Sascha Ruefer, am Dienstag kommentierten Sie in der Champions League das Madrider Derby, heute sind Sie in der Klotener Kolping-Arena am Superfinal: Worauf haben Sie sich im Vorfeld mehr gefreut?

Sascha Ruefer: «Das ist eine schwierige Frage, weil sich die beiden Sportarten nicht vergleichen lassen. Den Fussball kennt man, das Unihockey ist eine Premiere – nicht nur für die Spieler und den Verband. Aber es ist schon «verreckt», wenn die Halle zum Bersten voll sein und dabei nicht Eishockey, sondern Unihockey gespielt wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Hätten Sie gedacht, dass der Superfinal auf ein solch breites Interesse stösst?

«Ich bin davon überzeugt, dass diese Sportart durchaus Event-Charakter hat. Daher ist der Schritt zum Superfinal wichtig, weil man aus dieser schnellen und attraktiven Sportart einen Kultanlass machen kann. Das hat das Beispiel der Nordländer, die den Superfinal schon seit einigen Jahren haben, gezeigt.»

Dennoch stiess die Entscheidung nicht nur auf positives Feedback.

«Dass es im Vorfeld einer solchen Veranstaltung Kritiker gibt, ist klar. Dennoch zeigt die Tatsache, dass die Halle bereits ausverkauft ist und die damit verbundene Begeisterung, dass das Bedürfnis vorhanden ist. Ein solcher Event kommt dem Unihockey zugute, welches daher ein wenig über seinen traditionellen Schatten springen muss. Aber wir sind der Überzeugung, dass es diesen Schritt braucht, um weiter an Wichtigkeit gewinnen zu können. Das war auch der Grund, die Partien Live zu übertragen.

Welche Rolle übernehmen Sie dabei?

«Ich versuche, quasi der «Salzgeber vom Unihockey» zu sein. Vor dem Event werde ich das Programm leiten, in der Pause die Spiele analysieren und natürlich Interviews führen. Auf der Redaktion wurde ich zunächst belächelt und die Kollegen spotteten, weil der Ruefer nun Unihockey macht. Nachdem sie aber gesehen haben, auf welche Resonanz der Superfinal stösst, werde ich dafür beneidet.

Sie waren bisher vor allem im Fussball zu Hause. Kennen Sie sich im Unihockey denn überhaupt aus?

«So alt bin ich also noch nicht, als dass ich in der Schule nicht damit in Kontakt gekommen wäre (lacht). Wahrlich bin ich kein Insider, habe den Sport und vor allem die Weltmeisterschaften aber immer interessiert verfolgt. Zudem habe ich durch meine Herkunft einen starken Bezug zu Wiler-Ersigen.

Wie sieht dieser Bezug aus?

Ich kenne den Sportchef Marcel Siegenthaler gut. Auch war mir der Verein immer ein Begriff, weil er in der Region Vorzeigecharakter hat. Ich hegte immer grosse Bewunderung, wie kontinuierlich, seriös und professionell der Klub auf höchstem Niveau geführt wird.

Wagen Sie eine Prognose für den Final?

Alles spricht für Wiler-Ersigen. Bereits in der Qualifikation machten sie einen bestechenden Eindruck, auch wenn der Punkteabstand nicht derart gross war. Alle Vorteile sind aufseiten des Meisters, was gleichzeitig jedoch die grösste Chance für Malans ist.