Thomas Bäumle für Michael Tobler im Tor, die beiden Ausländer Justin Feser und Shayne Wiebe wieder getrennt, alle vier Sturmlinien neu formatiert – EHCO-Trainer Scott Beattie liess gegenüber dem missratenen Auftritt in Martigny kaum einen Stein auf dem anderen. Einzig die beiden Backpaare Ganz/Parati und Pargätzi/Meister blieben unverändert.

Allein, an der Spielweise änderte sich gegenüber den letzten Partien nur wenig. Die Oltner waren über weite Strecken tonangebend und hatten einmal mehr ein klares Chancenplus. Doch auch die vielen Rochaden trugen nicht dazu bei, die Überlegenheit in Tore umzumünzen, weshalb auch das zweite Saisonspiel im Kleinholz wie schon die Heimpremiere gegen Ajoie zur (unnötigen) Zitterpartie wurde.

Zwei Unterschied zum ersten Heimspiel

Zwei wesentliche Unterschiede gegenüber dem Eröffnungsmatch im Kleinholz gab es allerdings. Erstens mussten die EHCO-Fans nicht bis in die zweite Spielhälfte gedulden, ehe sie erstmals jubeln konnten. Und zweitens trafen die Oltner diesmal bis zum alles entscheidenden Treffer immer mit fünf gegen fünf. Bevor es allerdings soweit war, leuchtete zuerst die rote Lampe hinter dem Oltner Tor auf.

Der Amerikaner Derek Damon nutzte den ersten Ausschluss der Partie (Roland Meister) prompt zum 0:1. Die Thurgauer Führung hielt allerdings keine zwei Minuten, dann lagen plötzlich die Oltner in Front. Denn Simon Schnyder und Remo Hirt machten mit zwei Treffern innerhalb von nur gerade 17 Sekunden aus dem 0:1 ein 2:1.

4:2-Führung preisgegeben

Kurz nach der ersten Pause vergab Philipp Wüst die grösste Oltner Chance, als er nach einem Solo den Puck zwar an Goalie Pascal Caminada vorbei zirkelte, aber vom Pfosten zurückprallen sah. Statt mit einem beruhigenden Zwei-Tore-Vorsprung den Gegner zu kontrollieren, mussten die Oltner weiterhin vor den gefährlich konternden Ostschweizern auf der Hut sein – und fingen in der 25. Minute prompt den nächsten Gegentreffer durch Fadri Lemm ein. Allerdings änderte auch dieser am Bild der Partie wenig. Die Oltner blieben weiterhin am Drücker, vergaben durch Raffael Lüthi (24. Minute) und Shayne Wiebe (28.) jedoch zwei weitere erstklassige Chancen.

Was der Pfosten verwehrte, brachten die Oltner dann aber doch noch zustande. Mit einem weiteren Doppelschlag – diesmal innerhalb von fünf Minuten von Fabian Ganz und Diego Schwarzenbach – gingen scheinbar vorentscheidend mit zwei Toren in Führung. Aber nur scheinbar. Denn noch schneller war der Vorsprung wieder weg.

Innerhalb von 71 Sekunden glichen Lukas Balmelli und Derek Damon mit seinem zweiten Tor noch vor Ende des Mitteldrittels wieder aus. «Mit leichtfertigen Scheibenverlusten liessen wir Thurgau wieder ins Spiel kommen», analysierte Diego Schwarzenbach diese kritische Situation, Statt ‹defense first› dachten wir wieder mal viel zu offensiv.»

Gäste trauern Chancen nach

Wenige Sekunden vor der zweiten Pause hatten die Oltner gar noch Glück, dass der völlig freistehende Lars Neher an Bäumle scheiterte. «Schade, dass wir das 4:5 verpasst haben», trauerte Thurgau-Trainer Christian Weber dieser verpassten Riesenchance nach. «Denn war hatten Olten, das nach dem Ausgleich von der Rolle war, im Griff.»

Brisante Verlängerung

Eine ähnlich grosse Chance wie Neher vor der Pause hatte Justin Feser nach dem letzten Seitenwechsel, traf er doch in der 41. Minute nur die Latte. Und Corey Ruhnke scheiterte in der 45. Minute nach einem genialen Pass Lüthis alleine vor Caminada. Es waren dies die beiden einzigen Höhepunkt des Schlussdrittels, das ganz im Zeichen der Angst vor dem möglicherweise entscheidenden Gegentor stand.

Etwas spektakulärer verlief dann allerdings die Verlängerung – vor allem die letzte Minute, in der die Oltner wegen einer (gemäss Christian Weber «sehr harten») Strafe gegen Danny Irmen mit einem Mann mehr auf dem Eis standen. Erst traf Marco Truttmann nur den Posten, im Gegenzug schoss Damon nur Zentimeter am Tor vorbei, und wieder nur wenige Sekunden später sicherte Diego Schwarzenbach dem EHCO mit seinem zweiten Treffer doch noch zwei Punkte. «Es war eine nervenaufreibende Partie», meinte der Held der Partie trocken – wohl wissend, dass der Sieger durchaus auch Thurgau hätte heissen können.