Eishockey
Samuel Walser ist auf dem Eis treffsicherer als am Schiessstand

Der Solothurner NLA-Spieler Samuel Walser absolviert zurzeit die Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen.

Chantal Fimian
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Rekrut Samuel Walser: Für einmal Tarnanzug statt HCD-Trikot.

Rekrut Samuel Walser: Für einmal Tarnanzug statt HCD-Trikot.

Chantal Fimian

Nach einer langen und kräfteraubenden Saison sehnt sich jeder Eishockeyspieler auf seine wohlverdienten Ferien. Nicht so der HC-Davos-Crack Samuel Walser. Der Solothurner trat noch im April seinen Militärdienst an und absolviert momentan die Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen. «Ich fühle mich sehr gut. Wir sind eine gute Truppe, mit der wir viel Spass haben, aber auch hart trainieren», sagt der ehemalige Junior des EHC Olten.

Tipps beim HCD eingeholt

In seiner Klasse befinden sich zehn weitere Eishockey-Spieler sowie Rekruten aus den Bereichen Ski alpin, Radsport und Ski Langlauf. Während fünf Wochen kamen Samuel Walser und seine Kameradinnen und Kameraden in den Genuss der Militär-Grundausbildung in der Kaserne Lyss. «So schlimm war es nicht. Wir haben normale militärische Dinge gelernt», erklärt der 1,90-m-Hüne. Die Trefferquote mit dem Sturmgewehr scheint noch nicht so hoch zu sein, wie auf dem Eis. «Wenn es nicht so wäre, wäre das natürlich nicht gut. Dann würde ich die falsche Sportart betreiben», sagt er mit einem Lächeln. Ganz unvorbereitet rückte der Sportsoldat nicht in die Kaserne ein. Ein paar Tipps holte er sich im eigenen Lager. «Beim HCD haben einige Spieler die Rekrutenschule in Magglingen durchlaufen. Alle haben mir gesagt, dass wir diese Möglichkeit nutzen sollen.»

Bescheidene Geburtstagsfeier

Nach der fünften Wocheging es für Walser gemächlicher zu und her. Zwei Mal pro Tag wird auf dem Eis oder im Kraftraum in der Sporthochburg Magglingen trainiert – auf militärische Übungen und lange Märsche wartet man vergebens. Dafür werden Walser und Co. in Sachen Ernährung, Karriereplanung und Medienumgang geschult und schliessen unter anderem eine dreiwöchige Sportleiterausbildung ab. «Wir profitieren hier von hervorragenden Trainingsbedingungen», freut sich der Center-Spieler. Am vergangenen Donnerstag feierte Walser seinen 22. Geburtstag. Eine Torte, garniert mit der berühmt berüchtigten Schweizer Armee Schokolade und Biskuit, erhielt er zwar nicht, aber trotzdem wurde ein bisschen gefeiert: «Es war aber ein Tag wie jeder andere. Am Abend gingen wir zusammen etwas trinken und hatten Zeit, ein wenig zum Plaudern.»

Ab Ende Juli wieder Eistraining

Schon bald wird Walser das Tenü grün gegen sein gelb-blaues Trikot tauschen. Am 11. Juli sind die 18 Wochen der Rekrutenschule vorbei. Anschliessend bleibt etwas Zeit, bevor Samuel Walser Ende Juli mit dem HC Davos die Saisonvorbereitung beginnen wird. Die Nummer 94 freut sich auf den Szenenwechsel: «Klar trage ich lieber das HCD-Trikot als den Tarnanzug, das ist keine Frage. Aber ich muss sagen, dass ich die Militärzeit als angenehm empfinde.»