Eishockey
SC Langenthal: Zu viel Talent, zu wenig «Chrampf»

Die Eishockeysaison ist für die meisten Teams der National League B bereits zu Ende. Die meisten Teams befinden sich schon mitten in der Vorbereitung für die kommende Spielzeit. Derweil analysieren die SCL-Verantwortlichen die vergangene Saison.

Quentin Schlapbach
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Standen Red und Antwort (von rechts): Stefan Anliker (Veraltungsratspräsident SCL AG), Alexander Chatelain (Nachwuchs-Chef), Heinz Ehlers (Trainer), Mathias Brägger und Noel Guyaz (beides Spieler). Marcel Bieri

Standen Red und Antwort (von rechts): Stefan Anliker (Veraltungsratspräsident SCL AG), Alexander Chatelain (Nachwuchs-Chef), Heinz Ehlers (Trainer), Mathias Brägger und Noel Guyaz (beides Spieler). Marcel Bieri

Die fettesten Schlagzeilen lieferte letzte Woche der HC Sierre, als er die Verpflichtung dreier NLA-Haudegen bekannt gab. Paul Di Pietro, Thierry Paterlini und Wesley Snell werden nächstes Jahr im Wallis gastieren. Auch der HC Thurgau landete mit Thomas Nüssli einen Transfer-Coup.

Im Schatten dieser personellen Umwälzungen wirken die bisherigen Verpflichtungen des SC Langenthal schon beinahe unspektakulär. Von den GCK Lions kommt mit Mike Wolf ein «Rumpel-Stürmer» zur Mannschaft hinzu. Der 22-Jährige verbuchte in der abgelaufenen Meisterschaft in 43 Spielen 20 Skorerpunkte. Claudio Cadonau, welcher den SCL bereits während der diesjährigen Playoffs verstärkte, wird in Langenthal bleiben. Zudem verstärken die Oberaargauer ihre Sturmabteilung mit den drei Talenten Manuel Hollenstein, Dominic Hobi und Tim Weber.

Leistungsträger bleiben in Langenthal

Es sind also Ergänzungen und keine Umwälzungen, die der SCL tätigt. Kein Wunder, denn die Leistungsträger der letzten Saison bleiben allesamt in der Oberaargauer Metropole. Genau diese Leistungsträger aber erfüllten im vergangenen Februar die hochgesteckten Ziele des Klubs nicht. Der SCL wollte unter die Top 4 der Liga.

Das Team von Heinz Ehlers schied aber wie in den vier vorhergehenden Jahren bereits im Playoff-Viertelfinal aus. Dass dies gegen den späteren NLB-Meister Visp passierte, schmälert die Enttäuschung überhaupt nicht: «Das schmerzt sogar noch mehr, weil man sieht, was alles dringelegen wäre», so SCL-Sportchef Reto Kläy.

Man sei spielerisch keineswegs das schlechtere Team gewesen, so die Meinung des SCL-Vorstandes. «In den ersten fünf Spielen haben wir uns sogar mehr Chancen herausgespielt», so Kläy. Einzig im letzten Spiel der Saison zeigte man eine dürftige Leistung.

Zwei Teilziele erreicht

Von einer Saison zum Abhacken will man beim SCL aber nicht sprechen. Zwei Teilziele konnten erreicht werden: Den Zuschauern attraktives Eishockey zu bieten und eine gewisse Kontinuität ins Kader zu bringen. Es wird aber nicht alles beim Alten bleiben. «Wir haben bei der Teamzusammenstellung letztes Jahr zu viel auf das spielerische Talent geachtet», so Kläy. Für die nächste Saison wolle man nun auch Spieler ins Team einbauen, die vor allem Härte und Durchsetzungsvermögen zu ihren Stärken zählen.

Gerade die Neuzuzüge Wolf und Cadonau verkörpern dieses «Rumpel-Hockey», welches vor allem während der Playoffs so gefragt ist. So will man nicht zuletzt auch defensiv stabiler werden. Der SCL kassierte im Schnitt 3,4 Tore pro Spiel – klar zu viel für ein Spitzenteam. In der Defensive sind denn auch noch zusätzliche Transfers zu erwarten. Mit dem Sommertraining fängt das Team von Heinz Ehlers bereits am kommenden Montag an.

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