans – nicht läuft, dann stolpern sogar noch die Spieler über die Bande: Während hinten der Bündner Patrick Vetsch in die Zuschauerreihen fiel, schoss Hirschi vorne für Wiler zum 9:2 ein.

Tatsächlich traf Wiler in den letzten fünf Minuten noch zweimal: einmal aber ins eigene Tor. Und die Zuschauer sowie Hofbauer hatten nicht vergebens gehofft. Auch das 10:3 fiel noch – die Kiste Bier geht auf den Torschützen Joel Krähenbühl. Stängeli, Sieg und Standing Ovations für Wiler Ersigen im Cupknüller gegen Alligator Malans. Damit gewann Wiler auch das fünfte Spiel im fünften Cup-Aufeinandertreffen gegen die Bündner.

Gleich zwei Spiele noch gedreht

Dabei hatte zuerst alles anders ausgesehen: Wiler fand kaum ins Spiel, agierte im ersten Drittel nervös. Doch wie am Vortag im Meisterschaftsspiel gegen Waldkirch-St. Gallen (WaSa) rappelte sich das Team von Thomas Berger auf. Mit dem 7:4-Sieg gegen WaSa schaffte Wiler den Sprung an die Tabellenspitze. Das schien die Spieler für das Cupspiel beflügelt zu haben. Nach dem harzigen Start deklassierten sie letztlich Malans. Die erste Linie um Captain Matthias Hofbauer wirbelte durch die Abwehr der Bündner und die restlichen zwei Linien liessen sich vom Feuer anstecken. Genauso wie die Zuschauer in der Halle: Plötzlich ertönten die Kuhglocken.

«Es ist das erste Mal in dieser Saison, dass wir ein solches Gefühl im Team hatten», sagt Christoph Hofbauer. Wie im Flow reihten die Wiler Spieler Tor an Tor, vom 1:2 zogen sie auf 9:2 davon. «Ein Cup-Spiel ist einfach anders», sagt Hofbauer. Der Cupsieg gehört zu Wilers Saisonzielen, «da wollten wir nicht schon gegen Malans ausscheiden.» Zudem hatte die Berger-Truppe vor einer Woche noch gegen die Alligatoren verloren. «Zwei Mal nacheinander eine Niederlage gegen die gleiche Mannschaft, das wollen wir nicht», so Hofbauer.

Trotz des Stängelis feierten die Wiler Spieler gestern Abend nicht allzu lange. «Schliesslich ist es Sonntagabend.» Nach dem Mammutprogramm geht es für den SVWE am Donnerstag mit dem Auswärtsspiel gegen die Tigers Langnau weiter. «Nach diesem schönen Cupsieg haben wir nun mehr Energie in der Mannschaft», sagt Hofbauer. «Jetzt können wir auch die Meisterschaft lockerer angehen.»