Wettkampf
Schottische Tradition mitten in der Schweiz: Die Highlandgames-EM kommt nach Hägendorf

OK-Chef Simeon Brügger will 5000 bis 8000 Zuschauer an die Highlandgames-EM locken. Beim dreitägigen Event werden nicht nur Steine gestossen und Baumstämme geworfen – Musik, Festwirtschaft und ein grosser Mittelaltermarkt sorgen für Abwechslung.

Raphael Wermelinger
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Auf der Rinderweid in Hägendorf, wo Simeon Brüggers Clan «Black Sheep Highlanders» trainiert, soll im Juli ein dreitägiges Mittelalter-Volksfest stattfinden.

Auf der Rinderweid in Hägendorf, wo Simeon Brüggers Clan «Black Sheep Highlanders» trainiert, soll im Juli ein dreitägiges Mittelalter-Volksfest stattfinden.

Remo Fröhlicher

2016 wurde er Achter an der EM in Deutschland und Zwölfter an der WM in den USA. Jetzt hat Simeon Brügger die Highlandgames-EM erstmals in die Schweiz geholt. Diese wird vom 21. bis 23. Juli auf der Rinderweid in der Nähe des Schützenhauses in Hägendorf stattfinden.

Für die Organisation ist der Clan «Black Sheep Highlanders» zuständig, den Brügger vor knapp zwei Jahren gegründet hat. «Wir wollen diesen tollen Sport in der Schweiz bekannter machen», so die Beweggründe von Brügger, der als OK-Chef amtet.

EM auf dem Trainingsgelände

Im Dezember wurde der Traum des 36-Jährigen konkreter: Francis Berbner, der Präsident der International Highlandgames Federation, übertrug den schwarzen Schafen die Organisation der Leichtgewicht-EM (Maximalgewicht 90,7 kg). «Wir haben Erfahrung, weil wir in Kestenholz schon kleinere Highlandgames-Events durchführten. Zuletzt im vergangenen Jahr. Das war sicher unser Vorteil», weiss Brügger.

Geplant war, die EM ebenfalls auf dem St. Peter in Kestenholz durchzuführen. Doch mit dem «St. Peter at Sunset»-Festival oder dem Prometall-Cup sei dort im Sommer schon zu viel los.

Eine andere Lösung musste her. «Da sind wir vom OK erstmals ins Schwimmen gekommen», verrät Brügger. Diverse Optionen wurden geprüft, so etwa die Mühlematt in Egerkingen. «Viele Möglichkeiten blieben uns nicht», stellt Brügger klar. Am Ende entschied sich das OK für die naheliegende Variante: Die EM wird auf dem Trainingsgelände der «Black Sheep Highlanders» über die Bühne gehen.

Ein vielfältiges Programm

«Für die Wettkämpfe selbst brauchts eine Arena mit einer Länge von 80 Metern und 50 Meter Breite», erklärt Brügger. Doch die EM mit Steinstossen, Hammerwerfen, Baumstammwerfen sowie Gewichtweit- und Gewichthochwurf als zentrale Disziplinen soll nur eine von vielen Attraktionen des dreitägigen Anlasses werden. Denn das Ziel des achtköpfigen Organisationskomitees lautet, mit einem vielfältigen Programm ein möglichst breites Publikum anzusprechen.

«Es wird einen der grössten und spektakulärsten Mittelaltermärkte geben», verspricht der Niederbuchsiter. Zudem sollen Bands, Ritterspiele, Helikopterflüge und ein Festzelt die Zuschauer anlocken. «Auch eine kleine Gewerbeausstellung für die wichtigsten Sponsoren ist geplant», ergänzt Brügger. «Wenn wir etwas organisieren, dann muss es etwas Grosses sein», erklärt er.

Schliesslich sei dieser Anlass die einzige Einnahmequelle für den Verein. «Wir wollen mit der EM eine Duftmarke setzen und sie als Sprungbrett für weitere, hoffentlich noch grössere Veranstaltungen in der Zukunft nutzen.»

Ein finanzielles Risiko

Das Budget für das dreitägige Event beträgt knapp 150'000 Franken. Brügger spricht von einem finanziellen Risiko für den Verein. «Dieses gehen wir aber gerne ein und wir konnten bereits viele Sponsoren finden», hält er fest. Nach seinen Berechnungen sollte bei 3000 Zuschauern, verteilt auf drei Tage, in der Abrechnung eine Null herauskommen. «Wir hoffen aber auf 5000 bis 8000 Zuschauer», so Brügger, «es ist alles eine Frage des Marketings. Wir machen sehr viel Werbung.»

Los gehts in exakt 118 Tagen. Klingt nach viel Zeit – nicht für Simeon Brügger: «Es macht zack und die Zeit ist rum. Und es gibt noch so viel zu tun. Flyer verteilen, Gespräche mit Sponsoren und Medien führen, den Vorverkauf organisieren und so weiter.» 15 Franken wird ein Einzeleintritt kosten, den 3-Tage-Pass gibts für 39 Franken. «Wir überlegten, ob wir keinen Eintritt verlangen sollten, doch nachdem klar war, dass wir Bands auftreten lassen, war dies nicht mehr möglich», verrät Brügger.

Er investiert wöchentlich 15 bis 20 Stunden in die Vorbereitungen. «Das mache ich gerne, weil ich noch mehr Leute für diesen Sport begeistern will. Und ich habe ja sehr gute Helfer», sagt er. Gesucht werden aber noch Helfer für die Festwirtschaft. «Wir brauchen rund 130 für die drei Tage. Wer etwas für diesen Sport tun will, kann sich gerne melden.»