Schwingen
Schlechter Lohn für Lorenz Blatter für die Schlussgang-Teilnahme

Lorenz Blatter stand am Solothurner Kantonalen erstmals in einem Endkampf und wurde Sechster. Bislang hatte der als Logistiker tätige Schwinger je zweimal am Solothurner Kantonalen und am «Baselstädtischen» den Kranz erobert.

Armin Leuenberger
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Lorenz Blatter unterliegt im Final Remo Stalder.

Lorenz Blatter unterliegt im Final Remo Stalder.

Leuenberger

Seit knapp zwei Monaten wohnt der bald 23 Jahre alte Lorenz Blatter in der Stadt Solothurn. Und jetzt hat der Vertreter vom Schwingklub Solothurn beim Kantonalschwingfest just in der Kantonshauptstadt mit seiner erstmaligen Schlussgangteilnahme für Furore gesorgt.

Der als Logistiker tätige und in Deitingen aufgewachsene Schwinger begann zwar erst als 16-Jähriger mit Schwingen. Dies, obwohl sein Vater einst eine bekannte Grösse war und sogar eidgenössischer Kranzträger ist. Warum der so späte Beginn? «Weil mich das Schwingen, trotz meines Vaters, vorher einfach nicht interessiert hat.» Plötzlich stach ihn der «Gwunder» aber doch und er bestritt für den SK Kirchberg ein Bubenschwinget. Es folgten zwei weitere Anlässe für den SK Solothurn und schon war die Zeit gekommen, da er aus Altersgründen bei den Aktiven antreten musste.

Der gelernte Automonteur musste seine Erfolge erdauern und ass als Jungschwinger denn auch hartes Brot. Allmählich stellten sich aber doch gute Resultate – so wie gestern Sonntag, als er auf dem Solothurner HESO-Areal seinen insgesamt sechsten Kranz eroberte. Von der Einteilung nicht sonderlich hart angepackt, stand er nach fünf Gängen an der Spitze der Rangliste und durfte kurz vor halb fünf Uhr gegen den Thaler Remo Stalder zum Schlussgang antreten.

Gegen Stalder ohne Chance

Der Kampf war nach rund zwei Minuten zu Ende und Lorenz Blatter musste den Sägemehlring als klarer Verlierer verlassen. «Remo hat absolut verdient gewonnen», gab der Verlierer zu Protokoll. Ein bisschen enttäuscht war dieser dann trotzdem, als er auf der Rangliste sah, dass ihn die Niederlage auf den sechsten Rang zurückgeworfen hatte. Das rührte daher, dass die nach fünf Gängen hinter Blatter klassierten fünf «Eidgenossen» ihren letzten Gang allesamt gewinnen und sich so nach vorne arbeiten konnten.

Der Rest des Tages verlief indes für Blatter ideal. Zum Auftakt liess er dem Aargauer Roman Wyler keine Chance und sich die Maximalnote gutschreiben. In der Folge musste der Lokalmatador nur gerade dem Uerkheimer Patrick Räbmatter einen Gestellten zugestehen, ehe er sich mit drei weiteren Siegen den Einzug in den Schlussgang sicherte. Im Schlussgang ging er dann etwas zu forsch ans Werk und verlor prompt. Zu Blatters bevorzugten Schwüngen zählt der Brienzer.

Was seinen Palmarès angeht, so hat Blatter bislang je zweimal am Solothurner Kantonalen und am «Baselstädtischen» den Kranz erobert. Zum ersten Mal durfte er als Gästeschwinger 2008 am Appenzeller Schwingertag vor die Kranzjungfer treten.

Auto und Töff-Freak

Neben dem Schwingtraining, sagt Blatter, habe er keine Zeit mehr für ein anderes Hobby. Nach einem Unfall mit doppeltem Kieferbruch, konnte er die Saisonvorbereitung erst Mitte Januar beginnen. Auf Drängen hin kommt dann aber doch noch Interessantes zum Vorschein.

Der in einem Monat 23 Jahre alt werdende Blatter ist ein grosser Liebhaber von alten Autos und Motorrädern. «Je älter desto besser». Er ist seit einiger Zeit ist er stolzer Besitzer eines Chevrolet Caprice, Jahrgang 1977 und den er, wie es sich für einen gelernten Automonteur gehört, bis ins letzte Detail pflegt und hegt.

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