Perfekter Saisonauftakt für Nick Burki vom Bike Team Solothurn: Der 19-Jährige gewann vor knapp zwei Wochen den ersten Lauf des Argovia Cups 2018 in Lostorf. «Das Wintertraining scheint gut aufzugehen», blickt Burki lachend zurück.

«Es ist super gelaufen. Vor allem für das erste Rennen der Saison.» Dass es gleich für ganz zuoberst aufs Podest reichte, habe ihn selber überrascht. Normalerweise brauche er etwas länger, um seinen Rennrhythmus zu finden.

Nick Burki lag in Lostorf vom Start weg an der Spitze des Feldes. Zuerst gemeinsam mit Teamkollege Vital Albin, bis dieser wegen eines Sturzes zurückfiel. Danach fuhr der in Derendingen wohnhafte Burki alleine vorneweg.

Erst kurz vor Schluss des Rennens wurde er vom Thurgauer Ramon Lauener eingeholt. Mit einem kurzen, aber umso heftigeren Antritt sicherte sich Burki schliesslich den Sieg mit drei Sekunden Vorsprung. «Mit dem ersten Platz habe ich nicht gerechnet, aber ich nehme ihn natürlich gerne», dies Burkis Fazit.

Vital Albin

Vital Albin

Individuell trainiert im Winter

Vital Albin fuhr in Lostorf auf den sechsten Platz. Ursin Spescha, der dritte Fahrer des Bike Team Solothurn, wurde Zwanzigster. «Die Jungs haben den Winter hindurch hart gearbeitet», sagt Teamgründer Reto Burki. Anders als im Vorjahr gabs heuer allerdings kein gemeinsames Trainingslager. Wegen der unterschiedlichen Terminpläne.

«Nick war zwei Wochen auf Gran Canaria, Vital mit der Nationalmannschaft in Südfrankreich und Ursin hat in Südafrika bereits das erste Weltcup-Rennen der Saison absolviert und dies gleich mit einem Trainingslager verbunden», führt Reto Burki aus.

Der Gründer des Bike Team Solothurn verspricht sich viel von der neuen Saison. Denn bei den Leistungstests in Magglingen trumpften seine drei Fahrer mit sehr guten Ergebnissen auf. Priorität geniessen in dieser Saison die Weltcup-Rennen, bei denen die «Solothurner» in der U23-Kategorie starten.

Im Mai stehen die beiden Rennen in Albstadt (Deutschland) und Nove Mesto (Tschechien) an und im Juli Val Di Sole in Italien. An zweiter Stelle steht der Proffix Swiss Bike Cup mit den Rennen in Monte Tamaro, Schaan, Gränichen, Andermatt, Villars-sur-Ollon und Lugano.

Ursin Spescha

Ursin Spescha

WM-Startplatz als grosses Ziel

Den Höhepunkt des Jahres soll die Heim-Weltmeisterschaft Anfang September in Lenzerheide bilden. «Darauf haben wir den Fokus gelegt», stellt Reto Burki klar. Die Selektion für die WM erfolgt über die Weltcup-Rennen. «Ein Top-15-Platz ist die Anforderung», erklärt Burki, «das ist hart, aber machbar. Das muss machbar sein für unsere Fahrer.»

Es sehe momentan nicht so schlecht aus, meint Fahrer Nick Burki, angesprochen auf die Chancen auf eine WM-Teilnahme. «Es kann aber noch viel passieren. Wenn ich mein Training durchziehen kann, alles gut läuft, dann klappts mit der WM-Teilnahme.»

Wie plötzlich sich die Hoffnungen zerschlagen können, musste er im letzten Jahr erfahren, als er kurz vor den wichtigen Selektionsrennen wegen eines Handbruchs ausfiel. Daher blickt Burki noch nicht allzu weit in die Ferne und nimmt Rennen für Rennen.

Am Sonntag wird der Swiss Bike Cup mit dem Rennen im Tessin lanciert. «Nach Lostorf ist dies meine zweite Standortbestimmung», so Burki. «Ich will meine Form bestätigen, mindestens unter die besten fünf kommen, noch besser aufs Podest.» Burki hofft, dass das Wetter endlich besser wird.

«Grundsätzlich hatte ich noch nie eine so gute Vorbereitung wie dieses Jahr. Aber immer in der Kälte und bei Regen zu trainieren, ist sehr anstrengend», begründet er. Sein durchschnittliches Trainingspensum betrug während der Wintermonate rund 18 Stunden pro Woche.

Dazu gehöre nicht nur, Kilometer abzuspulen, sondern auch «ein bisschen Kraftraum», wie er selbst sagt. Während der Rennsaison schraubt Nick Burki das Pensum runter: «Wenn Rennen sind, beschränke ich es auf ein paar intensive, aber nicht allzu Lange Einheiten.»