Badminton
Schweizermeisterschaften: Bösiger schlägt von der «Pole» auf

Christian Bösiger ist zurück und peilt als gesetzte Nummer 1 seinen fünften Meistertitel an. Obwohl der Hägendörferer sein sportliches Hoch wohl bereits hinter sich hat, spielt er noch immer auf Schweizer Topniveau.

Michael Schenk
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Christian Bösiger peilt seinen fünften Schweizermeistertitel an.

Christian Bösiger peilt seinen fünften Schweizermeistertitel an.

Keystone/ Archiv

Der inzwischen 30-jährige Christian Bösiger ist an der Schweizer Badminton-Meisterschaft in La Chaux-de-Fonds als Nummer 1 gesetzt. Erstmals seit zwei Jahren bestreitet der Olympionike von 2008 in Peking wieder ein Turnier. 2013 und 2014 musste er wegen Uni-Prüfungen auf eine SM-Teilnahme verzichten.

«Mein Ziel ist schon eine Medaille und, wenns geht, gern die goldene», blickt der Routinier Richtung Uhrenstadt. Wie sehr sein, wie er schmunzelnd bemerkt, «alter Körper» aber so viele Matches in so wenigen Tagen verkraftet, «wird sich herausstellen.»

Einmalige Bilanz

Nach dem finanziell- und strukturell bedingten Rückzug des BC Solothurn aus der NLA am Ende der letzten Saison transferierte Aushängeschild Bösiger zum BC Uzwil. Mit den Ostschweizern führt der IT-Fachmann die NLA derzeit souverän an. Bösiger «himself» ist tragender Teil am Höhenflug der Uzwiler. Die Lockerheit des sportlichen Seins bekommt dem Solothurner offenbar tipptopp.

2007 gewann der damals 23-jährige Christian Bösiger zum ersten Mal den Schweizer Meistertitel im Einzel bei der Elite.
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Zwei Jahre später doppelte der Oltner bereits nach.
Seinen dritten Titel gewann Bösiger im Jahre 2011.
Nach seinem 4. Titelgewinn im Jahre 2012, wurden die Goldmedaillen in den letzten zwei Jahren anderswo verteilt. (Bild 2013)

2007 gewann der damals 23-jährige Christian Bösiger zum ersten Mal den Schweizer Meistertitel im Einzel bei der Elite.

Keystone

Vor zwei Jahren trat der vierfache Einzel-Schweizer-Meister aus der Nati zurück und beendete damit faktisch mehr oder weniger auch seine internationale Laufbahn. Seither stehen Beruf und Privatleben höher im Kurs. Aber: «Obwohl ich weniger spiele, spiele ich noch immer auf gutem Niveau.» So kassierte Bösiger am Sonntag gegen St. Gallen-Appenzell neben Itzok Utrosa die erste Saisonniederlage überhaupt. Einzeln hat er nie verloren, womit seine Saison-Bilanz bei 17:1-Siegen steht.

Der Ehrgeiz lebt

Logisch ergo, dass der Mann, der in einer Bank in Zürich arbeitet, am Weekend im Hochjura zu den Topfavoriten auf die Krone zählt. Selbst wenn Bösiger seine für ihn «noch nie da gewesene Bilanz» dahingehend relativiert, dass er in Uzwil meist als Nummer 2 oder 3 nominiert werde und nicht mehr wie früher als Nummer 1.

Was den Stellenwert der Schweizer Meisterschaften angeht, so Bösiger, «ist der immer ein ganz Besonderer.» Ein Höhepunkt, den er unterdessen gelassener angehen könne als früher, «als alle von mir ein Topresultat erwartet haben. Jetzt wäre es auch kein Drama, wenn es nicht klappen sollte», stellt der Hägendörfer locker vom Hocker fest.

Freilich klingt da noch ein satte Packung Ehrgeiz beim ehemaligen Top-100-Spieler mit. Die Konkurrenz tut also gut daran, sich warm anzuziehen – nicht nur, weil in La Chaux-de-Fonds in den nächsten Tagen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt angesagt sind.