In der 10. Minute trat Marc Dubuisson einen Corner von rechts scharf und nicht allzu hoch auf die vordere Ecke des Fünfmeterraums, wo Maryan Andonov aus dem Hintergrund angebraust kam und den Ball mit einem perfekten Kopfstoss ins Netz beförderte. Es war der perfekte Start für Grenchen, das in der Folge den U21-Nachwuchs des FC Luzern gut im Griff hatte. Bis auf der anderen Seite mit der Flanke von Edmond Selmani auf den Kopf von Haxhi Neziraj der Ausgleich kam. Die Grenchner reagierten sofort. Jesus Luan brach auf der rechten Seite durch und bediente Andonov, der mit einer sanften Berührung den Ball volley zur erneuten Führung ins Netz streichelte.

2:2 mit dem Schlusspfiff

Das Niveau war ansprechend, beide Teams verfügen über gut ausgebildete, technisch starke Spieler und die taktische Organisation funktionierte ausgezeichnet. Doch für die letzten Minuten setzte Luzern U21 alles auf eine Karte und stürmte wild, ja konfus und unkontrolliert an. Dann wurde ein Schuss von Jérôme Bühler doppelt abgelenkt und der Ball kullerte ins Tor. Das wars: Nach dem 2:2 liess der Schiedsrichter nicht einmal mehr anspielen.

«Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden, aber nicht mit dem Resultat», fasste Grenchens Trainer Edvaldo Della Casa zusammen. «Alles, was wir besprochen haben, wurde umgesetzt, nur ist es uns nicht gelungen, den Sack zuzumachen. Chancen dazu hatten wir genug.»

So wurde Maryan Andonov nicht zum Matchwinner. Aber es will etwas heissen, wenn sich auf dem Niveau der 1. Liga ein Trainer entscheidet, eine altmodische Manndeckung zu spielen – ganz besonders wenn es, wie in diesem Fall, der Ausbildner einer U21-Mannschaft ist. Luzerns Trainer Christian Brand setzte Fidan Aliti als Schatten auf Andonov an, und wenn er einmal nicht in der Nähe war, so übernahm ein anderer die Aufgabe, an den Socken des Grenchner Stürmers zu kleben. Trotzdem erzielte er beide Treffer für Grenchen. «Er ist nicht nur ein Goalgetter, er kann auch den Ball gut halten, erobert sich viele zweite Bälle», lobte Della Casa den Doppeltorschützen.