Swiss-League-Playoffs
Sie wissen, wie man eine Finalserie gewinnt: 12 EHCO-Spieler sind schon mal NLB-Meister geworden

Der EHC Olten startet als Aussenseiter in die Final-Serie gegen die Rapperswil-Jona Lakers, aber aufgepasst: Nicht weniger als 12 EHCO-Spieler sind mindestens schon einmal NLB-Meister geworden – ein gutes Omen?

Silvan Hartmann
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Alle wurden sie schon NLB-Meister: Lukas Haas, Anthony Rouiller, Jewgeni Schirjajew und Marc Grieder. Freshfocus

Alle wurden sie schon NLB-Meister: Lukas Haas, Anthony Rouiller, Jewgeni Schirjajew und Marc Grieder. Freshfocus

Urs Lindt/freshfocus

Erfahrung – es ist ein grosses Wort. Die täglich aufgefassten persönlichen Erlebnisse werden im Alltag in vielerlei Hinsichten geschätzt.

Auch im Spitzensport hat die Erfahrung ein besonders zählbares Gewicht, sie ist insbesondere in entscheidenden Situationen wie etwa in einer Playoff-Finalserie gefragter denn je.

Und derzeit haben es nicht weniger als 12 EHCO-Spieler mindestens bereits einmal erlebt, Schweizer Meister der NLB – der heutigen Swiss League – zu werden (siehe aufgelistete Spieler unten).

Kann die Erfahrung der individuellen Spieler in einer Playoff-Finalserie – welche der EHCO zuletzt 1988 gewinnen konnte – hilfreich sein? «Ja, natürlich hilft das. Es ist mit Sicherheit ein grosser Vorteil, solche Spieler im Team zu haben», ist EHCO-Trainer Chris Bartolone überzeugt.

EHCO-Verteidiger Anthony Rouiller wurde bereits mit Ajoie Meister.

EHCO-Verteidiger Anthony Rouiller wurde bereits mit Ajoie Meister.

Freshfocus

«Wenn es mal hart wird, kann man auf die Erfahrung zurückgreifen und kennt womöglich den richtigen Weg, damit man nicht einbricht. Aber es ist schwierig, diese Erfahrungen an jemanden weiterzugeben, weil jeder selber diesen Prozess erleben muss», so Bartolone, der selber als Aktivspieler drei Mal Meister wurde – in Österreich, Dänemark und in der Central Hockey League in den USA («Das hat mich stärker gemacht»).

Anthony Rouiller bestärkt: «Ich glaube, dass irgendwann der Moment kommt, in welchem man von dem Meistertitel profitieren kann. Vielleicht erinnert man sich an gewisse Details, die man dann automatisch wieder richtig macht», so Oltens Verteidigungs-Dirigent, der einer von derzeit vier EHCO-Spielern ist, die 2016 mit Ajoie NLB-Meister wurden.

Alle sprechen von Rapperswil

Doch nur mit einem Rucksack voller Meister-Erfahrungen lässt sich im Final gegen die Rapperswil-Jona Lakers nicht bestehen – Leidenschaft, Kampf und unbändiger Wille sind gefragt. Daran soll es gewiss nicht scheitern, weiss Rouiller: «Wir stehen im Final und haben damit bewiesen, dass wir schon vieles richtig gemacht haben. Aber wir wollen noch mehr, sind hungrig und freuen uns auf den Final.»

Aus seinen Aussagen ist auch eine gewisse «Jetzt-erst-recht»-Mentalität herauszulesen. Nicht nur, weil man nach vielen Höhen und Tiefen endlich die Qualitäten aufs Eis bringt.

Vielmehr dürfte auch den EHCO-Spielern nicht entgangen sein, dass in der Eishockey-Schweiz vor diesem Final dem EHC Olten gemeinhin nicht viel Kredit gegeben wird. Vielmehr sprechen alle von der Gefahr der Rapperswil-Jona Lakers. Jene Mannschaft, die als überzeugender Qualifikationssieger zum dritten Mal in Serie im Final steht.

«Betrachtet man die Statistiken, spricht vieles für die Lakers. Und sie haben im Schweizer Cup gezeigt, dass sie hochklassige NLA-Teams schlagen können», zollt Bartolone Respekt. Doch das könne auch ein Vorteil sein, weil es «auf eine gewisse Weise ein bisschen Druck» wegnehme.

Zu verstecken braucht sich die Powermaus nicht – ganz im Gegenteil: «Wir haben nicht nur erfahrene und erfolgreiche NLB-Spieler, sondern auch solche, die sich in der NLA etablieren konnten. Zudem haben wir zwei Torhüter, die nicht nur ihren Job beherrschen, sondern auch eine gewichtige Stimme in der Kabine sind. Das macht diese Mannschaft komplett», sagt Bartolone und ergänzt: «Ich rechne mit einer sehr, sehr engen Serie.»

Dank der grossen Erfahrung vieler Meisterspieler mit einem besseren Ende für den EHC Olten?

Die 12 NLB-Meisterspieler des EHC Olten

Joel Fröhlicher 2003, Lugano (NLA-Meister!)
2006, 2007, 2008 (Biel), 2013 (Lausanne)

Simon Rytz 2004, Biel

Marco Truttmann 2007, 2008, Biel

Marc Grieder 2009, Lausanne

Jewgeni Schirjajew 2013, Lausanne

Lukas Haas 2015, Langnau

Alban Rexha 2015, Langnau

Silvan Wyss 2015, Langnau

Stan Horansky 2016, Ajoie

Anthony Rouiller 2016, Ajoie

Stefan Mäder 2016, Ajoie

Simon Barbero 2016, Ajoie

Playoff-Final ohne Ulmer

Der EHC Olten muss einen schmerzhaften Ausfall hinnehmen: Stürmer
Martin Ulmer, EHCO-Topskorer der Qualifikation, muss nach einem Rückfall wegen des nach wie vor andauernden Pfeifferschen Drüsenfiebers rund zwei Wochen pausieren. Es bedeutet, dass der komplette Playoff-Final ziemlich sicher ohne Martin Ulmer stattfinden wird. Unklar ist noch, wer beim EHC Olten anstelle von Martin Ulmer auflaufen wird. (sha)