Motocross

Sandro Schaller ist auf dem Sprung in die Top 5

2012 wurde Sandro Schaller SAM-Junioren-Schweizer-Meister. Obwohl er anfangs Saison ein paarmal von seiner Suzuki RMZ 250 im Stich gelassen wurde, fand der 19-jährige Härkinger bald wieder in den richtigen Renn-Rhythmus zurück

Dass Sandro Schaller nicht nur auf dem Motorrad Vollgas gibt, sondern auch ausserhalb des Sports den Motor auf Hochtouren laufen lässt, ist schnell klar. Tagwache um fünf, Heimkehr um 19 Uhr. Ein dichtes Programm für einen 19-Jährigen – zumal die Trainingszeit nicht eingerechnet ist. «Es ist ziemlich anstrengend, denn abends nach der Arbeit gehe ich noch ins Konditionstraining, joggen oder biken», erklärt der Mauerlehrling, der zurzeit in Sursee einen Ausbildungsblock absolviert, und fügt nach kurzem Überlegen an: «Eigentlich bin ja schon selten zu Hause.»

Wochenend-Training in Niederbipp

Jeden zweiten Tag besucht er das Fitnesscenter, am Wochenende trainiert der Härkinger entweder auf der Crossstrecke in Niederbipp oder fährt an Rennen über Stock und Stein. «Am Montag trainiere ich aber nie, dann muss ich nämlich den Töff putzen», sagt der Motocrosser mit der Rennnummer 44 lachend. Je nach Wochenend-Witterung bringt er seine Suzuki RMZ 250 in einer halben bis eineinhalb Stunden wieder auf Vordermann – verständlich, dass er nicht noch die Laufschuhe schnürt.

(Quelle: youtube/monsterenergyteam1)

Sandro Schaller

Motor und Kupplung ausgefallen

Obwohl Schaller sein Gefährt liebevoll pflegt, wurde er in diesem Jahr ein paarmal im Stich gelassen. «Einmal stieg der Motor aus, einmal ging die Kupplung während des Rennens kaputt. Vor allem Anfang Saison hatte ich Pech», erklärt der 19-Jährige. Ein sechsfacher Fingerbeer-Bruch, den er sich in den Motorradferien an Ostern zugezogen hatte, erschwerte zusätzlich den Renn-Einstieg von den Junioren Open in die höhere Kategorie MX2-National. Nach anfänglichem Missgeschick hat Schaller jedoch schnell wieder in den Rhythmus gefunden: In der Meisterschaft des Schweizerischen Auto- und Motorradverbands verbuchte er Klassierungen in den Top 15, in der Freiburgischen, die er hauptsächlich zu Trainingszwecken bestreitet, fuhr er jeweils aufs Podest. Mitte August dominierte der SAM-Junioren-Schweizer-Meister von 2012 in Roggenburg beide Läufe der Regio Open deutlich.

Im nächsten Jahr in die Top 5

Bei seinen Unterfangen ist Vater Marcel, selbst leidenschaftlicher Motocrosser, mit Camper und Anhänger dabei. «Ich bin Mädchen für alles. Chauffeur, Betreuer oder Mechaniker», erklärt der Deponiemeister lachend und fährt fort: «Auch wenn er den Führerschein bald besitzt, werde ich weiterhin mitgehen. Es würde mir sonst schon ein bisschen fehlen.» Mutter Marina und seine ältere Schwester sind, wenn die Arbeitszeiten es zulassen, ebenfalls auf dem Wettkampfgelände anzutreffen.

Im nächsten Jahr möchte Sandro an der SAM-Meisterschaft die Top 5 der MX2-National stürmen. Und wenn mit seiner Suzuki alles rund läuft, dann wird es für ihn auch kein Problem sein, die heutige 90-Pokal-Grenze zu überschreiten.

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