2. Liga

Sieg im hitzigen Spitzenkampf dank Blitzstart: Der FC Bellach kassiert gegen Iliria eine 0:4-Heimniederlage

Erfolg auf ganzer Linie: Die Spieler des FC Iliria feiern ihren zweiten Treffer im Spitzenkampf gegen Bellach.

Zwei frühe und zwei späte Tore bescheren dem Leader FC Iliria am neunten Spieltag der 2. Liga den Auswärtssieg in Bellach. Im emotionsgeladenden Spitzenkampf muss sich der FC Bellach gleich mit einer 0:4-Heimniederlage abfinden.

«Wir wurden überrannt, waren einfach nicht bereit», haderte Bellachs Trainer Fabian Kammer nach der 0:4-Heimniederlage gegen den FC Iliria. Wenig mehr als fünf Minuten waren im Spitzenkampf verstrichen, da lagen die Gastgeber bereits mit 0:2 im Hintertreffen. Ein Kopfballtor von Avdi Haljimi und ein satter Linksschuss von Captain Alban Jahiu sorgten für Jubel beim Spitzenreiter.

Wer nun dachte, Verfolger Bellach käme unter die Räder, täuschte sich. Stattdessen baute Iliria unerklärlich ab. Die Abwehr der Gäste wirkte behäbig, langsam und anfällig auf lange Bälle. So kam der FC Bellach dank seinen schnellen Flügeln Berkin Sülüngöz und Cyril Pickel sowie den Angreifern Alessandro Fragale und Selcuk Cubuk zu etlichen hochkarätigen Chancen. Das Heimteam sündigte aber ein ums andere Mal im Abschluss. Von den Gästen kam offensiv praktisch nichts mehr. In der 24. Minute wurde Iliria das dritte Tor wegen eines Foulspiels aberkannt.

«Wir bewiesen nach dem Rückstand Charakter», analysierte Kammer. «Wir waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, hatten sechs, sieben gute Chancen und auch mehr Spielanteile.» Sein Gegenüber, Ilirias Trainer Vilson Dedaj, sagte zur ersten Hälfte: «Es war unser Plan, von Beginn weg Vollgas zu geben. Das hat mit den zwei Toren sensationell geklappt. Dann haben wir etwas die Kontrolle über das Spiel verloren, bis wir in der Pause umstellten.»

Sechs Gelbe Karten gegen den FC Iliria gezückt

Iliria staffelte etwas weiter zurück, wenn Bellach im Ballbesitz war und schützte sich so vor den langen Bällen. Der Tabellenführer bekam das Spielgeschehen nach dem Seitenwechsel wieder in den Griff, ohne gross zu überzeugen. Jahiu (54.) und Riccardo Caroli (60.) verpassten es, das Spiel mit dem dritten Treffer frühzeitig zu entscheiden. Die beste Chance des FC Bellach war ein Freistoss von Cubuk, den Trittibach klasse aus der Ecke holte.

In der Schlussphase schlugen die Stadt-Solothurner dann doch noch zweimal zu: Nazim Elezi traf per Kopf zum 3:0 und Mattia Sasso setzte mit einem wunderschönen Schlenzer in den Winkel den Schlusspunkt – zumindest in Sachen Tore (87.). Denn die Atmosphäre auf dem Platz war äusserst gehässig.

Es kam mehrfach zu Rudelbildungen, auch nach dem Abpfiff. «Die Spieler kennen sich sehr gut, es gibt eine Rivalität zwischen den Klubs», erklärte Bellachs Trainer Kammer und fügte hinzu: «Es war ein Spitzenkampf und da soll es auch zur Sache gehen.» Zur Leistung der Schiedsrichter äusserte er sich diplomatisch: «Die war so unglücklich wie unser Start.»

Trotz des Siegs fand Iliria-Trainer Dedaj deutlichere Worte: «Er hatte das Spiel nicht unter Kontrolle. Es ist eine Frechheit, wie viele Karten wir kassierten. Unser Captain sieht in der 7. Minute Gelb wegen angeblichen Reklamierens, das kann es einfach nicht sein. Er hatte keine Linie.»

«Es ist eine reine Kopfsache»

Die Leistung seines Teams fasste er wie folgt zusammen: «Egal ob wir schlecht oder sensationell spielen, Hauptsache wir gewinnen heute, das habe ich den Spielern vor dem Match gesagt.» Mit dem sechsten Sieg im achten Spiel – plus zwei Unentschieden gegen Biberist und Subingen – baute Iliria die Führung auf vier Punkte aus.

Wer soll das Team überhaupt stoppen? «Nur wir selbst oder die Schiedsrichter können das», so Dedajs Antwort. «Es ist eine reine Kopfsache. Wir müssen für jeden Gegner bereit sein. Es ist nicht einfach, sich immer wieder auf die verschiedenen Spielstile einzustellen.»

Trotz der zweiten Niederlage zog Bellachs Trainer Kammer ebenfalls ein positives Zwischenfazit: «Wenn es im August geheissen hätte, dass wir in der neunten Runde den Spitzenkampf bestreiten, hätte ich das sofort genommen.» Das Team sei im Verlauf der Saison zusammengewachsen. «Ich bin sehr zufrieden mit unserer Entwicklung», sagte Kammer.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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