Schrittwieser schloss einen der seltenen Angriffe – Osmani von links zu Hunziker halblinks, geschickt zurückgelegt zum halbzentral in die linke Spielfeldhälfte gewechselten und frei stehenden rechten Aussenläufer ­– mit sattem Flachschuss ab. Der nächste Gegner Delsberg kann die Stadion-Elf nicht mehr vom zweiten Platz verdrängen.

Somit haben die Solothurner bereits in der drittletzten Runde ihr erstes Saisonziel erreicht. „Ich bin froh und freue mich für die Mannschaft und die ganze Solothurner Familie, dass wir Traum und Ziel vor den beiden letzten Spielen gegen Delsberg und Biel erreicht haben, jetzt können wir planen und uns frei vorbereiten“, so Skrzypczak weiter. Dieser Sieg fiel den Ambassadoren nicht leicht zu. Es brauchte Ausdauer und Nerven.

Einerseits lag es an den Basler Old Boys mit dem gebürtigen Bellacher Marco Walker, der im Verlauf der Rückrunde den ehemaligen FCS-Trainer Aziz Sayilir an der Seitenlinie ablöste, anderseits am störenden Einfluss eines starken Windes – in der ersten Halbzeit gegen und danach mit den Rotweissen –, der über die ganze Spielzeit über die Schützenmatte fegte. Für die Gastgeber war es die letzte Chance, mathematisch den vorzeitigen Abstieg herauszuzögern.

Beide wollten gewinnen

Diese Chance wollten sie sich mit einer beherzten offensiven Grundeinstellung bewahren. „Wir wollten und der Gegner wollte ebenfalls gewinnen, deshalb gab es gegen Spielschluss mehr Chancen“, stellt der 51-Jährige fest. Eröffnet wurde die intensivierte Schlussphase in der 66. Minute. Chatton wurde durch Ozan gefällt. Den selbst getretenen Elfmeter sah der Solothurner Topskorer jedoch von OB-Hüter Fidan wegboxend abgewehrt.

Wieder Fidan wehrte einen Versuch Chattons, diesmal mit den Fingern, in Corner ab (75.). Zur Stelle, diesen Osmani-Pass zu übernehmen, war auch Schrittwieser. Im Gegenzug traf Rietmann zum Glück der Besucher nur den rechten Pfosten (76.). Die Aarestädter brachten in mehreren Anläufen den Ball nicht weg und dieser kam wieder in Basler Besitz. In den letzten zehn Minuten intensivierte die Skrzypczak-Truppe ihre Angriffsbemühungen.

«Wir gingen in den letzten Minuten mehr Risiken ein und öffneten uns, weil wir gewinnen wollten; am Schluss haben wir es in der Offensive ein Stück besser gemacht», sagt Skrzypczak. Dazu zählen auch seine Auswechslungen. «Arifi durch Osmani und Hasanovic durch Waylon Grosjean habe ich aus taktischen Gründen und nicht wegen ihren Leistungen ausgewechselt, Riesen und Chatton, weil ich mit Veronica und Asani neue Impulse setzen wollte, weil wir die drei Punkte unbedingt wollten», begründet der Gästetrainer.

Kombinationsspiel erschwert

Diese Partie wurde zu einer schwierigen, harzigen und mühevollen Angelegenheit. Die Einheimischen versuchten sich mit einem einfachen, gradlinigen Aufbau durchzusetzen. Sie konnten mit diesen Mitteln ein Gegengewicht zum Favoriten schaffen. Allerdings gelang es auch diesem nicht, zu Vorteilen zu kommen. «Sie haben es clever gemacht und auf Pressing gesetzt», anerkennt Skrzypczak. Ihrem Vorwärtsdrang lebten die Old Boys über das ganze Spiel nach. Ihre Aufsässigkeit machte es den Gästen schwer, sich ein Übergewicht zu schaffen, weil kaum Möglichkeiten entstanden, Anspielstationen bereits im Mittelfeld zu finden. Gelungenes Kombinationsspiel war kaum aufzuziehen.