Bob
Sie sitzen im gleichen Bob, aber nicht im gleichen Boot

Simon Friedli darf als Bremser im Bob von Rico Peter auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Sotschi hoffen. Sein Derendinger Teamkollege Christof Kellenberger kaum.

Daniel Weissenbrunner
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Simon Friedli könnte einer aus dem Olympia-Quartett von Steuermann Rico Peter sein.

Simon Friedli könnte einer aus dem Olympia-Quartett von Steuermann Rico Peter sein.

KEYSTONE

In vier Monaten beginnen in Sotschi die Olympischen Winterspiele. Es werden die ersten Winterspiele in einer subtropischen Stadt. In einer heissen Phase befinden sich nicht nur die Vorbereitungen am Schwarzen Meer. In den kommenden Wochen bringen sich auch die Athleten für eine Selektion allmählich in Stellung. Gleich zwei davon kommen aus Derendingen.

Nicht nur das: Sie sitzen sogar im selben Bob. Christof Kellenberger und Simon Friedli gehören zum Team von Rico Peter. Der Aargauer Pilot darf sich berechtigte Hoffnungen machen, hinter dem gesetzten Beat Hefti den zweiten Schweizer Bob durch den Eiskanal in Krasnaja, rund 70 Kilometer östlich von Sotschi zu steuern.

Friedlis Fortschritte

Reelle Chancen auf einen Startplatz besitzt auch Simon Friedli. Der 22-Jährige gehört zwar noch zu den Newcomern in der Szene. Friedli hat in den letzten drei Jahren aber grosse Fortschritte gemacht und zählt mittlerweile zum Stammpersonal im Bob von Rico Peter. An der Heim-WM in St. Moritz schlitterte die Crew im Vierer nur knapp an einer Medaille vorbei.

Die guten Ergebnisse haben seinen Ehrgeiz zusätzlich geweckt. Entsprechend zielstrebig sehen die Pläne des gelernten Kochs aus. «Ich will in Sotschi dabei sein.» Der ehemalige Leichtathlet von Biberist Aktiv hat die beruflichen- und privaten Rahmenbedingungen geschaffen, um sich seinen Traum zu verwirklichen.»

Kellenbergers Pech

Ähnlich sah das Konzept von Christof Kellenberger aus. Bis er im vergangenen Jahr im wahrsten Sinn des Wortes aus der Bahn geworfen wurde. Ein Kreuzbandriss und ein Meniskusschaden bremsten den 28-Jährigen. Mehr noch: Nach der Operation traten Komplikationen auf, worauf Kellenberger, von Beruf Polizist, erneut unters Messer musste und konditionell weit zurückgeworfen wurde. Dem gebürtigen Thurgauer fehlen mehrere Monate Training.

Was das in Zahlen bedeutet, musste er an der Anschieber Schweizer Meisterschaften im September in Andermatt registrieren, als er abgeschlagen, nach zwei von vier Läufen aufgab. Sein Fazit: «Ich muss realistisch bleiben: Es geht zwar langsam bergauf, ein Start in Sotschi wird aber sehr schwierig.»

Im Oktober beginnt Selektion an

Obwohl die Ausgangslage für Simon Friedli ungleich besser ist, wird er sich nach den Sommertests nun auf dem Eis beweisen müssen. «Wir sind auf einem guten Weg. Es wartet aber noch viel Arbeit.» Im Oktober beginnen in La Plagne die Selektionen. «Da wollen wir den erneuten Weg in den Weltcup einschlagen.»