In den Gesichtern der Langenthaler ist nach dem Penaltyschiessen die Enttäuschung unübersehbar. Leere Blicke hier, Tränen in den Augen da. Stürmer Brent Kelly sagt: «Das ist ein Gefühl, dass du niemals erfahren willst.»

Der SC Langenthal verlor im sechsten Spiel der Playoff-Viertelfinalserie gegen Martigny zum vierten Mal und somit einmal zu viel. Erstmals seit 2011 scheiterten die Oberaargauer bereits in der ersten Playoff-Runde. Da war es ein schwacher Trost, dass dem SCL zuletzt eine deutliche Leistungssteigerung gelungen war. Trotz zahlreicher Chancen konnten die Oberaargauer Martigny nicht zu Boden ringen. Langenthal hatte die Partie gestern nur in den Dritteln eins und zwei im Griff. Die Gäste dominierten, überzeugten mit Wille und Power und erarbeiteten sich gute Möglichkeiten. Mit den vorherigen Spielen war der Auftritt des Teams von Trainer Jason O’Leary nicht zu vergleichen. Ein Problem gab es aber: Martigny liess sich nicht so einfach von seinem Plan abbringen. Die Einheimischen spielten defensiv stabil und zeigten sich gut strukturiert und konsequent.

Hinzu kam eine sehr unberechenbare Handhabung der Strafenauslegung der beiden Referees. Luca Boverio und Yann Erard verdienten sich in mehreren Situationen keine Lorbeeren, zwei unnötige Strafen, die gegen Langenthal gepfiffen wurden, führten denn auch zu den beiden Toren, welche Martigny während der Partie erzielte. Bei je fünf Feldspielern waren die Walliser vielfach chancenlos.

Langenthal liess sich vorerst nicht von einem 0:1-Rückstand verunsichern. Dieser war bereits in der zweiten Minute Tatsache. Der SCL konnte in der Folge trotzdem das eigene Spiel durchziehen. Schon in der 14. Minute traf Philippe Seydoux in Überzahl mit einem Weitschuss. Jeffrey Füglister war es in der 23. Minute vergönnt, die Langenthaler erstmals in Führung zu bringen. Der als Stürmer eingesetzte Joel Fröhlicher zog gleich zwei Gegenspieler auf sich und öffnete damit das Feld für seine Kollegen Luca Triulzi und Jeffrey Füglister. Nach 24 Minuten ging Langenthal verdientermassen einem Sieg entgegen. Gerade das letzte Drittel war dann aber ein Spiessrutenlauf für die mitgereisten Fans. Als Jozef Balej in der 35. Minute ausglich, war das 2:2 für die eine oder andere zitternde Hand auf und neben dem Feld verantwortlich. Die Partie ging aber nicht nur bis in die Verlängerung, sondern bis ins Penaltyschiessen. Dies, obwohl die Langenthaler zum Schluss über vier Minuten lang in Überzahl, während mehr als zwei Minuten sogar bei fünf-gegen-drei Feldspieler, antreten konnten.

Auch im Penaltyschiessen war die Unsicherheit Trumpf beim SCL: Während Philippe Seydoux, Brent Kelly und Jeffrey Füglister scheiterten, trafen alle drei Red-Ice-Spieler.

Saisonziel klar verpasst

Die Niederlage war für die Langenthaler auf allen Ebenen bitter. Verloren haben sie die Serie aber nicht im sechsten Spiel in Martigny, sondern früher. Dazu kam ein grosses Unvermögen vor dem Tor in mehreren Partien, was auch mit dem Ausfall verschiedener Leistungsträger zu tun hat. Das Saisonziel Playoff-Final hat der SCL deutlich verpasst.