Schweizer Cup
Ziele erreicht: Der FC Iliria kassiert gegen YB weniger als zehn Gegentore und schiesst einen Ehrentreffer zum 1:7

Der Cupmatch im Stadion in Solothurn war ein Fussballfest mit rund 4000 Zuschauern. Obschon der FC Iliria in der ersten Halbzeit gegen gnadenlose Berner ein halbes Dutzend Tore kassierte, konnten die Spieler am Ende mit erhobenem Haupt vom Platz gehen. Insbesondere Nazim Elezi, der nach dem Ehrentreffer den Tränen nahe war.

Raphael Wermelinger
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Jubel auf der Iliria-Bank nach dem Ehrentor in der 79. Minute zum 1:7.

Jubel auf der Iliria-Bank nach dem Ehrentor in der 79. Minute zum 1:7.

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Grenzenloser Jubel beim FC Iliria in der 79. Minute: Nach einem Vorstoss über die linke Angriffsseite mit einem schönen Doppelpass von Oliver Andrijasevic und Dasnim Sulejmani glückt Nazim Elezi der Ehrentreffer für die Solothurner. Mit einem abgelenkten Schuss überwindet er YB-Goalie David von Ballmoos zum 1:7-Schlussresultat.

«Ich habe auf diesen einen Moment gewartet: Wenn der Ball kommt, einfach schiessen», war Elezis Plan, wie er gegenüber dem Schweizer Fernsehen sagte. «Der Moment kam und als der Ball im Netz landete, war es ein wunderschönes Gefühl. Mir wären fast die Tränen gekommen.» Mit diesem Treffer gegen den Manchester-United-Bezwinger sei ein Traum in Erfüllung gegangen. «Für einen Hobbyfussballer gibt es nichts Schöneres», versuchte Elezi seine Gefühle nach dem Schlusspfiff einzuordnen.

Nazim Elezi (l.) und Edonis Asani feiern das Tor zum 1:7.

Nazim Elezi (l.) und Edonis Asani feiern das Tor zum 1:7.

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Damit erreichte der FC Iliria auch das zweite Ziel, das er sich gegen die übermächtigen Young Boys im Vorfeld gesetzt hatte: mindestens einen Treffer zu erzielen. Das andere lautete, nicht zweistellig unterzugehen. Doch genau dies drohte dem amtierenden Solothurner Cupsieger nach der ersten Halbzeit. Iliria überstand zwar die ersten paar Minuten schadlos. Doch mit einem wunderschönen Freistosstor eröffnete Miralem Sulejmani das Skore für den Favoriten nach einer knappen Viertelstunde.

Gegen den zweiten Gegentreffer der Gäste, wiederum nach einer Standardsituation erzielt, konnte sich Iliria etwas mehr als zehn Minuten aufbäumen. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Quentin Maceiras per Kopf (33.), Fabian Rieder mit einem satten Weitschuss (35.), Wilfried Kanga mit einem gefühlvollen Heber (43.) und schliesslich Nicolas Bürgy nach einem Doppelpass (44.) machten das halbe Dutzend bis zur Pause voll für die Young Boys.

Wilfried Kanga schenkte den Solothurner drei Tore ein.

Wilfried Kanga schenkte den Solothurner drei Tore ein.

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Die zeigten auf dem schwierigen Geläuf von Beginn weg einen konzentrierten und überzeugenden Auftritt und liessen nichts anbrennen gegen den Underdog aus der 2. Liga. «Wir haben es sehr gut gemacht und dem Gegner in der ersten Halbzeit keine Luft gelassen», sagte YBs Fabian Rieder, der sechs Jahre beim FC Solothurn gespielt hat. «Wir waren hungrig, mussten in der zweiten Halbzeit aber etwas beissen, da der Platz nicht super war.»

Die Berner schalteten nach dem Seitenwechsel einige Gänge runter. Iliria-Torhüter Nicola Trittibach, der vor allem in den ersten 45 Minute ein paar schöne Paraden zeigen konnte, musste nur noch einmal hinter sich greifen; bei Kangas drittem Tor zum 0:7 in der 66. Minute. Und dann schlug die Stunde von Nazim Elezi, der dafür sorgte, dass der FC Iliria nach 2016 gegen Schaffhausen (1:4) und 2019 gegen Lausanne (1:6) auch beim dritten Einsatz im Schweizer Cup jubelte.

Der Serienmeister YB kannte keine Gnade mit dem FC Iliria.

Der Serienmeister YB kannte keine Gnade mit dem FC Iliria.

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Die YB-Fans hatten allen Grund zu jubeln.

Die YB-Fans hatten allen Grund zu jubeln.

Markus Müllert
Quentin Maceiras (YB) gegen Alban Jahiu (Iliria).

Quentin Maceiras (YB) gegen Alban Jahiu (Iliria).

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