«Eigentlich haben wir unsere Saisonziele mit dem Erreichen des Cups und dem Ligaerhalt bereits erreicht», sagt Francisco Fernàndez. Was beileibe nicht heissen soll, dass beim FC Solothurn nun bis Saisonende Pool-Plausch statt Fussball-Rausch Programm ist. Der Sportchef stand nach der 2:3-Niederlage gegen Cham mit ebenso konsterniertem Gesichtsausdruck da wie alle anderen mit schlagendem FCS-Herz. Dessen ungeachtet: «Grund zur Panik besteht nicht», beteuert der 48-Jährige.

Der FCS hat seit der Winterpause in vier Auftritten noch keinen Punkt geholt. Dabei sah es gegen die «heissen» Innerschweizer, die heuer noch keinen Match verloren haben und zuletzt auch Leader Kriens besiegt hatten, bis kurz vor Schluss super aus. Die Gastgeber prägten das Geschehen. Erst recht, nachdem Nussbaumer schon in der 3. Minute nach einem Notbremse-Foul vom Platz flog. Freilich verballerte Mertoglu den anschliessenden Penalty. Ein «Knick», von dem sich die junge FCS-Elf nicht entmutigen liess.

Keck setzte man die Zuger kraft der eigenen spielerischen Qualitäten vorzu unter Druck und liess den Gegnern kaum Raum, offensiv in Erscheinung zu treten. Zählbares jedoch resultierte nicht. Im Gegenteil – es waren die Gäste, die in der 29. Minute nach ihrem ersten, nachhaltigen Auftritt im gegnerischen Strafraum in Führung gingen. Nimi wurde im Sechzehner gelegt – Sturzenegger versenkte den folgenden Elfer zum 1:0. Mit diesem Resultat ging es auch in die Pause. Punkto Effizienzquotient herrschte in dem Moment Himmel und Hölle zugunsten von Cham.

Solothurn steckte indes nie auf und wurde schliesslich für sein Kämpferherz belohnt. In der 51. Minute glich Fleury per neuerlichem Penalty aus. Nach dem 1:1 traten Einheimischen jedoch lange zu «softy» auf, um den Sieg auf die eigene Seite zu zwingen. Dies, obwohl sich Mertoglu zehn Minuten vor Schluss im Zweikampf vehement durchtankte und von der Strafraumgrenze aus das 2:1 buchte.

Die schwarze Schlussphase

Beim FC Solothurn ist das Team definitiv der Star – oft sind es aber eben die Stars, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Sportchef Fernàndez buchte darum das Folgende als Gewinn punkto Erfahrung ab. Den Sieg vor Augen, vergeigten die Solothurner diesen geradezu jungfräulich. In der 85. gelang Scherer nach einem schnellen Konter das 2:2.

Vier Minuten später war es dann Ex-Super-League-SpielerMerenda, der von Mavembo lanciert den gemessen am Spielverlauf glücklichen Siegtreffer zum 3:2 für die Gäste markierte. Ein letztlich miserabler Lohn für einen FC Solothurn, der diesem Cham nie unterlegen war.

Cham-Trainer Jörg Portmann sprach nach dem Match denn auch von einer «riesen Sache», dass man «trotz allem» noch gewinnen konnte. «Das Glück, das wir in der Hinrunde hatten, haben wir bis jetzt in diesem Jahr nicht», sagt dagegen Fernàndez. So gleiche sich im Fussball eben alles irgendwie aus. Von Katerstimmung oder einer sich einschleichenden Verlierer-Mentalität will der FCS-Sportchef indes nicht wissen: «Nein, davon ist nichts zu spüren. Die Stimmung im Team ist gut – jeder steht für den anderen ein und keiner macht dem anderen Vorwürfe. Was es jetzt braucht, ist ganz einfach ein Erfolgserlebnis.» So ist es – und es fehlt nicht viel dazu.