Volley Schönenwerd
Schönenwerd bleibt im Europacup-Hinspiel gegen den belgischen Spitzenklub Par-ky Menen chancenlos

Leandro Gerber wusste schon im Vorfeld, was seine Teamkollegen und ihn im Hinspiel des Europacup-Sechzehntelfinals gegen Par-ky Menen erwartet. Der Captain von Volley Schönenwerd absolvierte vor fünf Jahren eine Saison in der höchsten belgischen Liga für den Klub Noliko Maaseik.

Raphael Wermelinger
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Volley Schönenwerds Captain Leandro Gerber sucht nach der Lücke im Block des belgischen Gegners Par-ky Menen.

Volley Schönenwerds Captain Leandro Gerber sucht nach der Lücke im Block des belgischen Gegners Par-ky Menen.

Zur Verfügung gestellt

«Wir haben uns auf einen sehr starken Gegner eingestellt», äusserte sich der 26-Jährige nach der 0:3-Niederlage. «Sie sind in der belgischen Liga im Moment auf dem ersten Platz. Erstaunt hat mich vor allem, dass sie zuletzt zwei Teams geschlagen haben, welche in der Champions League spielen.»

So sei denn der Respekt vor dem, zumindest auf dem Papier, übermächtigen Gegner gross gewesen auf der Seite der Gastgeber. «Im Training am Vortag und beim Einspielen vor dem Match haben sie dann aber gar nicht mehr so überzeugend ausgesehen», so Gerber. Die Schönenwerder glaubten an den Exploit und starteten dementsprechend in die Partie. Nach wenigen Minuten und einem 2:6-Rückstand musste Gästetrainer Ratko Peris bereits sein erstes Timeout nehmen. Dieses zeigte Wirkung: Die Belgier drehten den Spielstand mit sechs Punkten in Serie zu ihren Gunsten und bauten die Führung bis zur zweiten technischen Auszeit auf 16:12 aus.

«Schöni» phasenweise vorgeführt

Nun flogen den Schönenwerdern die Angriffsbälle des Gegners regelrecht um die Ohren. Insbesondere Julien Winkelmüller, der französischer Diagonalangreifer im Dress der Belgier, versenkte einen Ball nach dem anderen im Feld der Niederämter. Die Gäste verwerteten am Ende gleich den ersten Satzball zum 25:15. In Durchgang zwei sahen die Schönenwerder dann lange Zeit gar kein Land mehr. Mit einem 1:8-Rückstand gings ins erste technische Timeout, beim zweiten Unterbruch lag das Heimteam immer noch aussichtslos mit 6:16 hinten.

«In so einer Phase schaust du als Spieler eigentlich gar nicht mehr auf den Punktestand», kommentierte Leandro Gerber das kapitale Zwischentief. «Du musst dich einfach auf den nächsten Ball konzentrieren und versuchen, es besser zu machen als beim letzten Versuch.» Die Niederämter erholten sich in der Schlussphase des zweiten Durchgangs wieder und konnten immerhin noch etwas Resultatkosmetik betreiben. Der zweite Satz ging aber wiederum mit 15:25 an das Auswärtsteam.

Der Jüngste überragte alle

Im dritten Durchgang sorgte ausgerechnet Schönenwerds jüngster Spieler endlich für Spannung. Der 18-jährige Aussenangreifer Dominic Häfliger, der während des zweiten Satzes eingewechselt worden war, zeigte einen ganz starken Auftritt und steuerte Punkt um Punkt zur zwischenzeitlichen 16:11-Führung bei. In der Folge schaltete Par-ky Menen aber wieder einen Gang hoch und schaffte mit fünf Punkten in Serie den schnellen Ausgleich.
Endlich konnten aber auch die Niederämter ihr Level halten. «Schöni» ging in der Money Time noch einmal in Front (22:20). Doch nach dem erfolgreichen Sideout brachte Diagonalangreifer Winkelmüller, der beste Mann auf dem Feld, die Belgier mit zwei Punkten hintereinander wieder auf die Siegerstrasse (22:23). Das Heimteam vermochte den ersten Matchball noch abzuwehren, doch nach dem zu langen Angriff von Christoph Hänggi hiess es 24:26 und 0:3 nach Sätzen für das belgische Spitzenteam.

«Sie waren noch einmal ein Stück besser als die stärksten Teams der NLA», verglich Gerber die Kräfteverhältnisse. «Vor allem was die Organisation und die Abstimmung auf dem Feld betrifft. Auch ihre Block-Defense war heute sehr gut.» In gut zwei Wochen, am 20. Dezember, wird das Rückspiel ausgetragen. Schönenwerd müsste mit 3:0 oder 3:1 gewinnen, um einen Entscheidungssatz zu erzwingen. «Es wird jetzt natürlich noch schwieriger für uns», so Gerber. «Ich habe in dieser Halle schon gespielt. Menen hat viele und laute Fans. Das wird ein richtiger Hexenkessel.» Schönenwerds Vorteil sei, dass das Team nun frei aufspielen könne: «Wir haben nichts mehr zu verlieren. Ich denke, die spezielle Atmosphäre wird uns zusätzlich motivieren. Und wenn wir den ersten Satz gewinnen, werden sie vielleicht nervös.»

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