NLB

SC Langenthal gegen Thurgau: Captain und das Spiel verloren

Langenthals Stürmer Nico Dünner (2. von links) setzt sich gegen die Thurgauer Defensive durch und erzielt das 1:3.

Langenthals Stürmer Nico Dünner (2. von links) setzt sich gegen die Thurgauer Defensive durch und erzielt das 1:3.

Der SC Langenthal unterliegt zuhause Thurgau mit 4:5 nach Penaltyschiessen. Langenthals Captain Stefan Tschannen wurde nach einem Check zur Untersuchung ins Spital gebracht.

Es hätte kaum schlechter laufen können. Der SC Langenthal hat gestern Abend zu Beginn möglicherweise die schlechteste Leistung der Saison gezeigt. Gegen Hockey Thurgau – ein höchstens durchschnittliches NLB-Team – haben die Langenthaler im ersten Abschnitt kaum eine Scheibe auf das gegnerische Tor gespielt. Im Gegenteil: Die Ostschweizer erzielten drei Treffer, worauf die Oberaargauer keine Reaktion zeigten. Mehr noch: es war keine Energie, kein Wille und keine Entrüstung zu sehen. Kurz vor den Playoffs schien der SCL diese Niederlage hinzunehmen, als würde er im ersten Saisonspiel einen unangenehmen, aber verkraftbaren Fehlstart erleiden.

Die Partie wurde ab dem Mitteldrittel gehässiger. Wegen harten Checks und Rangeleien wurden zahlreiche Strafen ausgesprochen. Dann folgte die für den SC Langenthal fatale 30. Minute: Thurgaus Simon Sterchi, der bereits wegen übertriebener Härte aufgefallen war, checkte Stefan Tschannen rüde in die Bande. Der SCL-Captain schien darauf nicht gefasst zu sein und krümmte sich anschliessend am Boden vor Schmerzen. Vincenzo Küng knöpfte sich den Übeltäter vor und prügelte auf ihn ein. Die Folgen: Stefan Tschannen wurde wegen Verdacht auf eine grobe Verletzung ins Spital gebracht, Küng erhielt eine kleine Bankstrafe und Sterchi wurde unter lauten Pfiffen unter die Dusche geschickt.

Mit dieser Situation veränderte sich das ganze Spiel: Langenthal agierte nun mit der Wut im Bauch, zeigte Energie und Wille und drückte nach vorne. Im fünfminütigen Powerplay folgte für die mittlerweile spielbestimmende Mannschaft das 1:3 durch Nico Dünner. Im letzten Abschnitt verkürzte Brent Kelly in Überzahl auf 2:3 – kurz, nachdem sich die beiden Trainer Mario Kogler und Jason O’Leary an der Bande ein lautes Wortgefecht geliefert haben.

Ein passendes Ende

Es war dann ausgerechnet Joel Fröhlicher, der zu Beginn der Partie als Center auflaufen musste und später wieder wie üblich als Verteidiger spielte, der den Ausgleich herstellte. Er bereitete das 3:3 gleich selbst vor und verwertete den Abpraller erfolgreich. Die Fortsetzung schien danach logisch: In der 54. Minute gingen die Langenthaler durch Brent Kellys nächstem Überzahltreffer, der erst nach dem Video-Studium der Schiedsrichter anerkannt wurde, erstmals in Führung. Weil aber dem Thurgauer Kevin Rohner 79 Sekunden vor Schluss der neuerliche Ausgleich gelang, ging die ungewöhnliche Partie erst in die Verlängerung und später ins Penaltyschiessen – dem dritten in Serie für den SC Langenthal.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits etwas klar: Erst mit dem schwerwiegenden Ausfall von Stefan Tschannen sind die Oberaargauer erwacht und haben – erstmals für diese Saisonphase – annehmbare Leistungen gezeigt. Dass zum Schluss dennoch das Penaltyschiessen entscheiden musste, passte aber zur Verfassung, in der sich der SCL zurzeit befindet. Selbst dieses endete passend: Während Thurgau zweimal reüssieren konnte, gelang dies Langenthal nur einmal, womit die 4:5-Niederlage perfekt war.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1