Mehr als zwei Monate alt ist die Saison inzwischen, doch der VBC Züri Unterland wartet noch immer auf seine ersten Punkte. Gerade mal drei Sätze konnten die inferioren Zürcher bisher für sich ergattern, einen davon im Hinspiel in Däniken, als der TVS eine fehlerhafte und uninspirierte Leistung gezeigt hatte. Die schwachen Leistungen des Teams von Karim Tabouk zeitigen Folgen auf den Tribünen der schmucken Ruebisbach-Halle in Kloten. Nur 80 Zuschauer waren gestern Abend zugegen, und von denen drückten einige den Gästen aus dem Niederamt die Daumen.

Rückstand im ersten Satz

Die Schönenwerder übernahmen von Beginn an das Kommando in der Partie, konnten sich vorerst jedoch nicht entscheidend absetzen. Als schliesslich das abgeschlagene Schlusslicht gar mit 18:16 in Führung ging und die Schönenwerder in ihren Aktionen wiederholt die Konsequenz vermissen liessen, bezog TVS-Coach Bujar Dervisaj sein erstes Timeout. Die mit Passeur Giger und Libero Hagenbuch angetretenen Gäste machten jetzt endlich Ernst – gerade noch rechtzeitig. Knapp wurde es dennoch: Erst den fünften Satzball konnte der TVS mittels Blockpunkt zum 29:27 nutzen. Mit Hängen und Würgen gehörte der erste Abschnitt erwartungsgemäss also doch noch dem TVS. Dieser war ziemlich leicht ausrechenbar gewesen. Passeur Giger brachte fast ausschliesslich Schnider in Abschlussposition. Dessen Versuche aber waren zu selten von Erfolg gekrönt.

Auch in Satz zwei nicht überzeugend

Auch den Beginn des zweiten Abschnitts gestalteten die Schönenwerder – nun mit Brander und Lier für Eichenberger und Garcio Toribio – wenig überzeugend. Die Zürcher aber sind nun mal nicht mehr als eine brave Mannschaft ohne herausragende Individualisten – und derzeit nach der Niederlagenserie auch nicht mit allzu viel Selbstvertrauen ausgestattet. So hatte der TVS dennoch verhältnismässig leichtes Spiel. Der zweite Satz jedenfalls war bezüglich Ausgang rasch nicht mehr spannend. Captain Lier war es letztlich vorbehalten, mit einem Diagonalsmash die 2:0-Satzführung herzustellen.

Dervisaj wechselt Aufstellung

TVS-Trainer Dervisaj stellte seine Formation vor dem mutmasslich letzten Satz erneut um. Nun agierten auf den beiden Aussenpositionen Lier und Garcia Toribio, auf der Liberoposition Heimgartner. Der Widerstand des Heimteams war nun endgültig gebrochen, Schönenwerd dominierte klar. Sogar der Speaker sprach nun beispielsweise nach einem schönen Ballwechsel, gekrönt von einem wuchtigen Abschluss Garcia Toribios, davon, dass solche gegnerischen Aktionen «ein Genuss zum Zuschauen» seien. Nach nur 17 Minuten war der dritte Satz und damit eine wenig berauschende Partie beendet.

Nächstes Wochenende muss mehr kommen

Trotz des zweiten 3:0-Sieges in dieser Saison und des Steigerungslaufs innerhalb der Partie: Eine Leistung wie die gestrige wird beim Doppeleinsatz in Lugano (Meisterschaft und Cup) am nächsten Wochenende nicht zu Meriten reichen. Eine Steigerung muss her. Aber das wissen die Schönenwerder Spieler selber auch. Ganz bestimmt.