Unihockey
Schweizer Meister Wiler-Ersigen mit peinlichem Ausrutscher in Winterthur

Nach dem 11:2-Triumph im ersten Spiel verliert Wiler-Ersigen den zweiten Playoff-Viertelfinal gegen Rychenberg Winterthur überraschend mit 4:6. Am Sonntag (19 Uhr) treffen sich die beiden Teams erneut in Winterthur zu Spiel 3.

Michael Schenk
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Ein Tiefschlag für Wiler-Ersigen und Goalie Samuel Zimmermann. Mülchi

Ein Tiefschlag für Wiler-Ersigen und Goalie Samuel Zimmermann. Mülchi

Hans Ulrich Muelchi

«Wir waren nicht bereit und zeigten kein Feuer», beanstandete Rolf Kern, Trainer von Rychenberg Winterthur nach der 2:11-Niederlage seiner Truppe im ersten Playoff-Viertelfinal gegen Wiler-Ersigen. Ergo forderte der Coach der Ostschweizer mehr Leidenschaft für das gestrige Spiel 2. Ob dieser Appell freilich ausreichen würde, um aus der klaren Aussenseiterrolle rauszukommen und die Grossmacht des helvetischen Unihockeys echt zu fordern, schien angesichts des Klassenunterschieds doch mehr als fraglich.

Umso mehr, als dass Wiler derzeit ohne Ausländer agiert. Letzteres empfindet Coach Heikki Luukkonen aber nicht als Nachteil. «Nein, wir spielen jetzt eben als die Schweiz, schliesslich haben fast alle Spieler von uns Nationalmannschafts-Erfahrung», so der Finne in Wilers Diensten.

Es war in der siebten Minuten, als den Gastgebern der erste Treffer überhaupt in dieser Saison auf heimischem Boden gegen Wiler gelang. Die erste Partie im Verlauf der Regular Season hatte mit einem Shutout für Wiler geendet. Eine seltene Begebenheit in dieser mit Torszenen gespickten Sportart. Es war damals Mitte September 2012 der erste Shutout für Wiler seit drei Jahren. Nach dem Führungstreffer kam es noch besser für die Hausherren. In der 11. Minute war es Hautaniemi, der für das 2:0 sorgte.

Die Stilisten und Harmoniker aus dem Bernbiet bekundeten bis zu diesem Moment grosse Probleme mit der «Caramba-Caracho»-Taktik des vom Publikum befeuerten Gegners. Einer auf Kampf, Wucht und wenn nötig auch viel Körpereinsatz ausgerichteten Gangart. Eine Strategie, die mit der Führung im Rücken für jeden Gegner, und sei er formal noch so überlegen, erdrückend wirken kann. Ergo war Wiler nach dem 0:2 bestrebt, Tempo aus der Partie zu nehmen und so bei Rychenberg auf die Euphorie-Bremse zu treten. Abgesehen davon schufen sich die Gäste auf diese Weise Raum, um das eigene Spiel zu entwickeln. Ein Unterfangen, das nur teilweise gelang. «Wir haben viel richtig gemacht, vor allem in der Defensive. Aber eben nicht ganz alles und Rychenberg war gut genug, dies auszunutzen», hielt Luukkonen fest.

Das Spiel blieb eng, weil Rychenberg hart dafür kämpfte. Definitiv härter als sein Gegner. Schwerzmann brachte so die Einheimischen in der 46. Minuten zum dritten Mal in Führung – diesmal 4:3. Und als der gleiche Spieler wenig später gar auf 5:3 erhöhte, war der Mist geführt. «Jedes Tor von Rychenberg war ein Geschenk von uns», so Luukkonen. Das müsse sich heute ändern. «Finalement» hat Winterthur mit dem 6:4-Sieg beste Werbung in eigener Sache für das heutige Spiel gemacht. Für den Meister dagegen, der zweifellos Favorit in dieser Serie bleibt, war es die «obligate» Viertelfinal-Niederlage. Seit Einführung der Viertelfinals hat Wiler noch keine Serie zu Null gewonnen.