Unihockey
Schmerzen und grosse Gefühle beim Abschied von Nico Berlinger

Wiler-Ersigen beendet das Jahr mit einem 8:3-Sieg bei den Kloten-Bülach Jets und bringt sich in eine gute Position für den zweiten Teil der Qualifikation.

Daniel Weissenbrunner
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Noch einmal im Mittelpunkt: Nico Berlinger (20) trug gestern zum letzten Mal den Dress von Wiler-Ersigen.

Noch einmal im Mittelpunkt: Nico Berlinger (20) trug gestern zum letzten Mal den Dress von Wiler-Ersigen.

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Nichts für schwache Nerven stand in der Bildunterschrift auf unihockey.ch. In der Tat: Der Misstritt von Isaac Rosén am Samstag gegen Rychenberg Winterthur erinnerte an das Drama des französischen Fussballers Djibril Cissé 2006. Roséns Verletzung war auch einen Tag später – beim zweiten Zürcher Auswärtsspiel von Wiler-Ersigen innert 24 Stunden – Gesprächsthema. Wie schwer sich der Topskorer des Meisters verletzt hat, ist noch unklar. Rosén sah sich die Partie gegen die Jets von der Tribüne aus an. «Ich bin leider nicht sehr zuversichtlich.» Er habe sofort gemerkt, dass etwas kaputt sei, so Rosén.

Nach dem Spiel machte er sich humpelnd zusammen mit seinem Landsmann Henrik Olofsson auf in Richtung Flughafen. Der 28-Jährige verbringt den Weihnachtsurlaub in seiner Heimat und wird sich dort genauer untersuchen lassen. Eine gewisse Skepsis, dass der wertvollste Spieler der vergangenen Saison Anfang Januar wieder einsatzbereit ist, scheint allerdings mehr als angebracht.

Ein aufgewühlter Nico Berlinger

Die letzte Begegnung des Jahres wurde für die Mannschaft von Johan Schönbeck zur Pflichtaufgabe. Die ersatzgeschwächten Zürcher Unterländer hatten den Wilern wenig entgegenzusetzen. Wie schon gegen Rychenberg tags zuvor, harmonierte der neuformierte Block mit den Hofbauer-Brüdern und Neuzuzug Lassi Vänttinen erstaunlich effizient und steuerte sechs Treffer zum Sieg bei.

Getrübt wurde die Wiler-Gala nur durch Nico Berlinger. Der Stürmer bestritt gestern nach dreieinhalb erfolgreichen Jahren seinen letzten Einsatz für den neunfachen Meister. Für den 27-Jährigen, der als Lehrer im Raum Zürich arbeitet, ist der zeitliche Aufwand zu gross geworden. Denkbar, dass der Oltner seine Unihockey-Laufbahn bei einem Zürcher Verein fortsetzen wird. «Entschieden ist noch nichts», sagte ein sichtlich bewegter Nico Berlinger. «Ich bin den Tränen nahe. Es war eine fantastische Zeit und deshalb fällt mir der Abschied sehr schwer».

Mit dem neunten Saisonsieg hat sich Wiler-Ersigen nach Startproblemen in eine gute Position für den zweiten Teil der Qualifikation gebracht. Der Meister hat das zwischenzeitliche Tief im Herbst überwunden und die Lücke zu Tabellenführer Köniz und den Grasshoppers beinahe schliessen können. «Um das Team muss man sich keine Sorgen machen», ist sich Nico Berlinger sicher. «Die Mannschaft hat so viel Qualität, da muss sich die Konkurrenz erneut gewaltig anstrengen.»

Schönbeck erleichtert

Ein zufriedenes Fazit zog auch Johan Schönbeck. Der Wiler-Trainer hatte gehofft, dass seine Spieler mit einem positiven Gefühl in die Weihnachtspause gehen können. «Selbstverständlich war das nicht», so der Schwede. «Die Nationalmannschaftsspieler waren nach der Weltmeisterschaft ausgelaugt und brauchten nach der Enttäuschung in Göteborg nochmals ein Erfolgserlebnis.» Was dieser Jahresabschluss wert ist, dürfte sich bereits am 4. Januar zeigen. Dann kommt es in Zuchwil zum Gipfeltreffen gegen Leader Köniz.