Schweizer Cup
Solothurns Mittelfeldspieler Robin Huser nach dem 0:10: «Es war eine Lehrstunde für uns»

Die Reaktionen der Solothurner auf die Kanterniederlage im Schweizer Cup gegen den FC Solothurn. «Wir freuten uns auf ein Zückerli, jetzt ist etwas Salziges daraus geworden», bilanziert Co-Präsident Marc Kalousek. 600 FCZ-Fans ohne Tickets bereiteten ihm Sorgen.

Pius Rüegger
Drucken
Teilen
Rund 600 FCZ-Fans ohne Tickets schauten sich den Cupmatch als Zaungäste an.

Rund 600 FCZ-Fans ohne Tickets schauten sich den Cupmatch als Zaungäste an.

Michel Lüthi

Die Vorfreude beim FC Solothurn auf das Cup-Highlight gegen den FC Zürich aus der Super League war gross. Dass bereits nach vier Spielminuten mit einem 0:2-Rückstand sämtliche Hoffnungen entschwunden sein würden, damit hat niemand gerechnet im Team.

«Schade, dass wir auf einen stehenden Ball so früh das erste Tor erhielten und das zweite sofort danach kam», bedauerte der SL-erfahrene Routinier Marco Mathys in den Reihen des FCS. Der 34-jährige Spielgestalter musste erkennen, dass seine Mannschaft die Zweikämpfe nicht annehmen konnte, um zu verhindern, dass die technisch starken Zürcher durch die Linien gehen können, um in die gefährlichen Zonen zu kommen.

«Wir waren immer einen Schritt zu spät und so wurde es für uns schwierig», sagte der Derendinger. «Im Ballbesitz waren wir zu wenig genau, konnten nichts Zwingendes erreichen; am Ende war unser ganzes Spiel nicht gut», musste er eingestehen.

Solothurns Robin Huser gegen Rodrigo Pollero vom FCZ.

Solothurns Robin Huser gegen Rodrigo Pollero vom FCZ.

Anthony Anex/KEYSTONE

«Wir waren etwas überrascht und nicht bereit, so war es schwierig in den Match zu kommen», gestand mit Robin Huser ein weiterer FCS-Akteur mit Einsätzen in der Super League. Zusammen mit Jano Loosli als Doppelsechser agierend, musste er feststellen, dass die individuell starken Techniker des FCZ ein sehr hohes Tempo an den Tag legten und damit aufzeigten, wo die Solothurner stehen.

Entscheidend sei auch gewesen, dass die Zürcher nicht nachgaben, fitter waren und mehr Kraftreserven aufwiesen. «Es war für uns eine gute Lehrstunde. Nach unserer guten Vorbereitung sollten wir uns dadurch nicht beeindrucken lassen, sondern das Spiel schnell abhaken und für nächsten Samstag in Buochs bereit sein», merkte der 23-jährige Recherswiler an.

Für FCS-Co-Präsident Marc Kalousek war es ein friedliches Fest ohne Randale. Trotzdem gab es Überraschungen. «Wir haben mit der Stadtpolizei alles gut vorbereitet und ein Konzept erstellt mit einem Zürcher Fan-Sektor im Norden und dem Eingang für die Solothurner im Süden», schildert er.

Es ist anders gekommen. Mit der SBB organisierten die Zürcher Fans am Donnerstag einen Extra-Zug nach Solothurn-Allmend. Angereist sind 600 Personen, die meisten ohne Tickets. Für diese wurde eine Zone östlich des Stadions eingerichtet. Da sie jedoch wie vom Norden keinen Einblick ins Stadion hatten, wichen sie in den Süden an die Brühlstrasse aus. Sie standen auf die Mauer und hielten sich an den Drahtzäunen fest, um das Spiel lautstark mit ihren Fan-Gesängen verfolgen zu können.

Gewohntes Bild: Die Zürcher feiern einen Treffer, enttäuschte Solothurner auf der anderen Seite.

Gewohntes Bild: Die Zürcher feiern einen Treffer, enttäuschte Solothurner auf der anderen Seite.

Urs Lindt/Freshfocus

«Teilweise haben sie sich mit Anwohnern abgesprochen und uns sogar nach Abfallsäcken gefragt», erzählte der Co-Präsident. «Da sich dies ausserhalb des Stadions abwickelte, konnten wir als Verein nicht viel machen, die Sicherheit stand für uns an oberster Stelle», ergänzte er. «Die Fans kamen jedoch in friedlicher Absicht und so kam es trotz ungewollter Durchmischung zu keinen Zwischenfällen», gab sich Kalousek nach der pünktlichen Rückfahrt des Extrazuges 18.15 Uhr ab Solothurn-Allmend froh.

«Für uns kam das alles etwas unerwartet und im Namen des FC Solothurn bitten wir die Anwohner um Entschuldigung und Verständnis für die Unannehmlichkeiten», ist Kalousek eine gute Nachbarschaft wichtig. Allerdings musste er zugestehen, dass sowohl der FCS wie die Stadtpolizei von diesem grossen Aufmarsch überrumpelt wurden.

«Damit diese Fans nicht hereinkommen, haben wir kurzfristig draussen einen Bierstand aufgestellt und die Stimmung blieb gut», hielt Kalousek fest. Diese 600 sind in der offiziellen Zuschauerzahl von 1050 nicht inbegriffen, da sie sich ausserhalb auf öffentlichem Grund aufhielten. Den übrig gebliebenen Unrat räumten anschliessend Mitarbeitende des Werkhofs und Anwohnende gemeinsam weg.

Die Corona-Massnahmen im Stadion wurden akzeptiert. «Es ist für einen Amateurverein allerdings schwierig, alles vorschriftskonform auf die Beine zu stellen», räumt Kalousek ein. Zum Spielausgang sagte er: «Wir freuten uns auf ein Zückerli, jetzt ist etwas Salziges daraus geworden.»

Die beiden Captains Antonio Marchesano (l.) und Loic Chatton warten darauf, ihre Mannschaften aufs Feld zu führen.

Die beiden Captains Antonio Marchesano (l.) und Loic Chatton warten darauf, ihre Mannschaften aufs Feld zu führen.

Anthony Anex/KEYSTONE

Aktuelle Nachrichten