Eishockey
Satarics Tage: Büro, Eishockey, Büro und wieder Eishockey

Der 18-jährige Rajan Sataric aus Biberist ordnet alles seinem grossen Ziel unter. Er will einmal in der Nationalliga A mit dem Sport seine Brötchen verdienen. Und sein grosser Traum: die NHL.

Von mirco klaus
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Im Leben des Biberisters Rajan Sataric ist Eishockey die Nummer 1. mkl

Im Leben des Biberisters Rajan Sataric ist Eishockey die Nummer 1. mkl

Solothurner Zeitung

Ja, am Dienstag hätte ich zwischen 17.30 und 18 Uhr eine halbe Stunde Zeit. Sonst sieht es in dieser Woche nicht gut aus», so die Worte des 18-jährigen beim Versuch, einen Interviewtermin mit ihm zu finden. Denn Rajan Sataric trainiert täglich bei den Elite-Junioren des NLA-Vereins EHC Biel und absolviert nebenbei seine Lehre als Automatiker in Bümpliz. In den Monaten November bis Februar sieht es gar noch «schlimmer» aus.

Da trainiert er am Morgen mit der ersten Mannschaft und am Abend noch mit den Junioren. «Das ist dann schon sehr intensiv. Um sieben Uhr gehe ich ins Büro, dann aufs Eis. Am Nachmittag wieder ins Geschäft und dann am Abend nochmals in die Eishockey-Ausrüstung.»

Das Wort Freizeit führt der 1,87m grosse Biberister also nur im Sommer in seinem Wortschatz. «Wenn ich mal kein Training habe, verbringe ich viel Zeit mit meinen Freunden – die meisten sind ebenfalls Eishockeyspieler. Wir gehen in die Stadt (Biel) und schauen uns im Kino einen Film an oder gehen etwas trinken. Und wir reden auch nicht immer über Eishockey, das tut zwischendurch auch mal gut», so Sataric.

Viele Verletzungen

Angefangen mit dem Eishockey hat er im Alter von sieben Jahren bei Zuchwil Regio. Sein Vater schickte ihn zum Eishockey und nicht zum Fussball. Was dem Sohnemann anfangs nicht passte, erwies sich als Glücksfall. Nach zwei Jahren bei Zuchwil wagte er den Sprung zum grossen SC Bern. Nach vier Jahren Bern und zwei langwierigen Verletzungen wechselte er zu Langnau. Dort stiegen die Junioren jedoch ab, darum stiess er nach nur einem Jahr zum EHC Biel.

Ein kleiner Wandervogel also? «Nein. In Bern hatte ich zu viele Verletzungen, um regelmässig spielen zu können. Und, als ich meine Lehre als Automatiker begann, wurde mir der Arbeitsweg nach Langnau zu viel. Darum wechselte ich zu Biel. Und dort bin ich jetzt sehr glücklich.»

«Die Kulisse in Bern ist einmalig»

Kein Wunder. Denn in Biel läuft es ihm ausgezeichnet. Als er an einem Sonntag zum ersten Mal mit der ersten Mannschaft des EHC Biel trainieren durfte, nahm ihn Kevin Schläpfer (Trainer der NLA-Mannschaft) sogleich mit zum Spiel gegen den grossen SC Bern. «Ich war schon ein wenig überrumpelt. Aber gerade weil es so unverhofft kam, war es umso schöner. Die Kulisse in Bern ist einmalig, und dort einlaufen zu können war immer ein Traum von mir.»

Jedoch blieb es beim Einlaufen, denn spielen durfte er in der höchsten Liga noch nicht. Darum ist sein näheres Berufsziel auch klar: «Nach dem Abschluss meiner Lehre, werde ich hoffentlich den Sprung in die erste Mannschaft des EHC Biel schaffen und danach in der National Hockey League Fuss fassen können.»

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