Volleyball
Schönenwerd ringt Näfels nieder

Der TV Schönenwerd siegt im fünften Spiel der NLA-Finalrunde gegen Näfels mit 3:2. Die beiden Teams lieferten sich einen erbitterten Fight.

Raphael Wermelinger
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Die Schönenwerder Reto Giger, Christoph Hänggi und Jan Schnider (v.l.n.r) blocken sich zu einem Punkt gegen Näfels.

Die Schönenwerder Reto Giger, Christoph Hänggi und Jan Schnider (v.l.n.r) blocken sich zu einem Punkt gegen Näfels.

Hansruedi Aeschbacher

Hatten die Schönenwerder in der Qualifikation gegen die Glarner noch zweimal klar mit 0:3 verloren, waren sie gestern mit dem aktuellen Tabellendritten jederzeit auf Augenhöhe. Von einem Angstgegner konnte vor allem in den ersten beiden Sätzen überhaupt nicht die Rede sein.

Angeführt vom Australier Jordan Richards, der im ersten Durchgang zehn Punkte markierte, entschieden die Schönenwerder den Startsatz mit 28:26 für sich. Dies, nachdem sie bei 24:25 einen Satzball abwehren mussten. Dann sicherte Reto Giger den Gastgebern mit einem herrlichen Service-Winner einen Satzball, den Leandro Gerber mit seinem fünften persönlichen Punkt zum 1:0 verwertete.

Kein Team kann sich absetzen

Auch im zweiten Satz konnte sich bis zur entscheidenden Phase keines der beiden Teams absetzen. Beim Stand von 22:21 machte TVS-Trainer Bujar Dervisaj einen taktischen Schachzug, der sich auszahlte. Er brachte Linkshänder Luca Müller, der nur aufgrund von Florian Liers Erkrankung zum Einsatz kam, an den Service.

Und dieser brachte die Halle mit einem Service-Winner zum Kochen. Doch dem nicht genug, schlug Müller nach einem Doppelblock von Christoph Hänggi und Leandro Gerber zum 24:21 gleich noch einen Winner und sicherte den Gastgebern damit den zweiten Satz (25:21).

Weil es im zweiten so gut geklappt hatte, versuchte es Trainer Dervisaj im dritten Satz mit dem gleichen Mittel: Wieder schlug Müller einen Aufschlag-Winner und glich damit für die Schönenwerder spät zum 22:22 aus. Doch diesmal behielt Näfels die Nerven und holte sich den Satz doch noch mit 25:23.

Es war nicht das erste Mal in diesen Playoffs, dass der TVS den Sack nach einer 2:0-Führung nicht zumachen konnte. «Das ist das Phänomen des dritten Satzes. Bei einem 0:2-Rückstand hat der Gegner plötzlich nichts mehr zu verlieren», versuchte Mittelblocker Christoph Hänggi zu ergründen.

«Wir haben sicher zu viele Service-Fehler gemacht im dritten Satz und der Schiedsrichter hat auch seinen Teil dazu beigetragen.» Tatsächlich entschied der Unparteiische bei strittigen Situationen ein paar Mal gegen den TVS. Ein klarer Fehlentscheid war Näfels Punkt zum 25:23, der Ball berührte bei der Annahme der Glarner die Hallendecke.

Schönenwerd konnte anschliessend auch die zweite Chance für die drei Punkte nicht nutzen. Mit einem 25:17-Erfolg im vierten Satz rettete sich Näfels ins Tiebreak. Die Gäste führten bei der ersten Auszeit mit 8:5, bei der zweiten stand es bereits 16:11. Es war das einzige Mal in diesem Match, dass die Schönenwerder keine Reaktion mehr zeigen konnten.

Späte Erlösung im Tiebreak

Im Tiebreak brachte Schönenwerds Captain Jan Schnider sein Team mit zwei starken Aufschlägen früh mit 3:1 in Front. Diesen Vorsprung konnte der TVS in der Folge sogar noch ausbauen und hatte nach einem Angriff von Hänggi durch die Mitte vier Matchbälle.

Näfels gab das Spiel aber noch nicht verloren und egalisierte mit Ehrat am Service noch einmal zum 14:14. Die Glarner wehrten in der Folge noch einen weiteren Matchball ab, ehe Schönenwerds Lette Viktors Korzenevics durch die Mitte der erlösende Punkt zum 17:15 gelang.

Beide Teams hätten gestern im Verfolgerduell die drei Punkte gebraucht. So aber ziehen Lugano und Lausanne an der Spitze weiter davon und sind klar auf Finalkurs. Christoph Hänggi sprach nach dem Krimi dennoch von zwei gewonnenen Punkten. Und machte gleich noch eine Kampfansage für das Rückspiel von übermorgen Samstag: «Wir gewinnen mit 3:0 oder 3:1.» Es wird das Spiel der allerletzten Final-Hoffnung sein.

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