Volleyball
Schönenwerds Frauen steigen in die 1. Liga ab

Schönenwerds Frauen verlieren sang- und klanglos gegen Steinhausen und steigen in die 1. Liga ab. «Einige waren einfach dabei, zeigten aber kein Feuer», sagt Trainerin Jasmina Marjanovic.

Hans Peter Schläfli
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Zu weit vom Netz für einen Smash: Schönenwerds Athina Kotsis.
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Mit dem Rücken zum Netz: Schönenwerds Jessica Dall'Osto.
Schönenwerd gegen Steinhausen
Trainerin Jasmina Marjanovic wurde von den den Schönenwerderinnen nicht mehr gehört.
Simone Raaflaub setzte so weit weg vom Netz zum Smash an, dass die Gegnerinnen nicht einmal einen Block hinstellten.

Zu weit vom Netz für einen Smash: Schönenwerds Athina Kotsis.

Nach nur gerade 49 Minuten war der Spuk in der Däniker Erlismatthalle vorbei. Bei einer 3:2-Führung im dritten Abschnitt waren dabei die Schönenwerderinnen einem Satzgewinn so nahe gestanden wie sonst nie in der Partie gegen Steinhausen. Was sarkastisch klingt, widerspiegelt die Realität, denn es war die einzige Führung, die «Schöni» in einem Satz überhaupt herauszuholen vermochte.

Positiv stach bei den Solothurnerinnen Sabrina Pfirter heraus. Ihr Stellungsspiel war makellos, ihre Zuspiele präzise und ihr Einsatz vorbildlich. Bezeichnenderweise für das NLB-Team half Pfirtner eigentlich nur aus, sie ist nämlich die Spielmacherin des Zweitligateams...

Nicht alle NLB-tauglich

Diejenigen, die man als Leistungsträgerinnen erwartet hatte, traten flau, lustlos und müde auf. Die Spielerinnen, die mit Herz bei der Sache waren, wirkten überfordert. Man muss es so deutlich sagen: Längst nicht alle Schönenwerderinnen bringen das Rüstzeug für die NLB mit.

Bälle wurden «ins Aus gehofft», die noch mehr als einen Meter innerhalb des Feldes landeten. Spektakuläres Baggern? Fehlanzeige, das könnte ja wehtun. Das Team liess das Debakel mit stoischer Ruhe über sich ergehen und zeigte nicht einmal Emotionen, als am Ende der Abstieg in die 1. Liga feststand. Das war schon enttäuschend wenig Enttäuschung am Ende einer missratenen Saison.

Schon vorher aufgegeben

Dabei war es das Spiel der letzten Chance für Schönenwerd. Mit einem Sieg gegen Steinhausen wäre der Ligaerhalt noch möglich gewesen. «Man konnte sehen, dass sich die meisten Spielerinnen bereits aufgegeben hatten», kommentierte Trainerin Jasmina Marjanovic den Auftritt ihres Teams. Dieser sei bezeichnend für die Saison gewesen. «Nur zu sagen, ich spiele NLB, das ist nicht genug. Danach muss auch der Einsatz und die Leistungsbereitschaft gezeigt werden. Einige waren einfach auch dabei, zeigten aber kein Feuer. Sie hätten gerade so gut ein wenig in der Badi Volleyball spielen können.»

Charakter gesucht

Harte Worte der Trainerin, die sich seit vielen Jahren für den TV Schönenwerd einsetzt. Wie es weitergehen soll, könne sie noch nicht sagen. «Ich hoffe, dass es einen Neuaufbau in der 1. Liga geben wird mit Spielerinnen, die nicht nur Talent, sondern auch Kampfgeist und Begeisterung mitbringen. Gesucht sind Charakter und Teamgeist», sagte Jasmina Marjanovoic. «Ich werde sicher wieder beim TV Schönenwerd eine Aufgabe übernehmen, aber welche das sein wird, ist noch völlig offen.»

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