Eishockey
SC Langenthal gewinnt verdient, aber mit viel Geknorze

Innerhalb von 73 Sekunden stand die Partie auf einmal wieder Kopf: Bei 53:24 auf der Anzeigetafel führte der SC Langenthal mit 3:1, bei 54:37 glich Gastgeber HC Thurgau bereits aus. Am Schluss hiess der Sieger trotzdem SCL.

Leroy Ryser
Merken
Drucken
Teilen
Marco Mathis stand am Donnerstagabend gegen Thurgau im Tor des SC Langenthal.

Marco Mathis stand am Donnerstagabend gegen Thurgau im Tor des SC Langenthal.

Marcel Bieri

Zuerst lief Jorden Gähler alleine auf Eichmann-Ersatz Marco Mathis zu, wenig später traf Toms Andersons sogar zum 3:3. SCL-Trainer Horak reagierte prompt, nahm sein Time-Out und verhinderte Schlimmeres: Yves Müller traf mit einem Weitschuss zum vorentscheidenden 4:3 und stellte in der 56. Minute die alten Kräfteverhältnisse bereits wieder her.

Übers Ganze gesehen hatte der SC Langenthal diesen wichtigen Dreipunkteerfolg eigentlich schon vor der 54. Minute verdient gehabt. Sie spielten solid und «erknorzten» sich den Sieg mit entsprechendem Siegeswille. Es war nicht ganz einfach, die Thurgau-Abwehr zu durchbrechen, welche bei SCL-Scheibenbesitz phasenweise durchaus konservativ zu viert vor den eigenen Torhüter standen und diesen gegen sämtliche Gefahren abschirmten. So war es Marc Kämpf auch etwas überraschend mit einem Weitschuss vergönnt, das Skore in der 17. Minute zu eröffnen. «Ich habe die Scheibe gar nicht gesehen, ich sah nur, dass meine Kollegen jubelten», schmunzelte der Torschütze später. Es war der Führungstreffer, den die Thurgauer bis zum Schluss nicht mehr wettmachen konnten. Sie kamen zwar auf 1:1 und 3:3 heran, den Langenthalern glitt die Führung aber nie endgültig aus den Händen.

«Wir waren besser», bilanzierte Best-Player Kämpf. Eigentlich hätte man die Partie schon früher entscheiden müssen. «Nach den zwei Toren wurde es unnötig spannend.» Diese Spannung blieb bis in die Schlussminute bestehen. Weil Jeff Campbell seine zweite Strafe absitzen musste, griffen die Ostschweizer zu sechst gegen vier an. Mit einem Befreiungsschlag von der eigenen blauen Linie direkt ins leere HCT-Gehäuse entschied Tschannen die für den SCL wichtige Partie 55 Sekunden vor Schluss. «Das waren wichtige drei Punkte. Dieses Ziel werden wir auch am Samstag gegen die GCK Lions verfolgen», sagte Marc Schefer nach der Partie zufrieden.