Ein bissiger Wind pfiff um die roten Ohren der beiden Mannschaften. Das Kleinholz in Olten, Heimat des FC Olten, war Austragungsort für das zweite Europameisterschafts-Qualifikationsspiel der Schweiz. Es begann gleich mit einem Knaller. Bereits in der sechsten Minute traf Nicolas Hunziker zum 1:0.

Von diesem Punkt an war das Spiel aber alles andere als eine Schönheit. Bis zur Pause gab es viel Mittelfeldgeplänkel und auch wenn es für die gut gefüllte Tribüne im Kleinholz nicht viel Action zu sehen gab, feuerten die Zuschauer beider Mannschaften ihre Länder an. Vereinzelte Israel-Flaggen und auf der anderen Seite ein kleiner Junge, der enthusiastisch seine Schweizer Fahne schwenkte.

Die Partie kein Augenschmaus. Es war jedoch sehr fair und nur wenige Fouls wurden begangen und falls doch, war der Schiedsrichter zur Stelle und hat seinen Job verrichtet. Der einzige Aufreger aus Schweizer Sicht war ein Ball, der in letzter Sekunde von der Verteidigung der Israeli auf der Linie geklärt wurde. Das passierte in der 30. Minute.

Nach der Pause schien zu Beginn die Luft ein wenig raus zu sein auf beiden Seiten. Lediglich zwei Akteure vermochten sich von der Menge abzuheben: Der Schweizer Stürmer Nicolas Hunziker, der wiederholt zu guten Chancen kam und seine Nemesis der israelische Torhüter, Rahamim Raz. Letzterer hielt seine Mannschaft mehrfach mit Glanzparaden im Spiel. In 90 Prozent der Fälle kam der Schuss von eben diesem Hunziker.

Ausgleich nicht unverdient

Nach einer überraschenden Flanke im Angriff der Israeli in der 49. Minute konnte Shon Zalman Weissman den Ball per Kopf in die weite Ecke befördern und den Spielstand wieder ausgleichen. Dies war keinesfalls unverdient, beide Mannschaften kämpften nach der Pause mehr und Israel fand den Abschluss. Die Fairness der Spieler war klar ersichtlich, jene des Publikums doch eher weniger.

Nach dem Ausgleich der Israeli ertönten gut hörbare Buhrufe von der Tribüne aus, welche nicht gerechtfertigt waren. Die Zuschauer hätten sich bei der Partie eine Scheibe der 22 Spieler auf dem Feld abschneiden können.

Nach dem Israel immer mehr Druck nach vorne aufgebaut hatte, foulte der israelische Captain Dan Leon Glazer den Schweizer Mittelfeldspieler Anto Grgic im Strafraum. Penalty in der 60. Minute. Und der Übeltäter sah Gelb, eine richtige Entscheidung des Schiedsrichters. Das Opfer nahm auch gleich selbst Anlauf und verwandelte so kalt - wie dem Linienrichter zu sein schien - zum 2:1 für die Schweiz. Da konnte selbst der Goalie Israels keine Heldentat mehr wirken.

Nach Spielende sah und hörte man grosse Erleichterung bei den Schweizer U17-Spielern und die Israeli konnten einem fast Leid tun. Da flossen Tränen und lagen bestürzte Spieler auf dem Rasen. Doch so schwarz sieht es nicht aus. Die Schweiz führt die Tabelle an und Israel hat weiterhin die Chance sich noch zu qualifizieren, auch wenn es nicht einfach werden wird.