Eishockey
Schützenfest-Stimmung: Entfesseltes Olten nimmt Sierre auseinander

Was für eine Packung für die Walliser: Der NLB-Leader vernichtet den bemitleidenswerten HC Sierre mit 13:0 – bereits nach zwei Dritteln lag Olten mit 12:0 in Führung.

Adriana Gubler
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Oltner Jubel beim 10:0: Martin Wüthrich (Nr. 9) macht das «Stängeli» für seine Farben voll. HR AESCHBACH

Oltner Jubel beim 10:0: Martin Wüthrich (Nr. 9) macht das «Stängeli» für seine Farben voll. HR AESCHBACH

Lange mussten die Kiebitze gestern Abend im kalten Eisstadion ausharren. Der Gast aus dem Wallis fuhr wegen der schwierigen Strassenverhältnisse erst nach 20 Uhr – um diese Zeit hätte die NLB-Partie zwischen dem EHC Olten und dem HC Sierre eigentlich beginnen sollen – in Olten ein. Mit einstündiger Verspätung ging die Partie schliesslich doch noch los.

Die Geduld der hart gesottenen und lobenswert fairen EHCO-Fans – sie feuerten auch den HCS an – wurde schliesslich mit einem Oltner Schützenfest (13:0) belohnt. Die Siderser konnten einem gestern Abend wahrlich leidtun. Nicht genug, dass der Traditionsklub aus finanziellen Gründen um seine Existenz in der National League B bangen muss und für die Fahrt nach Olten im Schneetreiben sechs Stunden brauchte. Hinzu kam auch noch, dass der Tabellenletzte HC Sierre, weil die Verletzungshexe beim ihm in der letzten Zeit so richtig zugeschlagen hatte, mit gerade mal 14 Feldspielern gegen den Leader antreten musste. So zeigte sich auf dem Kleinholz-Eis von Beginn weg ein Klassenunterschied, den die Oltner sofort in Tore umzumünzen wussten.

So dürfte es nach einer Minute und 36 Sekunden den Oltner Anhängern ein erstes Mal so richtig warm ums Herz geworden sein, dann nämlich zappelte die Scheibe im Netz des Siderser Torhüters Christophe Bays. Es war ein Schaulaufen Colton Fretters, das diesem 1:0 voraus ging. Der EHCO-Ausländer umkurvte einen, zwei und sogar noch einen dritten Siderser Spieler, ehe er den Goalie bezwang. Nach einer mehr oder weniger problemlos überstandenen Zweiminutenstrafe erhöhte der EHC Olten bis zur 12. Minute auf 5:0. Der bemitleidenswerte Torhüter Bays wurde in der Folge durch Silas Matthys ersetzt, der vorerst dicht halten konnte. In der 19. Minute musste aber auch er ein erstes Mal die Scheibe aus seinem Tor schaufeln. Oltens Verteidiger Remo Meister drosch die Scheibe von der blauen Linie aus in die Maschen zum 6:0.

Im zweiten Drittel sah das Szenario nicht anders aus. Olten dominierte die Partie nach Belieben, sodass auch der zweite Torhüter der Siderser keinen beneidenswerten Job hatte.

Denn auch im zweiten Abschnitt erzielte der spielerisch und physisch klar überlegene EHCO sechs Tore (12:0). Das Stängeli erzielte übrigens in der 36. Minute Martin Wüthrich auf einen mustergültigen Pass von Marco Vogt. Die Siderser ihrerseits kamen eigentlich nur in ihren seltenen Überzahlspielen zu gefährlichen Torszenen – oder aber in der 55. Minute in Unterzahl durch Dereck Cormier. EHCO-Goalie Thomas Kropf aber hielt seinen Kasten dicht.

Und das blieb auch im Schlussabschnitt so. Der Oltner Schlussmann hatte auch im letzten Drittel nur wenig zu tun – aber wenn, dann war er zur Stelle und verdiente sich so seinen Shutout. Die Oltner Tormaschinerie dagegen geriet im letzten Drittel etwas ins Stocken, in der 51. Minute aber erzielte Wüthrich dann doch seinen persönlich zweiten Treffer des Abends – EHCO-Eigengewächs Michael Studer steuerte zu diesem 13. EHCO-Treffer seinen ersten NLB-Assist bei. Bei diesem 13:0-Verdikt blieb es dann auch bis zum für den HCS erlösenden Schlusspfiff. Den Wallisern mochte man nach dieser krassen Pleite nur noch wünschen, dass sie für die Heimfahrt nicht nochmals sechs Stunden brauchen.

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