Zum ersten Mal in dieser Playoff-Viertelfinalserie zeigten die Langenthaler, was sie eigentlich alles auf dem Kasten haben.

Kelly trifft nach einem Monat

Das erste SCL-Tor war für einen Spieler eine ganz besondere Erlösung: Brent Kelly. Zwölf Spiele lang hatte der Kanadier in Langenthaler Diensten nicht mehr getroffen. Nun nach über einem Monat war die Torabstinenz endlich vorbei. Im Powerplay lenkte er einen Schuss von Marc Schefer unhaltbar ins Visper Tor. «Mir fiel eine Riesenlast von der Schulter», sagte Kelly nach Spielende. «So eine lange Durststrecke hatte ich in meiner Karriere bisher noch nie. Aber ich versuchte, nicht gross darüber nachzudenken und einfach weiter aufs Tor zu schiessen.»

Kellys Tor war der 1:1-Ausgleich, denn in Führung gingen wie schon am Freitag die Gäste aus dem Wallis. Und wieder war es Hockey-Oldie Michel Zeiter, der für die Visper traf. Aber es sollte an diesem Abend für lange Zeit die einzige Walliser Ehrenmeldung bleiben.

Nach dem Gegentor spielte nur noch ein Team: der SCL. Nach dem wichtigen Ausgleich von Kelly traf auch der zweite SCL-Söldner noch vor dem ersten Pausentee. Jeff Campbell zeigte wie schon am Freitag in Visp eine hervorragende Leistung. Auch er markierte seinen Treffer im Powerplay. «Wenn du gleich mit zwei guten Powerplays in eine Partie starten kannst, gibt dir das natürlich extrem Selbstvertrauen», so Kelly.

Leistungsträger spielen gross auf

Das zweite Spieldrittel war eine wahre Gala. Jeder Pass kam an, jeder Check sass und vor allem jeder Schuss landete im Tor. Es waren die SCL-Leistungsträger, welche das Spiel innert kurzer Zeit entschieden. Ein weiteres Tor von Campbell und zwei Treffer vom SCL-Topskorer Stefan Tschannen brachen Visp das Genick. Dass Tschannen überhaupt noch zum Skoren kam, war kurz vor Ende des ersten Drittels gar nicht so selbstverständlich. Der SCL-Stürmer bekam einen Puck mitten ins Gesicht und musste das Eisfeld kurz verlassen, um die Wunde zu nähen.

Aber wie heisst es so schön: Ein wahrer Playoff-Krieger kennt keinen Schmerz. Tschannen kehrte aufs Eis zurück und drückte der Partie eindrücklich seinen Stempel auf. Der Mist war zu diesem Zeitpunkt schon lange geführt, aber der SCL war weiter in Torlaune. Mit Lemm, Malgin, Walser und Carbis (er traf gleich zweimal) konnten sich noch vier weitere Stürmer als Torschützen feiern lassen. Die drei Walliser Treffer innert 87 Sekunden blieben zum Glück eine Randnotiz.