Marco Fölmli, Ihr Team hat die Qualifikation in der NLB-Ostgruppe auf dem ersten Platz beendet. Der Start war allerdings harzig mit nur zwei Punkten aus drei Partien. Wieso hatte das Team anfangs Mühe, in die Gänge zu kommen?

Marco Fölmli: Die Vorbereitung ist wohl etwas zu gut verlaufen. Wir haben alle Testspiele und Turniere gewonnen. Im ersten Meisterschaftsspiel lagen wir dann auch gegen den letztjährigen NLB-Meister Voléro Zürich mit 2:0 vorne. Das war wohl etwas zu viel des Guten, und die Spieler haben sich gedacht, jetzt läufts von alleine. Wir haben gegen Zürich zwar im Tiebreak gewonnen, dann aber die folgenden beiden Spiele verloren.

Danach kam die sensationelle, mittlerweile seit elf Spielen andauernde Siegesserie.

Das Team hat eine Reaktion gezeigt auf den schwachen Start. Wichtig waren die beiden 3:0-Derbysiege gegen Kanti Baden und Laufenburg-Kaisten. Dann sind wir in einen Lauf hineingekommen.

Ist die zweite Mannschaft des TV Schönenwerd zu gut für die NLB?

Ich habe beim Vorstand mal angefragt, ob das Budget für ein zweites NLA-Team reicht (lacht). Nein, der Schritt von der NLB zur NLA ist doch recht gross. Wir könnten vielleicht mit einigen NLA-Teams Schritt halten, doch um wirklich in der obersten Liga bestehen zu können, ist es noch ein weiter Weg. Darum geht es aber auch nicht. Es geht um die Entwicklung der Spieler. Das Team soll Spieler produzieren, die irgendeinmal den Schritt rauf machen.

Welchen Spielern trauen Sie diesen Schritt in die NLA zu?

Das ist schwierig zu sagen. Vor allem weil es auch darauf ankommt, was beim NLA-Team passiert, ob es überhaupt Platz hat im Kader. Captain Luca Müller, der letztes Jahr schon Einsätze bei der ersten Mannschaft hatte, wird den Schritt sicher schaffen. Er spielt sehr solid, hat in der Vorrunde regelmässig gepunktet und ist auch in der Annahme sehr stabil. Weitere Kandidaten sind Diagonalspieler Noel Giger oder auch Mittelblocker Marko Kesten, der einen riesigen Sprung gemacht hat. Letzterer ist aber erst 16-jährig. Weitere ein, zwei Jahre in der NLB würden ihm sicher guttun. Auch Libero Julian Fischer macht einen sehr guten Job. Und diverse andere Spieler, die aber noch Zeit brauchen.

Welches sind die grossen Stärken des Teams?

Technisch sind alle sehr gut ausgebildet. Der grösste Teil des Teams kommt aus der Talentschule in Aarau oder hat letzte Saison unter Nik Buser in der 1. Liga gespielt. Der Teamgeist ist sicher eine weitere Stärke. Die Jungs haben es extrem gut untereinander. Und, was man bei so jungen Spielern eigentlich noch nicht erwarten würde: In heiklen Situationen können sie auch gegen erfahrene Mannschaften ein Spiel noch drehen.

Wie gross ist Ihr Anteil am Erfolg?

Ich habe das Team ja erst auf diese Saison hin übernommen. Andere haben die Vorarbeit geleistet: Die Talentschule oder auch die vorherigen Trainer Nik Buser und Florian Lier. Die Grundlagen sind da, ich möchte die Jungs im taktischen Bereich noch weiter bringen.

Morgen beginnt mit dem Auswärtsspiel bei Uni Bern die Aufstiegsrunde. Wird die Siegesserie andauern?

Diese Frage beantworte ich erst am Samstagabend. Die Jungs wollen sicher noch mehr. Nach den ersten paar Siegen hat einer der Spieler gesagt, dass wir jetzt die Serie von Real Madrid, das 21-mal hintereinander gewonnen hat, brechen könnten. Leider haben wir aber nur noch acht Saisonspiele. Nein im Ernst, irgendeinmal wird das Team wieder verlieren, das geht allen so – hoffentlich möglichst spät.

Wie lautet das Ziel für die Aufstiegsrunde?

Wir haben uns ein gutes Polster geschaffen und wollen jetzt möglichst viel Profit daraus ziehen. Wenn wir gut spielen, wirds für jeden Gegner schwierig, uns zu schlagen. Der NLB-Meistertitel wäre auf jeden Fall eine schöne Sache. Die grösste Herausforderung in der Aufstiegsrunde wird sein, dass die Jungs konstant spielen, was in ihrem Alter noch nicht selbstverständlich ist.