Als hervorragend beschreibt TVS-Trainer Bujar Dervisaj das Klima innerhalb der Mannschaft vor den Playoffs. «Ich spüre die Lockerheit der Jungs – ein gutes Zeichen, denn dadurch erreicht man vieles. Druck macht uns keiner.» Auch die Trainingsbeteiligung sei hinsichtlich der entscheidenden Phase der Meisterschaft gestiegen. «Alle sind heiss und opfern noch mehr Freizeit für den Sport.» Auch der Trainer selber, der die Schönenwerder in seiner ersten Saison in der Qualifikation auf den vierten Platz geführt hat, präsentiert sich vor dem ersten Playoff-Auftritt seines Teams als Gelassenheit in Person. Vor den Spielen sei er nie nervös, «nur im Training, wenn es nicht läuft». An den Matches soll das Team Spass haben und sich in einen Rausch spielen.

Mit Fehlern richtig umgehen

Einen spielfreudigen Eindruck hinterliessen die Schönenwerder auch in den letzten Spielen der Qualifikation. Drei Siege – darunter zwei 3:0-Erfolge gegen Lausanne und Näfels aus den Top 6. «Über Weihnachten und Neujahr haben wir noch mehr trainiert», begründet Dervisaj die starken Leistungen zum Abschluss. «Das war eine sehr anstrengende Zeit; die Jungs haben gezeigt, dass sie wollen», so der 46-Jährige. Mahnend erinnert er aber daran, dass in den Playoffs anders gezählt wird. Jeder kleine Fehler falle doppelt ins Gewicht. Deshalb verlangt Dervisaj von seinen Spielern permanenten Fokus auf den gerade laufenden Ballwechsel. Im Kopf werden die Spiele entschieden. «Jeder wird Fehler machen, schliesslich sind wir keine Roboter. Aber das Spiel geht weiter, wir dürfen den verlorenen Bällen nicht nachweinen, sondern müssen uns sofort wieder auf den nächsten Punkt konzentrieren.»

Eine Stammformation hat sich beim TVS auch während der 16 Spiele in der Qualifikation nicht herauskristallisiert. Genau das sieht Dervisaj aber als grosse Stärke. Auf jeder Position sind die Niederämter mindestens doppelt besetzt, wodurch er während der Spiele jederzeit reagieren könne. «Jeder muss bereit sein, ob er im Spiel ist oder draussen. Jeder ist ein Diener der Mannschaft und muss dem Team helfen.» Auch in Sachen Spielweise seines Teams lässt sich Dervisaj noch nicht in die Karten schauen. Einzig, dass das Spiel durch die Mitte lange Zeit vernachlässigt wurde und zu viel über die Aussenpositionen ging, lässt er durchsickern.

Schmerzlose Playoffs

Neben dem ausgeglichenen 12-Mann-Kader sieht Dervisaj in der Heimkulisse einen weiteren wichtigen Pluspunkt der Schönenwerder. Ohne die Anhänger und die Helfer im Hintergrund gehe nämlich gar nichts. «Wir haben die geilsten Zuschauer der Schweiz, denen wir etwas schuldig sind. Ihnen wollen wir Theater, Zirkus und Kino in einem bieten.» Diese Unterstützung wird morgen im ersten Spiel der Zwischenrunde auswärts in Amriswil allerdings fehlen. Trotzdem ist die Zuversicht bei den Niederämtern gross, mit einem Sieg über die Thurgauer starten zu können.

Schon in der Quali holten sich der TVS die drei Punkte im «Tellenfeld» in Amriswil. «Amriswil hat spürbar Angst vor uns», weiss Dervisaj. «Wir kennen jeden ihrer Spielzüge und haben extrem fokussiert auf diesen Gegner hin trainiert.» Trotzdem hält er die Ausgangslage für völlig offen, denn «Wissen und Tun sind halt immer noch zwei unterschiedliche Dinge.» Dervisaj rechnet damit, dass beim morgigen Playoff-Start alle zwölf Spieler an Bord sein werden. Reto Giger (Zeh) und Noah Eichenberger (Daumen) laborieren zwar an kleinen Blessuren, «aber in den Playoffs gibt es keine Schmerzen», lacht Dervisaj.