Vier Tage sind vergangen, seit Noah Schneeberger und der HC Davos nach der 3:4-Heimpleite im Playoff-Halbfinal gegen den SC Bern die Segel streichen mussten. Lange zu beissen hatte Schneeberger indes nicht am vorzeitigen Ende des Meisterrennens.

«Ich sehe das durchaus sportlich», blickt der 27-jährige HCD-Verteidiger auf die verlorene Serie zurück. Die Gründe für das Playoff-Aus sieht er mehrheitlich bei sich und seinen Mitspielern. «Wir konnten unser Potenzial nicht auf das Eis bringen», erklärt Schneeberger, «denn der Gegner war nicht unschlagbar.»

Obwohl den Davosern die angestrebte Verteidigung des Schweizer-Meister-Titels misslungen ist, bleiben dem gebürtigen Langenthaler die vergangenen Monate in positiver Erinnerung. «Für unser junges Team war es eine sehr erfahrungsreiche Saison», sagt Schneeberger, der seit 2012 bei den Bündnern unter Vertrag steht.

Weil Davos neben der Meisterschaft auch im Schweizer Cup und der Champions Hockey League gefordert wurde, habe man von den zusätzlichen Begegnungen viel profitieren können. «Sich mit den europäischen Topteams zu messen war eine Bereicherung», sagt Schneeberger. Die dreifache Belastung forderte jedoch ihren Tribut, zeitweise musste HCD-Trainer Arno Del Curto gleich auf mehrere verletzte Schlüsselspieler verzichten.

Auch Noah Schneeberger kam nicht ungeschoren davon, während des Champions-League-Viertelfinalrückspiels im schwedischen Skelleftea erlitt er einen Bruch in der rechten Hand. «Die vielen Ausfälle konnten wir aber gut wegstecken, immerhin schlossen wir die Qualifikation auf dem zweiten Platz ab», sagt Schneeberger.

Treffsicherer Verteidiger


Überzeugt hat der frühere Spieler des SC Langenthal auch mit seinen Statistikwerten. Drei Treffer und 13 Assists erzielte Noah Schneeberger in 41 Qualifikationsspielen – letztmals produktiver war er vor sechs Jahren im Dress des EHC Biel, als ihm in 50 Qualifikationspartien 19 Punkte gelangen. Zudem weist Schneeberger eine der besten Plus-Minus-Bilanzen aller Playoff-Akteure auf.

«Als Verteidiger verfolge ich primär die Aufgabe, meinem Torhüter zu helfen», sagt er, «aber ich bringe mich gerne in die Offensive ein.» Aufgrund dieser Zahlen überrascht es nicht, wenn Schneeberger von einem zufriedenstellenden Jahr spricht. «Ich habe einige sehr gute Partien gezeigt», sagt er.

Einzig das «Intermezzo» anfang Januar mit Langnaus Thomas Nüssli, als er für einen Check gegen dessen Kopf drei Spielsperren und eine Busse von 1650 Franken aufgebrummt bekam, habe ihn kurz aus der Bahn geworfen. «Zum Glück fand ich rasch wieder aus dieser Baisse heraus», sagt Noah Schneeberger.

Abgeschlossen wird die Saison 2015/16 für den HC Davos heute Abend mit dem Teamessen. Dann werde auch besprochen, wie das weitere Vorgehen aussieht bezüglich Vorbereitung auf die neue Saison und Ferien. «Dazu zählt für mich auch ein Besuch im Unterland, ich muss nicht zwingend ins Ausland reisen», sagt Schneeberger.