Fussball 2. Liga
Saisonstart in der 2. Liga: Die Gegner sehen Grenchen vorne

Alle gegen den Stadtklub, dies der Tenor vor dem heutigen Meisterschaftsstart in der 2. Liga. Viele der befragten Trainer sehen den FC Grenchen an der Spitze.

Raphael Wermelinger
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Grenchens Sportchef Max Rüetschli präsentiert seine Toptransfers Kliment Nastoski (links) und Samuel Zayas. ZVG

Grenchens Sportchef Max Rüetschli präsentiert seine Toptransfers Kliment Nastoski (links) und Samuel Zayas. ZVG

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Ab heute Abend rollt der Ball auch in der höchsten Solothurner Regionalliga wieder. Die Mehrheit der Trainer rechnet vor dem Auftakt mit einer ausgeglichenen Meisterschaft. Mit den beiden Absteigern aus der 2. Liga inter Iliria und Subingen, dem Liga-Krösus Grenchen oder auch dem amtierenden Cupsieger Bellach sowie dem SC Fulenbach, der die letzten drei Saisons auf dem zweiten Platz beendet hat, ist die 2. Liga heuer sehr gut besetzt.

«Es gibt vier, fünf Mannschaften, die um den ersten Platz mitspielen können», sagt Subingens Trainer Dominik Ellenberger. Xhevxhet Dullaj, der Übungsleiter des FC Iliria, stimmt zu: «Um den Aufstieg in die 2. Liga inter werden mehrer Teams mitreden. Wir sind hoffentlich eines davon.» Cafer Suna, der ab dieser Saison den FC Trimbach coacht, sieht Grenchen, Bellach und Subingen in der Favoritenrolle. Und Mümliswils neuer Trainer Remo Bürgi sagt: «Ich rechne mit einem ausgeglichenen Rennen zwischen Fulenbach, Grenchen, Iliria und Subingen.»

Oder doch Fulenbach?

Am häufigsten fallen aber die Namen FC Grenchen und SC Fulenbach. Es ist kein Geheimnis, dass der Stadtklub nach den Abstiegen aus der 1. Liga (2014/15) und der 2. Liga inter (2015/16) so schnell wie möglich wieder raus aus der Regionalliga will. Auf die anstehende Spielzeit konnten sich die Grenchner vor allem mit den Ex-Solothurnern Samuel Zayas und Kliment Nastoski klar verstärken. «Grenchen ist der Favorit», meint denn auch Oensingens Trainer Ernst Frei. «Man hat so einiges gehört in der Sommerpause. Wenn alles stimmt, müsste der FC Grenchen dieses Jahr die Liga dominieren», begründet er. Bruno Büttiker vom FC Härkingens schliesst sich dieser Meinung an und stellt klar: «Grenchen holt den ersten Platz. Sonst würde etwas nicht stimmen.» Ähnlich tönts bei Fulenbach-Trainer Martin Hert, der mit seinem Team den Titel in den letzten drei Jahren jeweils knapp verpasst hat. Auch er sieht den FC Grenchen als Topkandidaten für den Platz an der Tabellenspitze: «Die Grenchner haben sich massiv verstärkt und wollen mit aller Gewalt aufsteigen.»

Gegen den Strom schwimmt Arben Gjidoda, der neue Chef an der Seitenlinie des SC Blustavia. Er sieht den SC Fulenbach vorne. Wie auch der neue Welschenrohr-Trainer Adis Kesedzic: «Aufgrund des grossen finanziellen Aufwandes, den der FC Grenchen betreibt, wäre die Antwort eigentlich klar. Dennoch bin ich überzeugt, dass es Fulenbach oder auch Subingen machen wird.» Und Fabian Käch vom Liga-Neuling FC Lommiswil hofft, dass sich die Philosophie des SC Fulenbach durchsetzt: «Die Fulenbacher sind über Jahre als Team gewachsen und spielen mit sehr vielen eigenen Leuten.»

Redzepi wie 2015/16?

In der letzten Saison hatte sich der FC Grenchen mit dem vierten Schlussrang begnügen müssen. Da es sich nach dem Abstieg um eine Übergangssaison gehandelt habe, sei der Schlussrang aber irrelevant, hält Sportchef Max Rüetschli fest. Jetzt will der FC Grenchen aber wieder angreifen. «Wir müssen so schnell wie möglich wieder in die 2. Liga inter», sagt Rüetschli ohne Umschweife und konkretisiert: «Wenn nicht dieses Jahr, dann sicher in der nächsten Saison. Die jungen Spieler im Verein brauchen die 2. Liga inter als Perspektive.» Dass das Unterfangen Solothurner Meistertitel und Aufstieg sicher nicht leicht wird, ist Rüetschli allerdings bewusst: «Es wird wohl sehr eng an der Spitze. Ich rechne nebst uns vor allem mit Iliria, Subingen und Bellach. Und vielleicht kommt noch ein Überraschungsteam dazu, welches bis jetzt noch niemand auf der Rechnung hat.»

Grenchens Perparim Redzepi steht von allen zwölf Zweitliga-Trainern also am meisten unter Druck. Der 38-Jährige hat in der vorletzten Saison mit dem FC Iliria aber bewiesen, dass er mit hohen Erwartungen umgehen kann und ein Meistertrainer ist. Die erste Standortbestimmung für den FCG ist das heutige Saisonauftaktspiel daheim gegen Trimbach. Fulenbach empfängt zum Start Mümliswil, Absteiger Iliria den FC Härkingen. Subingen muss bei seiner Rückkehr in die 2. Liga auswärts beim Aufsteiger FC Lommiswil ran.

Facts 2. Liga

1. Spieltag
Oensingen – Bellach (Mi, 20 Uhr)

Fulenbach – Mümliswil (Mi, 20 Uhr)

Iliria – Härkingen (Mi, 20 Uhr)

Welschenrohr – Blustavia (Mi, 20 Uhr)

Grenchen – Trimbach (Mi, 20 Uhr)

Lommiswil – Subingen (Mi, 20.15 Uhr)

2. Spieltag
Blustavia – Grenchen (Sa 17 Uhr)

Bellach – Subingen (Sa, 18 Uhr)

Trimbach – Lommiswil (Sa, 18.30 Uhr)

Mümliswil – Iliria (So, 11 Uhr)

Oensingen – Fulenbach (So, 14 Uhr)

Härkingen – Welschenrohr (So, 14.30 Uhr)

Die Meister der letzten Jahre
2017: Biberist

2016: Iliria

2015: Subingen

2014: Olten

2013: Dulliken

2012: Olten

2011: Subingen

2010: Dulliken

2009: Härkingen

2008: Subingen

2007: Hägendorf

2006: Härkingen

2005: Wacker Grenchen

2004: Italgrenchen

2003: Olten

2002: Subingen

2001: Olten

2000: Deitingen

Skorerliste der Saison 2016/17
22: Tore: Yanick Oumaray (Härkingen)

20: Simon Affentranger (Fulenbach)

18: Ferhat Capan (Grenchen)

17: Alessandro Fragale (Bellach)

15: Roman Rüegsegger (Biberist)

12: Edin Ademovic (Trimbach)

10: Giovanni Carnibella (Biberist), Yves Ehrenbolger (Fulenbach), Fabian Wyss (Fulenbach), Lukas Oeggerli (Härkingen), Fabrizio Laus (Grenchen).