1. Liga

Schlechte Probe als gutes Omen? Der FC Solothurn empfängt Etoile Carouge

Marc Du Buisson steht mit Solothurn zum dritten Mal in den Aufstiegsspielen.

Der FC Solothurn trifft heute im Hinspiel der Zwischenrunde auf Etoile Carouge. Die zwei Niederlagen gegen Delsberg und Biel in der Meisterschaft beunruhigt die Mannschaft nicht.

«Wichtig ist, dass wir unser Ziel erreicht haben», freut sich Solothurns Captain Marc Du Buisson auf das Zwischenrunden-Hinspiel gegen Westgruppen-Meister Etoile Carouge. «Wir haben die ganze Saison auf diese Spiele hingearbeitet. Jetzt spielen die Tabellenplätze keine Rolle mehr. Auch nicht, ob wir mit 66 Punkten als Erster wie vor einem Jahr oder jetzt mit 49 Zählern als Zweiter dabei sind», hält der in Zuchwil Aufgewachsene fest.

Diese Erkenntnis nach dem letztjährigen verpassten Aufstieg in die Promotion League trotz 15 Punkten Vorsprung auf den Gruppen-Zweiten und Aufsteiger Münsingen sind eine Lehre: «Punkte sagen nicht viel aus, jeder der kommenden Matchs ist wie ein Cup-Spiel, es kann immer alles passieren.» «Wir werden in diesen beiden Spielen alles geben, wir müssen alles investieren und dann schauen wir weiter», will der 26-Jährige keine Prognose abgeben.

Für den Sportstudenten an der Uni Bern ist es kein Nachteil, zuerst das Heimspiel auszutragen. «Unter der Woche fällt die Belastung einer langen Anreise an einem Arbeits- und Schultag weg», begründet Du Buisson.

Daheim zu null spielen

«Wir müssen uns auf uns und unsere Leistung konzentrieren, damit wir optimale Voraussetzungen für das Rückspiel schaffen können; ideal wäre, wenn wir kein Auswärtstor erhalten und dort dann eines oder mehrere Tore machen könnten. Und wir müssen wieder hinten zu null spielen», sagt der linke Aussenverteidiger.

Nachdem in den letzten beiden Spielen gegen Delsberg und in Biel kein Tor geschossen wurde, sieht Du Buisson klaren Verbesserungsbedarf. Mehrere Spieler seien nicht ganz fit, so laboriere Topskorer Loïc Chatton seit dem OB-Spiel an einer Fussverletzung, während Raphael Koch für alle Aufstiegsspiele wegen einer Verletzung an der Fusssohle nicht bereit sein werde, erklärt Du Buisson, der in zwei Jahren seine Ausbildung zum Sportlehrer abschliessen will.

«Mit Koch fehlt uns wegen seiner Erfahrung als Profi ein Leader, wobei er auch Drecksarbeit macht», bedauert Du Buisson diesen Ausfall. «Wichtig ist, dass wir ein bis zwei solcher Spieler haben, und jetzt wollen wir seine Abwesenheit kompensieren», ergänzt der Wasserämter. Unbedingt eliminieren muss die Truppe von Trainer Dariusz Skrzypczak die diese Saison aufgetretene Schwäche mit Gegentoren auf Eckbälle: «Wir müssen dies anschauen und vermeiden.»

Fussball ist auch Theater

Für Du Buisson, der nach seinem Sprachaufenthalt im neuseeländischen Auckland erst ab der achten Runde in Buochs zur Verfügung stand, ist es kein Problem, dass er in Biel keine Einsatzminuten erhielt: «Nachdem wir drei Runden vor Schluss die Qualifikation sichern konnten, war es praktisch, dass Spieler, die nicht so oft zum Spielen kamen, sich in einem Ernstkampf beweisen konnten. Zudem haben wir einige Positionen, für die wir mehrere Optionen ziehen können.»

Nach den zuletzt zwei Niederlagen gegen Delsberg (0:2) und Biel (0:1) setzen die Solothurner auf eine alte Theaterweisheit: «Eine schlechte Generalprobe ist ein gutes Omen für die Premiere.» «Fussball ist manchmal auch Theater», sagt Du Buisson lächelnd-lakonisch dazu.

Ex-Nationalspieler beim Gegner

Für diesen ersten Ausstich machte sich der Captain, der als 11-Jähriger von Zuchwil zu Solothurn wechselte, aus der U16 auf die Saison 2009/10 ins Fanionteam aufstieg und nach einem halbjährigen Abstecher in der Vorrunde 2013/14 beim Kantonsrivalen Grenchen zurückkehrte, zum heutigen Gast keine Gedanken: «Trainer und Staff schauen sich an, welche Spielidee angewandt werden soll und was gegen diesen Gegner das Beste ist.»

Aus dem Kader der Genfer mit dem einheimischen Trainer Jean-Michel Aeby sticht der uruguayisch-schweizerische Doppelbürger Matias Vietkieviez hervor, der unter Ottmar Hitzfeld in einem Testspiel gegen Argentinien mit Lionel Messi am 29. Februar 2012 in Bern zu einem Länderspiel kam. Mit seinen acht Toren – davon drei Doppelpacks – ist der zuletzt in Martigny geschonte rechte Aussenläufer der drittbeste Skorer der Welschen hinter Dylan Dugourd (12) und Mohamed Amdouni (10).

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