Volleyball
Schönenwerd verlängert den Vertrag mit Trainer Nik Buser nicht

Die Niederämter verpassten heuer in der NLA ihr Saisonziel. Dies wurde Trainer Nik Buser zum Verhängnis. Er habe nicht das Maximum herausgeholt, begründet die Klubleitung, die in drei bis vier Wochen einen neuen Coach präsentieren will.

Raphael Wermelinger
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Der 30-jährige Nik Buser war drei Jahre bei Volley Schönenwerd engagiert, davon eine Saison als Headcoach des NLA-Teams.

Der 30-jährige Nik Buser war drei Jahre bei Volley Schönenwerd engagiert, davon eine Saison als Headcoach des NLA-Teams.

Hansruedi Aeschbacher

«Hat aufgehört, bei Volley Schönenwerd zu arbeiten», lautete der neuste Eintrag auf Nik Busers Facebook-Profil. Darunter richtet der Trainer ein paar Abschiedsworte an den Klub und dessen Fans. Mit dem Titel: «Time to say goodbye.» Er habe mit der Mannschaft zwar eine holprige Saison erlebt, die Zeit bei Volley Schönenwerd aber trotzdem sehr genossen. Weil er viel lernen und wichtige Erfahrungen sammeln konnte, schreibt er auf Facebook weiter. «Ich danke Volley Schönenwerd und all den wundervollen Leuten dieses Vereins, der mir die Möglichkeit gegeben hat, sein Coach zu sein für ein Jahr», so Buser und fährt fort: «Die Lektionen, die ich gelernt habe, werden mir bei meinen nächsten Trainer-Abenteuern helfen. Ab ins Ungewisse!»

Insgesamt drei Jahre war Nik Buser bei Volley Schönenwerd beschäftigt. Zuerst als Statistiker für die NLA-Equipe und gleichzeitig Trainer des Erstliga-Teams. Nach einem Jahr Unterbruch kehrte er als Assistent von Bujar Dervisaj an die Seitenlinie des Niederämter Fanionteams zurück. Nach Dervisajs Rücktritt am Ende der letzten Saison bot ihm Schönenwerd die Chance, erstmals als Cheftrainer die volle Verantwortung für die NLA-Mannschaft zu übernehmen.

Der kapitale Fehlstart

Schönenwerd verpasste heuer das Saisonziel, eine Klassierung in den Top 3 der NLA, mit dem fünften Schlussrang. Die Folge: Die Vereinsleitung verlängerte den Vertrag mit Trainer Nik Buser nicht. «Wir haben uns sehr schwergetan mit diesem Entscheid», stellt Teammanager Daniel Bühlmann klar. «Doch wir haben uns von dieser Saison deutlich mehr erhofft. Klar verfügen andere NLA-Klubs über mehr Möglichkeiten als wir, aber ich bin überzeugt, dass wir dieses Jahr nicht das Maximum herausgeholt haben.»

Zum Verhängnis wurde Buser in erster Linie der schwache Saisonstart. Nicht nur die Resultate, sondern vor allem auch die Auftritte des Teams seien zu Beginn sehr schwach gewesen, kritisiert Bühlmann: «Den Zuschauern ist es egal, dass diverse Faktoren bei Niederlagen mitwirken, sie wollen Resultate sehen. Die Fans kommen nicht wegen unseres langfristigen Konzepts, sondern weil sie das Endprodukt sehen wollen. Und zwar ein erfolgreiches.»

Die anfängliche Baisse, die in der deutlichen 0:3-Pleite im Cup-Achtelfinal gegen Luzern gipfelte, habe Nik Busers Akzeptanz sicher geschadet, sagt Bühlmann: «Das war später schwierig zu reparieren. Obwohl Nik eigentlich einen guten Job gemacht hat. Seine Kompetenz habe ich nie infrage gestellt.»

Bühlmann mutmasst, dass Nik Buser in seiner ersten Saison als NLA-Coach wohl am Anfang sogar zu viel wollte: «Wir sind kein Profi-Team, sondern haben ein Gemisch von Halb-Profis und Amateuren. Nik hatte Mühe, sich an diesen Gegebenheiten anzupassen. Ich bin aber überzeugt, dass er seinen Weg gehen wird.»

Führt der Weg ins Ausland?

Wohin ihn sein Weg führt, weiss der Baselbieter selbst noch nicht. Er stehe zwar mit diversen Vereinen im In- und Ausland in Kontakt, konkret sei aber noch nichts: «Logisch wäre jetzt eigentlich der Schritt ins Ausland», so Buser, «ich muss schauen, welche Möglichkeiten sich anbieten.» Er hätte zwar gerne bei den Niederämtern weitergearbeitet, die Enttäuschung nach der Nicht-Verlängerung seines Vertrags halte sich aber in Grenzen: «Für mich bricht keine Welt zusammen. Ich will dies als Schritt nach vorne nutzen.» Im Sport-Business sei es normal, dass es zu Wechseln komme, wenn Ziele nicht erreicht wurden. «Dass wir die Top 3 der NLA verpassten, hatte natürlich diverse Gründe. Am Schluss liegt der Entscheid immer beim Verein.»

Für Schönenwerd auf der anderen Seite, insbesondere Teammanager Daniel Bühlmann, beginnt nun die Suche nach einem neuen Trainer. Der Job bei den Niederämtern ist beliebt: Bereits in kürzester Zeit seien etliche Bewerbungsschreiben eingetroffen, sagt Bühlmann, der sich aber Zeit lassen will. «Schliesslich kaufen wir keinen Töff, den man zuvor noch probefahren kann. Wir haben ein klares Anforderungsprofil und werden mehrere Gespräche nutzen, um den Coach zu finden, der am besten in unser Gefüge passt.»

In drei bis vier Wochen soll der neue Cheftrainer präsentiert werden. Namen wollte Bühlmann keine nennen, liess sich aber entlocken: «Tendenziell werden wir eher auf einen erfahrenen Coach setzten.»

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