Exakt ein Jahr ist es her. Seit dem 15. Februar 2013 siegte der SC Langenthal nicht mehr zu null. Seit dem 8:0-Triumph im Viertelfinal-Duell gegen Basel. Gestern hätten die Oberaargauer diese nun während 53 Spielen anhaltende Shutout-freie-Zeit beenden können. Doch am Valentinstag zeigte sich der SCL galant. Kaum waren zwei Minuten verstrichen, setzten sich gleichzeitig zwei SCL-Athleten auf die Strafbank, der HC Ajoie liess sich dieses Geschenk nicht entgehen – Bernie Sigrist hob einen Abpraller zur frühen 1:0-Führung der Gäste elegant ins Netz. Die Frage nach dem Shutout war also rasch geklärt.

Visp begann stärker

Zunächst drängten die Romands das Berner Team immer wieder in die Defensive zurück und zeigten, dass sie noch um die Playoff-Teilnahme zu kämpfen haben. Zusehends arbeitete sich Langenthal aber ins Spiel, gewann an Anteilen und die guten Chancen mehrten sich. Als schliesslich Lüssy mit seiner Möglichkeit die Abwehr ins Wackeln brachte, nutzte Vincenzo Küng die Gunst der Hundertstelsekunde zum 1:1-Ausgleich.

Dem Befehl des Captains gefolgt

«Wir brauchen auswärts dreckige Tore», ordnete SCL-Captain Tschannen vor weniger als einem Monat an. Damals als Langenthal im Derby bei den SCL Tigers mit 1:2 tauchte. Zuletzt haben die Sturmreihen diese Forderung verinnerlicht. Mit der Mutter aller dreckigen Tore gelang gestern der 2:1-Führungstreffer. Je etwa drei Akteure beider Teams kämpften vor Mischlers Tor. Schliesslich quetschte Carbis den Puck über die Linie. Die beiden Assists zeigten in diesem Falle eher auf, in welcher Reihenfolge die Spieler auf die Scheibe eingedroschen hatten. Solche Treffer, die den Langenthalern lange fehlten, scheinen sich nun rechtzeitig auf die Playoffs hin einzustellen. Im Schlussdrittel kämpfte Ajoie vergeblich um einen Punktegewinn und kann damit die Playoffs nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.