Volleyball NLA

Schöni-Coach Dervisaj: «Die Jungen brauchen die Chance»

Leandro Gerber setzt gegen Lutry-Lavaux zum Smash an.

Leandro Gerber setzt gegen Lutry-Lavaux zum Smash an.

Schönenwerd kommt mit einer überraschenden Aufstellung zu einem 3:1-Heimsieg gegen Lutry-Lavaux. Coach Dervisaj gab dabei vor allem seinen jungen Spielern eine Chance. Und seine Rechnung ging auf.

TVS-Coach Bujar Dervisaj präsentierte gegen Lutry-Lavaux eine überraschende Startformation. Er schickte gleich fünf Spieler mit 90er-Jahrgängen, ein Team mit einem Durchschnittsalter von knapp 21 Jahren – Libero Heimgartner ausgenommen – aufs Feld. Topscorer Schnider liess er ebenso draussen wie den Australier Richards. «Wer im Training gewinnt, der startet», begründete Dervisaj, «jeder Punkt im Training wird notiert, und am Ende der Woche wird abgerechnet.»

Zu Beginn der Partie konnten die TVS-Küken ihre Nervosität indes nicht ganz verbergen und mussten gleich die ersten vier Punkte den Gästen aus dem Waadtland überlassen. In der Folge kamen die Schönenwerder immer besser ins Spiel. Die Annahme stand sicher und Passeur Leon Dervisaj konnte sich seine Anspielstation jeweils aussuchen. Nach einem Block von Eichenberger kurz nach dem zweiten technischen Timeout übernahm der TVS erstmals die Führung.

Auch im zweiten Satz stand lange Zeit die Frage im Raum, wie Lutry-Lavaux am fünften Spieltag Meister Lugano hatte schlagen können. Schönenwerd führte gegen die im Schnitt über zehn Jahre älteren – mit McKenzie spielte ein 42-Jähriger – bis zur Satzmitte souverän. Doch dann leistete sich der TVS ein paar dumme Fehler. Trotz des eingehandelten 21:24-Rückstands hätten die Schönenwerd den Durchgang beinahe doch noch gewonnen. Nach drei abgewehrten Satzbällen hatten sie selber deren zwei in der Hand. Doch Lutry-Lavaux machte in dieser Phase weniger Fehler und glich nach Sätzen aus.

Plötzlich acht Punkte in Serie

Dervisaj sah sich nach dem Satzverlust vorerst noch nicht zum Wechseln gezwungen: «Die Jungen brauchen die Chance – wenn nicht jetzt, wann dann. Das ist ein Ausbildungsprozess.» Erst beim Stande von 12:11 brachte er Schnider für Eichenberger und am Pass Giger für Leon Dervisaj. Die Wirkung blieb zuerst aber aus, im Gegenteil, die Gäste zogen gar auf 15:18 davon. Doch dann markierten die Niederämter mit Hänggi am Service acht Punkte in Serie. Vier Punkte steuerte Zuspieler Giger bei; ein Abstauber am Netz, zwei Finten und ein Block. Mit einem Service-Winner zum 25:19 beendete er den dritten Satz wenig später gleich noch.

In der Mitte des vierten Satzes verlor Lutrys Spieltrainer, Captain und Topscorer Jérôme Corda die Nerven. Wegen Reklamierens kassierte er die Rote Karte und Schönenwerd dadurch den Punkt zum 14:11. Hänggi legte mit einem Angriff nach und ein weiterer Fehler der Gäste brachte dem TVS zur zweiten Auszeit eine 16:11-Führung ein. Mit einer starken Service-Serie des 19-jährigen Lorenz Eichhorn bauten die Niederämter ihren Vorsprung weiter aus und holten sich den Satz am Ende mit 25:17.

Eichhorn, hinter Leandro Gerber gestern Schönenwerds zweitbester Punktesammler, stand zum ersten Mal in der Startformation und strahlte nach dem Spiel dementsprechend. «Es war ein cooles Spiel, eine gute Leistung von der ganzen Mannschaft.»

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