Fussball
SC Derendingen marschiert mit grossen Schritten in Richtung Nationalliga B

Die Frauen des SC Derendingen eilen von Sieg zu Sieg und können am Sonntag den wichtigsten Grundstein zum Aufstieg legen. Können sie den grössten sportlichen Erfolg von 1944 wiederholen?

Hans Peter Schläfli
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Gemeinsam in die Nationalliga B: Die Frauen des SC Derendingen bestechen durch starken Teamgeist. Hans Peter Schläfli

Gemeinsam in die Nationalliga B: Die Frauen des SC Derendingen bestechen durch starken Teamgeist. Hans Peter Schläfli

Hans Peter Schläfli

Der Aufstieg in die Nationalliga B war 1944 der grösste sportliche Erfolg des mittlerweile 107 Jahre alten Sportclubs Derendingen. Nun könnte wieder so weit sein: Wenn die SCD-Frauen am Sonntag in Genf gegen Aïre-le-Lignon, den letzten ernst zu nehmenden Konkurrenten, gewinnen können, dann ist ihnen der Gruppensieg in der 1. Liga wohl kaum mehr zu nehmen.

Dieser Gruppensieg würde den direkten Aufstieg in die NLB bedeuten und das Stadion Heidenegg – gebaut 1953 – könnte also erstmals Fussball auf dieser Stufe beherbergen. «Ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass sie das packen werden», sagt der frisch gewählte SCD-Präsident Max Lisser, «man muss sich nur einmal die bisherige Bilanz anschauen.» Tatsächlich hat das Team in 13 Spielen nur 5 Gegentore kassiert, 12-mal gewonnen und sich nur einmal mit einem torlosen Unentschieden begnügen müssen.

Drei Schweizer Meisterinnen im Kader

«Als der FFC Zuchwil aufgelöst wurde, kamen ein paar Spielerinnen zu uns», erklärt Trainer Maurizio Sturzo, wie sich beim SCD der Wandel vom reinen Plausch zum Leistungssport mit drei Trainings pro Woche so rasch vollziehen konnte. «Wir haben jetzt einen guten Mix von Routine mit jungen Talenten. Es gibt keine Zickereien und die Chemie im Team ist fantastisch.» Für die Frauen, die weiterhin nur zum Plausch beim SCD-Fussball spielen wollen, sei das Team in der 3. Liga ideal.

Mit der früheren Nationalspielerin Andrea Vögeli als Abwehrchefin, Denise Marti als Mittelfeldmotor und Simone Zahno, die für den tödlichen Pass zuständig ist, stehen nicht weniger als drei Schweizer Meisterinnen aus dem Jahr 2007 Standard-Aufgebot. Auch Manuela Marra spielte einst mit dem FFC Zuchwil 05 in der Nationalliga A: «Wir haben uns hier wieder gefunden», sagt der rechte Flügel, «die jüngeren können von unserer NLA-Erfahrung profitieren und es machen alle mit viel Enthusiasmus mit.»

Talente in der Warteschlange

Macht der Aufstieg nicht auch ein wenig Angst? «Es sind sicher auch ein paar bei uns, die es etwas lockerer nehmen möchten. Für diese Spielerinnen ist die Nationalliga B vielleicht kein Ziel mehr. Deshalb müssen wir uns zusammensetzen», meint Manuela Marra. «Wenn wir aufsteigen, dann wäre es wichtig, dass alle noch eine Saison mit ganzem Einsatz weitermachen. Es wäre sehr schade, wenn wir nach einem Aufstieg schwächer wären.» In dieser Beziehung kann Trainer Maurizio Sturzo beruhigen: «Vier talentierte Spielerinnen, die altersmässig aus der Solothurner U18-Auswahl ausscheiden werden, möchten gerne zu uns kommen. Selbst wenn nach einem Aufstieg die eine oder andere Spielerin den Rücktritt geben würde, sind wir gerüstet für die Nationalliga B.»