Fussball

Sayilirs zwei Visionen und Solothurns Dreier

Solothurns Berkay Sülüngöz am Ball. (Archivbild)

Solothurns Berkay Sülüngöz am Ball. (Archivbild)

Gegen die schwierig bespielbaren Basler „Congeli“ brauchte der Platzklub viel Geduld zum erwarteten 1:0-Heimsieg. Kontinuität heisst aktuell das grosse Stichwort beim FC Solothurn.

Mit dem 1:0-Heimsieg über das abstiegsgefährdete Concordia Basel bestätigten die Ambassadoren diesen Trend. In den letzten vier Spielen steckte die Stadionelf nur ein Gegentor bei Black Stars Basel ein. Für den gestrigen Siegtreffer musste viel investiert werden (61.). Die entscheidende Schnittstelle zu Volkan Karaboga fand Tolga Mertoglu. «Das Schwierigste im Fussball ist, gegen eine Wand zu spielen», freut sich Cheftrainer Aziz Sayilir. «Congeli» agierte mit einer Fünfer- oder gar Sechser-Abwehr.

Erste Vision: Spieler in Challenge League bringen

Kontinuität gilt auch in der Mannschaftsführung. Diese Woche gab der FC Solothurn die Verlängerung der Verträge mit dem ganzen Staff für die Saison 2015/16 bekannt. «Der Vertrag wäre weiter gelaufen, aber wir haben zusammen geredet», beginnt Sayilir. Nach den ersten vier verlorenen Meisterschaftsspielen seit dem Jahreswechsel – unterbrochen vom Cup-Sieg in Lancy – wollte der 42-Jährige vom Vorstand wissen, ob er weiterhin hinter ihm stehe. «Für mich war es positiv, diese Unterstützung zu spüren», sagt der hauptberufliche Disponent. Sayilir hegt Visionen. Deren Umsetzung reizt ihn extrem. Die erste Vision: «Ich möchte mit dem Nachwuchs aus der Region und einer jungen Mannschaft langfristig beweisen, dass es für in der 1. Liga ausgebildete Spieler möglich ist, den Sprung in die Challenge League und höher zu schaffen, ohne den Weg über die U-Mannschaften des FC Basel gehen zu müssen.»

Zweite Vision: 1. Liga Promotion 

Die zweite Vision: «Für den FC Solothurn, die Stadt und die ganze Region wäre es gut, mindestens in der Promotions-Liga zu spielen. Wir haben eine gute Infrastruktur, einen guten Nachwuchs und die Fans. Das einzige, was uns fehlt, ist das Geld.» Nach der guten Vorrundenleistung weiss Sayilir, dass er von diesem Weg nicht weit entfernt ist.

Obwohl die Sache für die laufende Spielperiode nach vorne wie nach hinten geritzt ist, hat der zweifache Familienvater nicht vor, schon für die neue Saison zu experimentieren. «Ich will bis zum Schluss korrekt sein, auch mit den Spielern, die uns verlassen», lautet sein Credo. Der Rothrister hat immer wechselnde Spielerpositionen probiert. «Ich habe immer einen Plan B oder C. So wechselten Hannes Hunziker von der  Mitte auf die Flügelzange und Loris Lüthi bei Black Stars vom Aussenläufer zum Mittelstürmer», erklärt der Cheftrainer. «Der Grossteil des Kaders bleibt zusammen, aber wir müssen in die Breite gehen», lässt sich Sayilir (noch) keine Namen zu Abgängen und Verstärkungen entlocken.

Matchtelegramm:

Solothurn – Concordia Basel 1:0 (0:0)

Stadion. – 350 Zuschauer. – SR Clément. – Tor: 61. Karaboga 1:0.

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Disler, Stauffer, Waylon Grosjean, Du Buisson; Fleury, Sülüngöz; Hunziker (87. Appelt), Veronica, Mertoglu (82. Kara); Karaboga (70. Osaj).

Concordia Basel: Lindenthal; Iberdemaj, Durdic, Kurt, Schneider, Stenz; Xhema; Miroslav Savanovic, Eraslan (77. Leonardi), Rahmen; Günes (77. Kassem).

Bemerkungen: Solo­thurn ohne Haljimi, Kohler, Pozan (alle verletzt), Lüthi (Schule) und Rihs (Junioren). – 59. Hunziker Pfostenschuss. – 94. Xhema Platzverweis (Tätlichkeit) und Trainer Peter Schädler nach Tumult vor Concordia-Spielerbank auf die Tribüne verwiesen (Reklamieren). – Ver­war­nun­gen: 17. Durdic (Foul), 43. Stenz (Unsportlichkeit) 48. Miroslav Savanovic (Abstand nicht eingehalten), 50. Fleury (Foul), 84. Iberdemaj  (Reklamieren), 86. Rahmen (Foul) und 95. Kurt (Reklamieren) . – Eck­bälle 5:2 (4:2).

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