Inlineskating

Severin Widmer: Wenn gleich gut nicht mehr top ist

Severin Widmer (vorn) hat auch Pech.

Severin Widmer (vorn) hat auch Pech.

Die dritte Saison mit dem Swiss Skate Team brachte Severin Widmer dieselbe Bilanz wie im Vorjahr. Im German Inline Cup gewinnen die Eidgenossen die Teamwertung und für den 25-jährigen Obergösger resultiert der zweite Gesamtrang in der Einzelwertung.

«Doch eine identische Bilanz ist trotzdem nicht dasselbe», gibt Severin Widmer seine Enttäuschung unumwunden zu. Ein nässebedingter Sturz kurz vor dem Ziel des letzten Rennens in Köln brachte den für seine Ambitionen bekannten Athleten im prestigeträchtigsten Wettbewerb vom Kurs Richtung Gesamtkrone ab. Zum zweiten Mal innert zweier Wochen sah sich Widmer im Klassement auf den 8. Rang verbannt. Siegte in Köln sein schon fast ewiger Rivale Yann Guyader in seinem letzten Profirennen, war er zuvor am Berlin-Marathon gegen den belgischen Überflieger Bart Swings, der in Sotschi 2014 eine olympische Eisschnelllauf-Medaille anpeilt, machtlos.

Nachdem der Weltcupsieger von 2011 zuvor bei allen Rennen stets in den Top Five abgeschnitten hatte, bedeutete das Saisonende einen argen Dämpfer. «In den letzten Rennen fehlte mir das nötige Glück», sagt der Niederämter. Brachte ihn ein Zeckenbiss in der ersten Saisonhälfte etwas durcheinander, meldete er sich nach der Sommerpause motiviert und fit zurück, hatte aber dann etwas mit der Konstanz zu kämpfen. «An durchschnittlichen Tagen erträgt es dann halt kein Pech.» Und vielleicht auch keine quietschenden, da ausgetrockneten Lager an seinen Skates wie in den letzten zwei Rennen in Deutschland. «Solche Dinge stören mich», sagt Widmer, der ansonsten mit seinen neuen Schuhen, den Karbonschienen und den Rollen gute Erfahrungen machte.

Nur noch internationales Trio

Severin Widmer weiss, dass es, an den nackten Zahlen gemessen, wenig Anlass gibt, über die Saison den Stab zu brechen. «Dass bei mir Enttäuschung da ist, hat auch damit zu tun, dass ich von meinem Ehrgeiz her eher das Schlechte als das Positive sehe.» Das Allermeiste ist 2013 nämlich für den Swiss-Skate-Leader durchaus den Erwartungen entsprechend gelaufen. Sein bester Teamkollege Nicolas Iten (Reiden) konnte trotz eigenem Kürzertreten weiterhin den Support leisten, den sich Widmer von ihm erhoffte. Auch Michi Achermann war als Nummer drei eine Stütze, auch wenn beim Stanser für einen Exploit immer noch alle Faktoren stimmen müssen. Ausgeblieben ist weiterhin eine Leistungssteigerung bei den jungen Fahrern, weshalb sich das Swiss Skate Team anschickt, in der nächsten Saison nur noch als internationales Team mit drei Elite-Athleten aufzutreten. Auf nationaler Ebene sollen die Klubs durch die Rückkehr der Nachwuchsleute eine Stärkung erfahren.

Konkurrenzlage gleich geblieben

Die internationale Konkurrenzlage hat sich gegenüber 2012 für Severin Widmer ebenfalls kaum verändert. Die Mannschaften EOSkates mit den erstarkten Franzosen und Powerslide mit Swings und der Macht der Masse stellten auch in der vergangenen Saison die grösste Herausforderung dar. «Taktisch sind für uns sicher noch kleine Verbesserungen möglich, aber Vorwürfe muss ich weder mir noch anderen machen», sagt der Obergösger. Im eigenen Land ist der beste Schweizer Inliner mit dem Gewinn der Swiss Skate Tour seinem Ruf vollauf gerecht geworden.

Für das nächste Jahr hat sich Severin Widmer schon mal etwas Spezielles vorgenommen. Er möchte am Berlin-Marathon sowohl als Läufer als auch als Speedskater starten. Für diesen Event und für die vierte Saison im Rahmen des Swiss Skate Teams will er im Wintertraining neben seinem 100-Prozent-Pensum als Konstrukteur sicher nicht weniger investieren als bisher.

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