Mountainbike

Schneitter wird nach schöpferischer Pause Sechste bei Schweizermeisterschaft

Nathalie Schneitter ist mit ihrer kämpferischen Leistung zufrieden.

Nathalie Schneitter ist mit ihrer kämpferischen Leistung zufrieden.

Nach einer schöpferischen Pause wird Nathalie Schneitter an der Schweizer Meisterschaft Sechste. Die Lommiswilerin erreicht das Ziel mit elf Minuten Rückstand auf die überlegene Siegerin Jolanda Neff.

Nachdem sie sich im März auf Zypern eine Knieverletzung zugezogen hatte, ist die Lommiswiler Spitzen-Mountainbikerin Nathalie Schneitter im Mai auf die Bike Days in Solothurn hin in den internationalen Zirkus zurückgekehrt. Mit mässigem Erfolg notabene: «Ich kam nie richtig auf Touren», sagt sie. Und das habe dann deswegen auch nicht wirklich Freude gemacht. Darum hat sich die 28-Jährige jüngst eine schöpferische Pause von rund einem Monat gegönnt.

«Ich war zwar regelmässig auf dem Bike unterwegs, habe aber während der Zeit nur das getan, was mir Spass macht», sagt sie. «Etwas fürs Herz», um präzis zu sein. Die Schweizer Meisterschaft in ihrem Heimatkanton, in Lostorf, war insofern so etwas wie eine wettkämpferische Standortbestimmung nach der kreativen Phase. «Für mich war es fast ein bisschen, wie aus dem Wintertraining zurückzukommen», sagt Schneitter. 

Neff ohne Konkurrenz

Mit der Entscheidung hatte die U23-Vizeweltmeisterin von 2008 freilich denn auch nichts zu tun. Die Medaillen holte sich letztlich eine hoch überlegene Jdolanda Neff vor der Eliminator-Meisterin Kathrin Stirnemann und der einmal mehr verblüffenden 40-jährigen Esther Süss. Bei garstigen äusseren Bedingungen und teilweise starkem Regen erwies sich die Ostschweizerin Neff als Wasserdichteste.

Es schien schon fast so, als ob die 21-Jährige mit dem glitschigen, schlammigen Untergrund eine innige Beziehung hegt und pflegt. Bereits nach der zweiten von sieben Runden fuhr sie der Konkurrenz mit einer und mehr Minuten Vorsprung voraus. Nathalie Schneitter erreichte schliesslich mit gut elf Minuten Rückstand auf die entfesselte Siegerin als Sechste das Ziel.

Abrechnung nach Übersee

«Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen und Monate bin ich mit dem Resultat eigentlich ganz zufrieden», sagte Nathalie Schneitter. Schliesslich fehle es ihr nach der Auszeit aus nachvollziehbaren Gründen noch an der physischen Substanz. Als Nächstes stehen nun für die Solothurnerin, die zwecks neuer Impulse unterdessen auch ihren Trainer und Mentaltrainer gewechselt hat, die beiden Weltcuprennen Anfang August in Mount Sainte-Anne (Kan) und Windham (USA) auf dem Programm.

Danach will die Profimountainbikerin wieder über die Bücher. Tacheles soll dann geredet und die sportliche Zukunft entsprechend kompromisslos aufgegleist werden. «Vielleicht wechsle ich dann zum Hornussen oder Kunstturnen», meint Schneitter mit einem Lachen im Gesicht. Klar indes scheint, dass die Karriere der Lommiswilerin, die zuletzt primär aufgrund von
regelmässigen, verletzungsbedingten Zwangspausen etwas ins Stocken geriet, wieder deutlich an Fahrt gewinnen soll. So, dass allenfalls 2015 Meisterschaftsmedaillen wieder ein echtes Thema sein können.

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