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Runter in die 3.Liga: Trimbach beisst in den sauren Apfel

Trimbachs Captain und Topskorer Lucien Baumgartner (links) im Hinrundenspiel gegen den FC Härkingen.

Trimbachs Captain und Topskorer Lucien Baumgartner (links) im Hinrundenspiel gegen den FC Härkingen.

Weil mindestens zwei Solothurner Klubs aus der 2. Liga inter absteigen werden, muss der FC Trimbach als Drittletzter der 2. Liga definitiv runter in die 3. Liga.

Obwohl in der 2. Liga am Wochenende Pause war, ist eine weitere Entscheidung gefallen: Das Schicksal des auf Platz zehn klassierten FC Trimbach ist besiegelt. Nach sieben Saisons in der höchsten Regionalliga steigen die Trimbacher in die 3. Liga ab. Normalerweise gibt es in der 2. Liga nur zwei Absteiger. Der FC Trimbach muss aufgrund der Konstellation in der 2. Liga inter in den sauren Apfel beissen: Wangen b. Olten verlor am zweitletzten Spieltag gegen NK Pajde. Dies bedeutet, dass am nächsten Samstag mindestens ein weiterer Solothurner Klub – nebst dem FC Subingen – aus der 2. Liga inter fällt: der FC Wangen b. Olten oder der FC Dulliken. Oder beide. Denn mit dem FC Adliswil ist noch ein dritter Verein involviert.

Die Folge für die 2. Liga: drei Absteiger statt der üblichen zwei. Dies war zuletzt in der Saison 2016/17 der Fall, als sich Iliria und Subingen nicht in der 2. Liga inter halten konnten. Damals lag der FC Niederbipp auf dem undankbaren 10. Platz und musste nachrutschen. 2013 ereilte den FC Welschenrohr das gleiche Schicksal, weil der FC Wacker Grenchen und Subingen runter aus der 2. Liga inter kamen, 2011 den FC Härkingen und 2007 den FC Winznau.

Abstieg hat sich abgezeichnet

Lucien Baumgartner hat die Hoffnungen auf den Ligaerhalt Ende Mai aufgegeben. Während des Spiels Dulliken gegen Schöftland. «Dulliken hat kurz vor Schluss den Sieg verspielt. Seither habe ich fix mit unserem Abstieg gerechnet», sagt der Topskorer des FC Trimbach. «Es hat sich schon in der letzten Saison abgezeichnet. Wir haben einfach nicht genug Spieler.» Das Team habe mehrheitlich gar nicht schlecht gespielt, sei aber nie in einen Lauf gekommen. Nur vier Siege stehen auf dem Konto. «Die Niederlagen in den wichtigen Spielen gegen Blustavia und Mümliswil waren entscheidend. Auch Lommiswil müsste man einmal schlagen», so Baumgartner.

Am Sonntag in Bellach wird er sein 49. Spiel in dieser Saison bestreiten. 18- mal lief er in der 2. Liga auf, die übrigen Einsätze verteilen sich auf die zweite Mannschaft und die Senioren. «Wir haben einige Spieler mit deutlich über dreissig Einsätzen. Ich habe wohl tatsächlich mehr gespielt als trainiert.» In der Vorrunde musste der Angreifer sogar mal das Tor hüten. Kurios ist, dass Baumgartner auch einen Anteil am Aufstieg der zweiten Equipe in die 3. Liga hat. Somit könnte Trimbach 2019/20 zwei 3.-Liga-Mannschaften stellen. Hätte der Klub nicht lieber die ganze Kraft in die erste Mannschaft gesteckt? «Das ‹Zwöi› ist eine eingeschweisste Truppe. Diese auseinanderzunehmen, hätte viel mehr Probleme gebracht», erklärt der 31-Jährige. «Der Vorstand wollte ihnen keine Steine in den Weg legen. Die Ziele waren der Aufstieg der zweiten Mannschaft, und dass das ‹Eis› oben bleibt.» Ohne die Hilfe der zweiten Mannschaft hätte das Fanionteam gar nicht spielen können, fügt Baumgartner an.

Schon nächstes Jahr wieder rauf

Er bezeichnet den Abstieg als ärgerlich, sieht aber auch die Chance für einen Neuanfang. Lange soll dieser nicht dauern. «Es sieht danach aus, dass wir auf die nächste Saison den einen oder anderen Spieler aus der Umgebung holen können», blickt Baumgartner voraus. An der Seitenlinie wird Kabil Gürkan durch Hasan Osaj ersetzt. «Auch im Vorstand geht etwas», sagt Baumgartner, nennt den direkten Wiederaufstieg als Saisonziel und findet sogar Gutes an der 3. Liga: «Mehr Derbys und natürlich die Aufstiegsspiele vor so vielen Zuschauern.» Er wird es wohl nicht lassen können, erneut auf mehreren Hochzeiten zu tanzen. «Die erste Mannschaft hat Priorität. Aber ich bin mittlerweile auch bei den Senioren eine Stütze. Das will ich mir nicht nehmen lassen. Und auch dort gibt es Titel zu gewinnen.»

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