Von allen zwölf Zweitligisten vermeldete der FC Trimbach in der Winterpause am meisten Zuzüge. Trainer Mehmet Ozan verbreiterte sein Kader gleich mit fünf Neulingen. Vom FC Egerkingen kehrte Abwehrspieler Kadir Tastan aufs Leinfeld zurück, Innenverteidiger Edon Lapashtica kam vom SC Zofingen. «Die beiden Spieler habe ich während meiner Karriere schon trainiert», sagt Ozan, «ich bin mir sicher, dass sie unsere Defensive deutlich verstärken werden in der Rückrunde.»

Vom Erstligisten FC Wangen hat Trimbach Mittelfeldspieler Hammam Ghaith bis zum Ende der Saison ausgeliehen. «Er hat in Wangen zwar nicht oft gespielt, aber ich hoffe trotzdem, dass er uns helfen wird», kommentiert Ozan den Transfer. Zudem verpflichtete der FC Trimbach vom Nachbarn FC Winznau zwei Akteure: Mittelfeldspieler Luca Marrer und Stürmer Manuel Thut. Ozan bezeichnet sie als Talente für die Zukunft: «Sie trainieren mit der ersten Mannschaft, werden aber vor allem bei den B-Junioren eingesetzt», erklärt Ozan. «Sie haben sehr viel Potenzial und wenn sie sich weiterhin so gut entwickeln, gehören sie nächste Saison zu den Stammspielern in der 2. Liga.»

Baumgartner und Schalt im «Zwöi»

Doch wieso waren diese Mutationen beim FC Trimbach überhaupt nötig? Immerhin schlossen die Niederämter die Vorrunde mit nur zwei Niederlagen auf dem respektablen vierten Platz ab. «Der Hauptgrund für die zwei Niederlagen gegen Blustavia und Härkingen war, dass wir wegen gesperrten und verletzten Spielern plötzlich ein zu schmales Kader hatten», antwortet Ozan. Um dies in der Rückrunde zu vermeiden, habe er auf dem Transfermarkt gewirbelt. Zum Handeln gezwungen wurde der 50-Jährige aber auch dadurch, dass sich die langjährigen Teamstützen Lucien Baumgartner und Sandro Schalt dazu entschieden, die Rückrunde in der 4. Liga mit der zweiten Mannschaft zu bestreiten. Er kenne die genauen Gründe nicht, sagt Ozan, stellt aber klar: «Ich habe sie sicher nicht fortgejagt, denn beide sind Integrationsfiguren für den FC Trimbach. Ich bin mir sicher, wenn wir sie brauchen, werden sie uns auch helfen.»

Trotz Neuverpflichtungen war die Rückrundenvorbereitung laut Ozan nicht zufriedenstellend. «Ich hätte mir von meinen Spielern noch mehr Trainingspräsenz gewünscht, aber auf der Amateurstufe ist es wohl normal, dass die Spieler auch noch andere Verpflichtungen haben», sinniert er. Für die Freundschaftsspiele hätten ihm jeweils nur elf, zwölf Spieler plus ein paar B-Junioren zur Verfügung gestanden. So seien die Formtests denn auch nicht optimal verlaufen: «Die Resultate waren nicht so wie erhofft. Aber ich verliere lieber die Freundschaftsspiele und gewinne dann dafür in der Meisterschaft, wenn es zählt.»

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Das Spitzenduo geschlagen

Ozan will sich in der Rückrunde im Minimum um einen Rang verbessern, denn: «Unsere Präsidentin Sonja Baumgartner hat kürzlich in der Zeitung gesagt, sie würde die Saison gerne in den Top 3 beenden. Diesen Wunsch würde ich ihr gerne erfüllen.» Sich noch weiter vorne zu klassieren, bringe gar nichts, fügt er an, der Aufstieg in die 2. Liga inter sei beim FC Trimbach überhaupt kein Thema. Ozan unterstreicht aber, dass das Spitzenduo Biberist und Grenchen in der Vorrunde nicht besser war als sein Team, sondern lediglich konstanter. «Wir haben beide geschlagen», hält er stolz fest. Der Aufstiegskandidat Grenchen ist morgen auch der erste Rückrundengegner der Trimbacher. Ozan hat am Mittwoch beim Cup-Viertelfinal zwischen Grenchen und Biberist spioniert und weiss: «Grenchen hat eine bunt gemischte Truppe. Sie haben von überall die besten Spieler geholt, um aufzusteigen. Aber wir werden morgen bereit sein.»