Die weite Anreise hat sich für die Genfer gelohnt – auch wenn diese vermutlich länger gedauert hat, als das Spiel selbst. Von Beginn weg bekam das Publikum, darunter auch Swiss Volley Präsident Werner Augsburger, ein deutlich fokussierteres und entschlosseneres Chênois zu sehen.

Die Gäste liessen sie sich auch nicht aus dem Rhythmus bringen, als nach nur neun gespielten Punkten die Bälle wegen zu wenig Luft ausgetauscht werden mussten. Chênois erspielte sich früh einen komfortablen Mehrpunktevorsprung und hielt diesen bis zum Satzende von 25:16 bei.

Junior Yves Roth bester Schönenwerder

Schönenwerd startete mit denselben Starting-Six in den zweiten Satz, wie in den ersten. Beim Stand von 7:11 aus Sicht des Heimteams, brachte Trainer Rainer Vassiljev die Nummer 1 Yves Roth für den letztjährigen Topscorer der Liga, Daniel Rocamora. Der erst zwanzig jährige Roth avancierte in der Folge zum deutlich besten Spieler des Heimteams.

Erstmals in Erscheinung trat der Linkshänder kurz nach seiner Einwechslung mit einem Blockpunkt zum 10:13 und ein paar Bälle später mit einem Angriff in die kurze Diagonale. Zu diesem Zeitpunkt zeigte auch Roths Gegenüber auf der Diagonalposition, der Genfer Topscorer und 212cm Hüne Luka Babic, seine ganze Klasse und führte sein Team zum 25:21 Satzsieg.

Volley Schöni - Chênois

Volley Schöni - Chênois

Nach fünf Siegen in Folge verliert ein schwaches Volley Schönenwerd zu Hause gegen Chênois Genève deutlich mit 0:3.

Mit dem Rücken zur Wand

Mit dem Rücken zur Wand kamen Erinnerungen ans letzte Aufeinandertreffen auf, als die Schönenwerder nach einem 1:2 Rückstand am Ende das Tie-Break für sich entscheiden konnten. Doch dies Mal sollte es anders kommen; die Genfer kamen nach der 10 Minuten Pause bereits früher, und wiederum entschlossener, aus der Kabine. Diesmal setzte Schöni-Trainer Vassiljev von Beginn weg auf Yves Roth, der sich gleich mit dem ersten Punkt bedankte.

Zum ersten Mal im ganzen Spiel griff Schönenwerds Captain Leandro Gerber, beim Stand von 13:16 aus dem Rückraum an – und war damit deutlich erfolgreicher als mit den zuvor oft harmlosen Finten, was den Genfer Trainer zu einem Time Out bewegte. In der Folge blieb das Heimteam zwar an den Gästen dran, doch das Side-Out Spiel liess weiterhin zu wünschen übrig.

In der Money-Time bäumten sich die Solothurner nochmals auf und erstmals schienen auch die rund 180 Zuschauer aus dem Winterschlaf erwacht. Von 23:23 bis zum finalen 28:30 zeigten beide Teams ein engagiertes und packendes Spiel, welches den Genfer vier Matchbälle kostete.

Nach dem verwerteten fünften Matchball feierten die Gäste ihren zweiten Saisonsieg ausgiebig, während die Schönenwerder mit hängenden Köpfen vom Platz schlichen – im Wissen darum, dass mit einer solchen Leistung, die anstehenden Partien gegen die besser rangierten Näfels, Amriswil und Lausanne besonders hart werden dürften.