Judo
Sie weiss im Alter von 14 Jahren schon genau, wohin sie will

Die Bettlacherin Michelle Fernandez vom Judoklub Solothurn hat das grosse Ziel, an den Olympischen Spielen 2022 teilzunehmen. Sie ist auf gutem Weg dazu, der schwarze Gürtel ist bereits in Sichtweite.

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Michelle Fernandez hat alles im Griff.

Michelle Fernandez hat alles im Griff.

Solothurner Zeitung

Mit ganzer Wucht wirft Michelle Fernandez ihre Gegnerin im Trainingsraum des Judoklubs Solothurn zu Boden. Man merkt sofort, welche Kraft und Technik dahinter stecken. Kein Wunder, denn die 14-Jährige trainiert bereits seit neun Jahren. «Anfangs wollte ich nur lernen, wie man sich verteidigt, doch mit der Zeit fand ich so grossen Gefallen daran, dass ich nicht mehr aufhören wollte», sagt sie. Mittlerweile trainiert sie täglich und «immer voll motiviert.»

Ursprünglich vom Judoklub Grenchen gekommen, findet das Training jeden Tag an einem anderen Ort statt. Montags trainiert sie in Grenchen, dienstags in Solothurn, mittwochs im regionalen Leistungszentrum in Basel mit der U18-Nati, alle zwei Wochen am Donnerstag in Biel und am Freitag in Lyss oder Grenchen. Einmal im Monat am Samstag steht zudem das Kadertraining Solothurn-Bern auf dem Plan.

In der Kategorie U18 erreichte sie letztes Jahr den achten Platz an der Schweizer Meisterschaft. Ausserdem gewann sie siebenmal hintereinander Gold bei den Kantonalmeisterschaften Solothurn - Bern. Michelle kämpft momentan in der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm mit dem blauen Gürtel. Noch fehlt ihr der braune - danach kommt dann schon der schwarze.

Ob sie mal daran gedacht hat, etwas anderes zu machen? «Nein», antwortet die junge Solothurnerin bestimmt. «Etwas anderes als Judo kam für mich nie in Frage.» Mittlerweile hat Michelle, deren Vater aus Spanien stammt, schon ihre jüngere Schwester mit dem Judovirus angesteckt. Auch sie betreibt den asiatischen Kampfsport bereits seit mittlerweile fünf Jahren. Die Familie ist der talentierten Karateka sehr wichtig.

Ohne die Unterstützung ihrer Eltern wäre es für sie nicht möglich, so häufig an so vielen verschiedenen Orten zu trainieren. Der Vater und die Mutter fungieren dabei als Chauffeur und fahren sie häufig ins Training oder zu Wettkämpfen. Der nächste Schritt in Richtung Olympia 2020, ihr «grosses Ziel», wie sie sagt, soll für Michelle im nächsten Sommer folgen. Da will sie nämlich die Sportkanti in Solothurn besuchen, die nur 20 Plätze zu vergeben hat.

Stella Campestrin, Trainerin des Sichtungskaders, glaubt an ihren Schützling: «Michelle ist sehr fleissig und willig zu trainieren. Wenn Michelle so weitermacht, hat sich durchaus gute Chancen, es als Profi zu schaffen.»

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